Thalia
Verdammt...
Was mache ich denn jetzt?
Bleibe ich hier, muss ich mich mit diesem Mann rumschlagen und meine Zeit unnötig vergeuden.
Gehe ich zurück ins Internat, werde ich nachts sicherlich nicht mehr so einfach abhauen können.
Außerdem suchen diese drei Kerle nach mir und wenn die mich das nächste Mal in die Finger bekommen, werden die mich zu Hackfleisch bearbeiten.
Denk nach, Thalia....
Nachdem ich mich mindestens zwanzig Mal über das Bett gerollt, mir ein paar Mal das Kissen ins Gesicht gedrückt und mir die Vor- und Nachteile durch den Kopf habe gehen lassen, komme ich zu einem Entschluss.
Ehrlich gesagt gefällt mir keine der dargebotenen Optionen, doch eine Alternative gibt es nicht.
Zumindest nicht so lange ich noch Minderjährig bin.
Obwohl ich keine Lust habe mich weiterhin mit den Personen im Untergeschoss zu unterhalten, beglücke ich sie wieder mit meiner Anwesenheit und teile ihnen meine Entscheidung mit:
"Ich habe mich entschieden!"
Dieser Jack klopft auf das Sofa und bittet mich, neben ihm Platz zu nehmen, obwohl ich lieber auf der Treppe stehen bleiben würde.
Da ich mal nicht so sein will, komme ich seiner Aufforderung nach, setze mich aber mit großem Abstand zu ihm auf das Polstermöbel.
"Dann lass mal hören!", fordert er mich auf und verschafft mir somit volle Aufmerksamkeit:
"Ich würde gerne vorerst bei euch bleiben, wenn es möglich ist!"
In Alex' Gesicht erstrahlt sofort ein breites Lächeln.
Warum er sich dermaßen darüber freut, kann ich nicht verstehen.
Sein blödes Gegrinse steckt mich aber leider ebenfalls an und da ich einen Moment lang unachtsam bin, heben sich auch meine Mundwinkel.
"Gute Entscheidung, Thalia! Dann werde ich mich auf den Weg machen und mit der Internatsleiterin ein klein wenig Konversation betreiben. Je nachdem, wie alles klappt, besprechen wir heute Abend unser weiteres Vorgehen. Du denkst bitte an dein Versprechen und wirst nicht einfach abhauen. Kann man sich darauf verlassen?"
"Ja. Ehrenwort!", wenn man bedenkt, dass ich hier wohl mehr Freiheiten haben werde, als im Internat, dann will ich mich nicht so anstellen und auch mein Versprechen einhalten.
"Sehr gut. Also dann, wir sehen uns später. Hoffentlich mit guten Nachrichten. Alexander, kannst du mir bitte die Adresse von dem Internat geben?", erwartungsvoll wendet Jack seine Aufmerksamkeit Alex zu.
"Weißt du was? Ich komme mit. Der ärztliche Aspekt möchte schließlich auch erläutert werden. Vielleicht bringt uns die doppelt vertretene Argumentation ein Stück weiter!", der Notarzt springt voller Tatendrang auf und rennt schon fast nach draußen.
Jack muss sich beeilen, damit er Schritt halten kann und Alex nicht ohne ihn losfährt.
Kaum sind die beiden verschwunden, nimmt mich Phil für sich ein:
"Thalia, seit gestern interessiert mich brennend, ob du deine Verfolger gekannt hast. Haben sie dir gedroht oder warum haben sie dich ins Visier genommen?"
Im ersten Moment bin ich genervt, dass er dieses Thema auch noch breit trampeln muss, aber bei genauerer Überlegung fällt mir ein, das es auch ein Vorteil für mich sein könnte:
"Gekannt habe ich die drei nicht richtig, aber sie sind mir schon ein paar Mal über den Weg gelaufen. Die sind verantwortlich für Marc's und meine Verletzungen!"
Phil klappt fast der Unterkiefer auf den Boden:
"Bist du dir ganz sicher?"
"Ja. Sie haben es zugegeben und nach deren Geständnis habe ich mich auch wieder teilweise erinnert!"
"Dann gehen wir jetzt sofort aufs Revier! Dort kannst du eine Aussage machen und im Bestfall werden die drei dann auch geschnappt!", Phil springt, genau so wie Alex vorhin, vom Sofa auf und macht sich auf den Weg, um seine Schuhe anzuziehen.
"Ähm, ich will wirklich nicht meckern, aber SO will ich nicht unbedingt in der Öffentlichkeit herumlaufen!", man bedenke die viel zu große Männer Jogginghose und den ebenfalls drei Nummern zu großen Hoodie.
"Oh. Das ist mir jetzt irgendwie entfallen. Was machen wir denn jetzt?"
"Wir könnten schnell ins Internat fahren und mir ein paar meiner Klamotten besorgen. Wenn ich bei euch bleiben darf, brauche ich eh etwas zum anziehen!", das scheint mir die einzige Lösung zu sein und auch Phil ist mit diesem Vorschlag einverstanden:
"Okay, das machen wir. Na dann los. Schuhe an und dann ab die Post."
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Wenn deine Welt ihre Farben verliert
FanfictionThalia ist 17 Jahre alt und lebt in einem Internat. Sie führt ein Leben mit zwei Gesichtern. Tagsüber die liebe Internatsschülerin und nachts, auf ihren Streifzügen, die unberechenbare Rebellin (ihr wahres Ich). Der einzige Halt, der einzige Farbkle...
