Kapitel 28

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Am nächsten Tag besuchten Mom und ich Nellys Familie.
Es war ein komisches Gefühl wieder hier zu sein, aber es tat gut.
Es tat richtig gut.
,,Miaaaa!!!", Rief Flo und rannte auf mich zu, ,,hab dich".
Er rannte weg.
Ich stellte meine Tasche ab und rannte ihm hinterher.
Es ging ihm besser.
Nachdem ich mit Flo ein wenig Fangen gespielt hatte setzte ich mich zu den Erwachsenen an den Tisch.
,,Wir haben uns etwas überlegt", meinte Nellys Mutter, ,,wir wollen nochmal ein Kind kriegen, aber es sollte älter als Flo sein und deswegen wollen wir eins adoptieren".
,,Wow", murmelte ich.
Sie wollten Ersatz für Nelly holen?
Ich wusste nicht was ich dazu sagen sollte.
,,Es würde uns allen Gut tun", erklärte Nellys Mom.
,,Okay...und wann?", Fragte ich nach.
Ich konnte es immer noch nicht fassen.
,,Wir gehen morgen mal ins Waisenheim", erklärte sie.
,,okay", sagte ich und ging hoch in Nellys Zimmer. Das konnte nicht ihr ernst sein.
Bilder von Nelly und mir hingen überall.
Ich lehnte mich an die Wand und begann zu weinen.
Es war aber ein erlösendes weinen.
Es löste mich von meinen Schmerzen.
Am Nachmittag gingen Mom und ich wieder ins Hotel und haben einen Film angeschaut.
,,Mom?", Fragte ich.
,,Ja?", Sagte sie.
,,Wenn sie tatsächlich jemand adoptieren, dann kann ich da nicht mehr hin", erklärte ich ihr.
,,Ja ich versteh das", flüsterte sie und gab mir einen Kuss auf die Stirn.
Dann machte sie das Licht aus und wir gingen schlafen.
Wie immer hatte ich sehr schlecht geschlafen.
Am nächsten Tag gingen Mom und ich ins Schwimmbad.
Das Wasser war angenehm warm und wir hatten ,,spaß". Es war das selbe mit dem ich auch mit Nelly schwimmen war.
Nach dem Abendessen vielen wir dann todesmüde ins Bett.
Am nächsten Morgen klingelte mein Handy.
Ich ging ran und Nellys Mom war am Telefon.
,,Hallo Mia, wollt ihr vielleicht später vorbei kommen um Mona kennen zu lernen?", Fragte sie glücklich.
,,Tut mir leid. Wir reißen heute ab", sagte ich und legte auf.
Ich log, aber ich fragte Mom trotzdem ob wir heute schon zurückfahren konnten und sie stimmte verwundert zu.
Ich habe hier nichts mehr zu suchen.
Vielleicht hat Nick recht, vielleicht sollte ich mich aufraffen.
Aber ich will und kann sie nicht vergessen oder verdrängen! Es geht einfach nicht! Sie ist der tollste Mensch der Welt!!! Sie war...
Ich kann es einfach nicht fassen.
Sie geht einfach so!
Ihr letzten Worte hallten in meinem Kopf:
Mia, ich werde dich immer lieben.
Du hast meinem Leben einen Sinn gegeben.
Als du nach Amerika gezogen bist, dachte ich das wars und dann bekam ich die Diagnose.
Wir waren füreinander bestimmt! Wir sind es immernoch.
Du wirst mein Gedanke sein bevor ich sterbe, damit ich dich nie vergessen werde.
Und ich hoffe du mich auch nicht.
Ich hab dich.... *piep*.
Das wars.
Sie war Tod.
Sie wollte mir sagen , dass sie mich lieb hat und dann starb sie!
Was ist das für eine Welt.
Am nächsten Tag machten wir uns dann Frühzeitig auf den Weg nach Hause.
Der Weg war ewig lang.
Von Deutschland nach Amerika...
,,Mia kann ich dich mal was fragen?", begann Mom ein Gespräch.
,,Klar".
,,Wieso isst du nichts mehr? Ich mache mir Sorgen", erzählte sie.
,, Ich kann nicht. ich kann es einfach nicht", das letzte mal als ich was gegessen hatte war Tage her.
,, Mia, ich weiß es geht dir schlecht. Sehr schlecht. Aber du musst wieder etwas essen", sie war den Tränen nahe.
,,Mom, ich kann einfach nicht", flüstere ich.
,,Okay dann tut es mir leid, aber dann musst du zum Psychotherapeuten", sagte sie fest entschlossen.
Ich seufzte und nickte. Sie hatte recht.
Vielleicht würde der mir helfen.
Zwei Tage später kamen wir zuhause an.
Ich schnappte mir meinen Koffer und stellte ihn in meinem Zimmer ab.
Dann setzte ich mich auf meine große Fensterbank und schaute aus dem Fenster.
Ich konnte den Strand sehen.
Ich entschloss mich dahin zu gehen.
Ich sprang von dem Balkon und rannte zum Strand.
Ich war froh dass der Balkon im 1. Obergeschoss war, sonst könnte ich nicht runter springen.
Ich kletterte auf sehr große Klippen ca 200 Meter von unserem Haus entfernt.
Ich setzte mich auf den glatten Stein.
Der leichte Wind ließ meine kurzen Haare wehen.
Ich legte mich mit dem Rücken auf den warmen Stein und schaute in den Himmel.
,,Nelly komm her", flüsterte ich.
Langsam wurde es Nacht.
Aber ich konnte nicht gehen.
Ich musste noch auf Nelly warten.
Ich hörte wie mein Familie nach mir rief, aber ich reagierte nicht.
Irgendwann musste ich eingeschlafen sein.
Als die Sonne gerade aufging, rannte ich zum Haus zurück und kletterte den Balkon hoch und legte mich ins Bett.
Mir fiel ein das ich Hausarrest hatte.
Am nächsten Morgen aß ich wieder nichts.
Plötzlich stürmte Mom in mein Zimmer, zog mich ins Badezimmer und kämmte meine Haare spritzte mir Wasser ins Gesicht.
,,Mom...mom was machst du da?", Rief ich.
Sie sagte nichts, sie schleppte mich ins Auto und fuhr mit mir irgendwo hin.
,,Mom!", Schrie ich verängstigt.
Was war mit ihr los!?
Wir parkten auf einem kleinen Parktplatz und Mom sagte:
,,Dich verdammt nochmal retten".
Wir setzten uns auf zwei Stühle und ein Psychotherapeut bat mich alleine in sein Behandlungszimmer.
,,Was ist los mia?", Fragte er besorgt, ,,ich weiß das du nicht darüber reden möchtest, aber ich versichere dir dass es dir bald gut gehen wird wenn du mit mir redest".
Und dann platze ich heraus mit allem was passiert war und zwar mit allem.
Auch das mit Nadine und dem Flyer, dass ich in Nick verliebt war, dass Nelly gestorben war und ihre Familie ein Ersatz für sie holen wollte.
Und er holte tief Luft und redete mir beruhigend zu, dass es einen Grund hatte wieso Nelly starb, einen Schicksalsgrund.
Und zwei Stunden später fühlte ich mich tatsächlich besser.
Doctor Martin redete noch kurz mit meiner Mom und sie machten einen neuen Termin aus.
Danach fuhren wir nach Hause und ich ging in mein Zimmer.
Am Abend aß ich wieder nichts und Mom seufzte.

Love can hurt sometimesWo Geschichten leben. Entdecke jetzt