Kapitel 25

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Nach der Beerdigung ging ich ins Hotel, packte meine Sachen, checkte aus und bezahlte.
Mit meinem Koffer ging ich wieder zu Nellys Haus.
Nellys Familie war richtig freundlich. Sie hatten kein Problem damit dass ich da war.
Jeden Tag und jede Nacht verbrachte ich in Nellys Zimmer.
Nach 7 Tagen, des Nichts tun ,brauchte ich eine Aufgabe.
Ich überlegte was ich tun könnte, das es mir besser geht.
Ich entschloss als erstes Nellys Familie zu helfen. Vielleicht würde es mir ja dann auch besser gehen.
Ich redete mit Flo, munterte ihn auf und spielte mit ihm.
Mit Nellys Mum schaute ich alte Bilder an, kochte mit ihr, begann langsam wieder zu essen, aber nur langsam.
Mit Nellys Dad ging ich Angeln und redete mit ihm.
Als es den dreien wieder besser ging, hatte die ,,gute Laune" sich auch auf mich übertragen.
Es war nicht wirklich gute Laune, sondern eher eine positive Stimmung.
Nach ein paar Wochen machte ich mein Handy wieder an.
Ich hatte 350 neue Nachrichten.
Davon ungefähr 80 von meiner Familie.
Ich hätte seid zwei Wochen wieder da sein müssen.
Meine Schwester hatte sich bei mir entschuldigt, Henry hatte mir wieder geschrieben, Kevin, Luka und Kris hatten mir auch geschrieben.
Henry meinte, wenn ich in einer Woche nicht da bin, könnte es sein, dass ich sitzenblieb.
Und so buchte ich mir einen Flieger für Morgen.
In der ganzen Zeit suchte ich nach Nellys Geschenk.
Ich fragte Nellys Eltern und sie gaben mir Nellys Laptop.
Ich sollte mal darin suchen.
Ich suchte den Laptop ab.
Der Hintergrund war weiß und darauf stand: ,, In meiner Schultasche ist ein Stick für dich ❤️".
Ich suchte in der Schultasche und ich fand tatsächlich einen Stick.
Ich steckte ihn in Nellys Laptop und in der Gallerie fand ich ein Video.
Ich öffnete es und es war eine Diashow.
Mit Bildern von Nelly und von mir.
Mir kamen die Tränen und mein Herz schlug schneller und brach gleichzeitig. Mir würde ganz heiß, weil ich so ,,zusammenbrach".
Ich vermisste sie so schrecklich!
Was ist das bitte für eine Welt ohne Nelly ?!
Seufzend steckte ich den Stick in meinen Koffer und fuhr am nächsten Morgen mit dem Zug zum Flughafen.
Ich stieg in das Flugzeug ein und schaute über die Wolken.
Ich hatte das Gefühl ganz nah an Nelly zu sein.
Als säße sie direkt neben mir, aber in einem unsichtbaren Raum zu dem ich nicht die Türe finde.
Die ganzen Menschen im Flugzeug schauten mich komisch an als ich angefangen hatte zu weinen.
Gegen 16 Uhr landete der Flieger.
Ich rief meine Eltern an.
Sie holten mich am Flughafen ab.
Sie rannten mir entgegen und umarmten mich stürmisch.
Meine Eltern waren sehr erstaunt über die kurzen Haaren.
Sie wussten bescheid, über Nelly...
Und deswegen verstanden sie auch, dass ich meine Haare abgeschnitten hatte.
Zuhause redete meine Schwester mit mir. Ich verzieh ihr.
Ich hatte keinen Kopf darüber nachzudenken.
In Amerika ging's mir wieder schlechter.
Niemand hätte meine Laune aufmuntern können. Außer Nelly...
Am nächsten Morgen musste ich zur Schule.
Ich zog eine Blaue Jeans an und ein schwarzen Pulli an.
Mit meinen Haaren konnte ich nichts machen.
Sie passten nicht in einen Zopf.
Ich schminkte mich das erste mal seid Nelly Tod ist.
Nein, das stimmt nicht.
Ich hatte mich bei der Beerdigung geschminkt.
An dem Morgen aß ich nur einen Müsliriegel.
Ich hatte keinen Appetit.
An der Bushaltestelle traf ich auf die vier Jungs.
Sie freuten sich sehr mich zu sehen.
Sie fragten mich, wieso ich meine Haare abgeschnitten hatte, wieso ich solange nicht da war und wieso ich so abgemagert war.
Ich erklärte ihnen, dass ich nicht darüber reden wollte, dass was schlimmes passiert war und ich jetzt wieder versuchte normal zu leben.
Sie verstanden das.
Das liebte ich an Jungs, sie waren nicht so neugierig.
In der Schule schauten mich alle komisch an.
Jeder kannte mich mit langen Haaren, die jetzt nicht mehr da waren.
Henry kam auf mich zu und umarmte mich.
,,Da bist du ja wieder", sagte er freundlich.
,,Was ist mit deinen wunderschönen Haaren passiert", fragte er traurig.
,,Ich hab sie abgeschnitten", sagte ich kurz.
,,Wieso", fragte er.
,, Ich möchte nicht darüber reden", sagte ich traurig und schluckte die Tränen runter.
Dann ging ich schnell weg.
Nelly war meine Geschichte. Sie gehörte allein mir.
Ich konnte mit niemand anderen darüber reden.
Im Unterricht musste ich mir viel Mühe geben mitzukommen.
Am nächsten Tag musste ich eine Entschuldigung für die fehlenden Wochen abgeben. Es gab kein Entschuldigung für das was passiert ist, das ist doch lächerlich?!

Jeden Tag weinte ich zuhause.
Ich weinte meist alleine.
Manchmal kam Alina oder Mum zu mir und wollten mich aufmuntern, aber ich schickte sie weg.
Und jede Nacht träume ich von Nelly.
Als würde sie mich nicht loslassen.
Ich hasste mein Leben ohne sie.
Ich trug jeden Tag nur schwarze Kleidung.
Kris hatte mich schon umarmt und mich aufgemuntert. Das war so richtig süß.
Die Zeit quälte mich, jeder Tag tat weh.
Nach einer Woche kam ich endlich in meine gefühllose Phase.
Meine Familie machte sich sorgen.
Ich aß wenig, war immer alleine und spielte Gitarre.
Ich ging auch nicht mehr reiten und das musste was heißen!

Love can hurt sometimesWo Geschichten leben. Entdecke jetzt