Teil 31

1.5K 68 14
                                        

Alex P.o.v

Langsam komme ich zu mir und ich muss mich erst einmal orientieren, da ich nicht weiß wo ich bin.
Nachdem ich festgestellt habe, das ich zuhause auf dem Sofa liege, setzen auch langsam unangenehme Schmerzen in meinem Rücken und in meinem Kopf ein.
In der Küche höre ich geklimper.
Langsam richte ich mich auf und kann mir ein Stöhnen nicht verkneifen.

"Hey, na bist du wach?" Phil kommt aus der Küche gelaufen.
"Ja, mehr oder weniger schon" ich reibe mir mit meinen Händen durch mein Gesicht.
Meine Gedanken versuchen die gestrigen Geschehnisse zu sortieren und ich verspüre sofort den Drang, mich auf den Weg zu Thalia zu machen.
"Alex, alles okay?" Phil rüttelt an meiner Schulter.
Trotz dem vielen Schlaf, fühle ich mich nicht fit und mir tut jeder einzelne Knochen im Körper weh: "Ja, natürlich. Was soll sein?"
"Vielleicht sollten wir über gestern reden. Das war doch ziemlich heftig. Aber ich frag mich immer noch, warum du dich in Thalias Gegenwart so veränderst. Erzähl doch mal..." Phil will mich weiter zutexten, aber für soetwas habe ich überhaupt keinen Platz in meinem Kopf!
"Phil, alles gut. Momentan hab ich keine Zeit, muss los!" fertige ich ihn ab und stehe auf.
"Falls du vor hast in die Klinik zu gehen, vergiss es. Oli hat dir für heute Hausverbot erteilt!" ermahnt er mich sofort.
"Ist er mein Chef?" werfe ich in den Raum und mache mich auf den Weg ins Badezimmer.

Während des Zähneputzens ärgere ich mich über Oli.

Er kann mir nicht verbieten ins Krankenhaus zu gehen! Ich MUSS nach Thalia sehen, wenn sie was dummes anstellt... Ich will gar nicht darüber nachdenken! Diesmal darf ich nicht versagen!

Da ich absolut keine Lust auf Diskussionen habe, ziehe ich mir meine Laufklamotten an und gebe vor, joggen zu gehen.
"Alex, jetzt iss doch zuerst was und dann ruh dich mal aus! Stürz dich doch nicht von einem ins andere!" Phil wird schon mächtig sauer.
"Ja, das mach ich nachher, ok? Ich muss meinen Kopf freibekommen und will einfach raus!" ohne weitere Worte verlasse ich die WG und erfriere fast vor der Haustüre.

Vielleicht hätte ich doch eine lange Hose anziehen sollen.... naja zu spät, wird schon warm werden.

Ein eiskalter Wind fegt durch die Straßen und man kann den Atem in der Luft erkennen.
Ich jogge langsam Richtung Park und überlege wie ich es anstellen kann, unbemerkt zu Thalia zu kommen.
Logischerweise gar nicht, es kennt mich ja jeder.

Natürlich bemerke ich den Dackel vor meinen Füßen nicht, stolpere über ihn drüber und knalle mit voller Wucht auf den Boden.
Mit dem rechten Knie versuche ich mich aufzufangen, was eine richtig schlechte Idee ist!
Die Steinchen, des geschotterten Weges bohren sich tief in mein Knie, wodurch ich es vor lauter Schmerz anziehe und den Halt verliere.
Mit einem lauten "Rumps" knalle ich auf den Bauch.

Das darf doch nicht wahr sein! Was war denn das?

Am Boden muss ich mich erst kurz sammeln und versuche meine Schmerzen in Rücken, Bauch und Knie wegzuatmen.
"Ohje, brauchen Sie einen Krankenwagen? Es tut mir leid, mein Fritzi ist einfach stehen geblieben!" schnattert eine aufgeregte Frau neben mir.
Langsam aufrichtend versichere ich ihr, das alles in Ordnung ist und ich keinen Krankenwagen brauchen würde.
Mit Joggen ist es erst einmal vorbei und ich humpel zur Wache, da das näher als zuhause ist und ich dringend eine Schmerztablette brauche.
Mein Knie blutet vor sich hin und mein Rücken bringt mich fast um.

Tief durchatmend betrete ich die Wache und treffe auf einen verstörten Blick von Florian und Marion.
"Hi Leute, na wie läuft? Viel los?" ich will von meinem Anblick ablenken, aber das funktioniert nicht so optimal.
"Alex, was hast du gemacht?" Florian steht auf und kommt auf mich zu.
"Halb so wild! Solltest doch wissen, das es immer schlimmer aussieht als es ist! Hab beim joggen nen Hund übersehen und das ist das Resultat! Habt ihr noch irgendwo ne Schmerztablette rumfahren?" will ich gerne wissen.
"Weis grad nicht, aber lass Markus kurz drüber schauen, der müsste gleich kommen!"
"Flo ich bin selbst Arzt und kann das nachher zuhause versorgen okay. Ich brauch nur kurz eine Schmerztablette, dann bin ich wieder weg!" versuche ich ihn so schnell wie Möglich abzuwimmeln.
Marion ist dann so gut und bringt mir eine Schmerztablette, die ich trotz leerem Magen einschmeiße, da ich mich schnell aus dem Staub machen will bevor das Nef eintrifft.

Wenn deine Welt ihre Farben verliertWo Geschichten leben. Entdecke jetzt