Louis POV.
Ich höre Stimmen, sie klingen als seien sie ganz weit weg oder als wäre ich unter Wasser. Mit der Zeit werden sie klarer. Ich höre Niall wie er mit mir spricht, mir sagt, ich solle wieder aufwachen. Ich will meine Augen öffen, meine Arme bewegen, doch mein Körper reagiert einfach nicht. Ich werde panisch, ich schreie und kämpfe, doch die Hülle meines Körpers liegt regungslos am Boden. Ich kann hören wie Niall anfängt zu schluchzen und dann spüre ich wie zwei starke Arme mich hoch heben. Mein Arm hängt leblos hinunter und schwankt im Takt der Schritte mit. Die Person die mich trägt fängt an zu reden und ich erkenne, dass es sich um Liam handelt.
Wo ist Harry? Bin ich ihm so egal, dass er mich nicht mal suchen kommt? Habe ich mich wirklich so in ihm getäuscht? Mit meinen Gedanken bei meinem Lockenkopf, auf den ich eigentlich noch immer ziemlich sauer sein sollte, es aber irgendwie nicht wirklich hinbekomme, weil ich mich so nach ihm sehne, bemerke ich gar nicht, dass wir scheinbar schon in Harrys Haus sind.
Vorsichtig werde ich auf eine Matratze abgelegt und bekomme eine Decke über meinen ausgekühlten Körper gelegt. Die Wärme kriecht langsam durch meine Gliedmaßen und ich höre Liam und Niall leise miteinander reden. "Doch! Ich werde es nicht zulassen, dass er ihn noch einmal verletzt", das war Liam, der es scheinbar ziemlich eilig hat, denn er wartet nicht mal mehr Nialls Antwort ab uns stürmt aus dem Raum. Als die Tür mit einem lauten Knall zu fliegt, schreie ich erschrocken auf, doch mein Körper bleibt reglos liegen.
Vor der Tür werden Stimmen laut, ich kann hören wie Harry mit Liam streitet. Er will zu mir. Und ich will zu ihm zu
Harry, Harry bitte komm zu mir, versuche ich meinen Körper zu überreden, zu schreien, doch noch immer rührt sich nichts. Noch lange kann ich Harrys verzweifelte Rufe hören und wünsche mir nichts sehnlicher, als endlich wieder bei ihm zu sein.
Ja, ich werde ihm verzeihen, denn scheiße, ich kann mir ein Leben ohne ihn einfach nicht mehr vorstellen. Ich will mit ihm sprechen und wenn er genauso fühlt wie ich, dann möchte ich ein paar Regeln aufstellen.
1. Ich will meine Familie regelmäßig besuchen
2. Wir sind gleich gestellt, nur wenn wir im Spielzimmer sind, bin ich dein Sub und habe somit keine Kontrolle
3. Ich will, dass du mich nie wieder verleugnest
Und 4. ich will Zayn kennen lernen, den Mann von dem ich jetzt schon viel gehört habe, aber ihn noch nie zu Gesicht bekommen habe.
Oh man Louis. Schön und gut, dass du ihm verzeihst, aber wer sagt überhaupt das er dich auch will. Wer sagt, dass ich jemals wieder aus diesem merkwürdigen Zustand erwachen werde. Was ist wenn ich hier für immer drin gefangen bin. Ach du scheiße, nein bitte nicht. Das würde ich nicht aushalten..
Panik breitet sich in mir aus. Pumpt durch meine Adern. In mir wütet ein Orkan an Gefühlen, doch von außen wirke ich ruhig. Ich will schreien und um mich schlagen. Ich kämpfe, will an die Oberfläche gelangen, doch jedes Mal wenn ich kurz davor bin, drückt mich etwas wieder runter. Es ist aussichtslos und je länger ich es versuche, je müder werde ich. Ich habe keine Kraft mehr, die Müdigkeit nimmt besitzt von meinem Körper, ich werde immer ruhiger, bis ich einschlafe.
Wach, wenn man das denn so nennen kann, werde ich, als die Tür auf geht.
"Lou", haucht jemand. Harry!
"Baby, was machst du nur für Sachen. Es tut mir so leid. Ich habe Fehler gemacht, ich weiß und es tut mir alles so unfassbar leid"
Ich spüre wie er sich neben mich auf das Bett setzt. Die Matratze sackt unter dem zusätzlichen Gewicht ein und ich kann seinen Körper an meinem spüren. Seine Hand nimmt meine und sofort durchströmt mich ein schönes Gefühl.
"Ich hab dich verletzt und das weiß ich. Ich werde mich verändern, dass verspreche ich dir. Du hast mich schon so doll verändert und immer nur im guten Sinne. Dafür bin ich dir unendlich dankbar. Ich weiß nicht ob du mich hörst oder ob du wieder aufwachen wirst, aber ich will es dir trotzdem erzählen.
Mein Vater hat mir schon von klein auf beigebracht, dass Männer stark sein müssen, sie dürfen nicht weinen und Gefühle haben sie schon gar nicht. Ich verstehe nicht wie meine Mutter es so lange bei ihm ausgehalten hat. Er hat sie behandelt, als wäre sie nichts Wert. Denn so war es in seinen Augen. Ich wollte ihm nicht glauben. Ich habe viel geweint als Kind, habe meine Gefühle immer nach außen hin gezeigt. Das hat meinem Vater überhaupt nicht gefallen. Als ich 6 Jahre alt war, hat er mich das erste Mal geschlagen. Ich bin hingefallen und habe mir das Knie aufgeschürft. Natürlich habe ich angefangen zu weinen. Mein Vater hat das mitbekommen und war der Meinung, dass ich jetzt Alt genug bin um, mich erwachsen zu verhalten. Ab dem Punkt fing es an. Schläge und immer wieder die gleichen Aussagen. Ich hab es angefangen selbst zu glauben, irgendwie zum mindestens.
Du hast es vermutlich schon gesehen als du mir den Rücken eingecremt hast, weißt du noch? Die Narben stammen von meinem Vater. Ich war damals 13, wir hatten Besuch und der Sohn war in meinem Alter, ich hab ihm laut meinem Vater "unsittlich" hinterher geguckt. Wir sind in den Keller und er hat mich geschlagen, immer und immer wieder. Nach diesem Tag, habe ich ihm nie wieder wiedersprochen oder ihm einen Grund gegeben, mich erneut zu schlagen. Zwei Monate später, mein Vater war gerade für einen Monat auf Geschäftsreise, hat meine Mutter mir erzählt, dass er gestorben ist.
Ich weiß bis heute nicht, warum er nie wieder gekommen ist und ich werde es bestimmt auch nie herausfinden. Seitdem habe ich meine Mauer aufrechterhalten, Niall war der einzige der wusste wie es innen drin aussieht und du bist derjenige gewesen, der es geschafft hat diese Mauern zum Einsturz zu bringen. Und dafür bin ich dir so unendlich dankbar, ich weiß es ist feige dir das alles zu sagen, ohne zu wissen ob du mich hörst, aber wenn du wieder auffwachst, dann werde ich dir jede Frage beantworten die du möchtest. Ich verspreche dir mich zu ändern."
Ich will was sagen und spüre, dass mir seine Worte Kraft geben. Ich kämpfe wieder gegen meinen eigenen Körper an. Ich möchte Harry doch einfach nur in den Arm nehmen, ihm sagen, dass ich ihm verzeihe und vor allem möchte ich ihm sagen, dass er nicht alles ändern soll.
"Hawry", krächze ich. Doch die Wörter verlassen meinen Mund nicht, sodass er sie nicht hören kann. Ich merke wie er sich neben mich aufs Bett legt und mich in seine Arme zieht. Wie ich dieses Gefühl vermisst habe. Augenblicklich wird mir wärmer und ich genieße es so eng an seine Brust gedrückt zu sein.
Ich denke schon das er eingeschlafen ist, als er leise in mein Ohr murmelt: wir werden das schaffen, gemeinsam und dann kann uns niemand mehr trennen. Das wünsche ich mir. "
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Mehr als nur ein Diener
FanfictionStellt euch vor es gibt ein System. Ein System in dem Menschen Aufgaben erfüllen müssen um zu überleben. Doch was passiert wenn es eine Aufgabe gibt, die das Leben zweier völlig verschiedener Menschen auf den Kopf stellt? Wird Louis sein eigenes Glü...
