Teil 10

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Thalia P.o.v.

Stürmisch kommt Jemand ins Badezimmer gerannt und bleibt vor mir stehen.
Keuchend und zitternd hebe ich meinen Kopf von meinen Knieen und bin erleichtert, das es Tabea ist.
Aufgeregt berichtet sie mir, das gleich ein Notarzt mit Sani, inklusive Frau Schwemmer, kommen werden um nach mir zu sehen.

Besorgniss steigt in mir auf.

Wie verstecke ich jetzt das blaue Auge?
GAR NICHT VERDAMMT!

Tabea nimmt mich kurz in den Arm:
"Hey Tai, hör mal. Ich weiß nicht was passiert ist, aber du musst es jetzt unbedingt verdrängen! Sonst musst du mit ins Krankenhaus so wie du aussiehst! Wir reden nachher darüber, wenn du möchtest okay? Hör zu, ich hab mir folgendes überlegt...." danach rattert sie mir ihre zusammengestückelte Lüge runter und ich hoffe das ich mir das alles mit meiner Matschbirne merken kann.

Ich versuche sie dankend anzulächeln, das ich dabei auf ganzer Strecke versage, zeigt mir ihr mitleidiger Blick.

Ruckartig steht sie wieder auf und rennt aus dem Zimmer.
Ich höre wie sie ihr Nachtschränkchen aufreisst, darin rumwühlt und es danach wieder schließt.
Kurz darauf Schritte.....
Wieder höre ich das aufreißen einer Schublade und wie etwas hineingeworfen wird.

Meinen Kopf lege ich langsam wieder auf meinen Knien ab, da zu meinen starken Kopfschmerzen und meiner Übelkeit plötzlich starker Schwindel einsetzt.

Die Badezimmertüre wird zugeknallt, was mich stark zusammenzucken ließ.

AUTSCH....

Meine Gedanken schweifen wieder zu Marc ab und ich rutsche wieder total in meinen Heulkrampf und dem kräftezehrenden Schluchzen ab.

Vor der Türe nehme ich Stimmen wahr, kann aber keine genauen Worte verstehen.
Innerlich steigert sich jetzt wieder meine Panik, vor dem was kommt.

Kann ich mich nicht einfach in Luft auflösen?

Die Türe wird aufgerissen und Tabea kommt angesäuert auf mich zu, nachdem sie die Türe mit aller Kraft zugeschmettert hat.
"Los, anziehen! Nimm deine Arme hoch" gibt sie mir hastig Anweisungen.
Ich strecke zögerlich meine Hände in Richtung Zimmerdecke und Tabea zieht mir nicht gerade zimperlich, den großen Hoodie über den Kopf und die Arme.
"So, jetzt die Hose...Tai, ich weiß dir geht es echt mies, aber wenn du jetzt nicht halbnackt und mit sichtbarer blutglänzender Wade hier untersucht werden willst, dann musst du schon ein wenig mithelfen!" fordert sie mich mit zittriger und hektischer Stimme dazu auf, aufzustehen.
Sie packt meine Handgelenke und zieht mich nach vorne, damit ich leichter aufstehen kann.

Boah, gar nicht gut! Überhaupt nicht gut!

Ein Schluchzen meinerseits...
"Nein!" sage ich mit lauter Stimme.
"Thalia mach jetzt!" faucht Tabea mich an und zieht mich komplett auf die Beine.
Sie hilft mir in die Jogginghose zu kommen, die zum Glück so weit geschnitten ist, das sie nicht an meiner verletzten Wade anliegt.

Langsam lasse ich mich wieder an der Wand hinter mir fallen und gleite schnurstracks hinunter auf den Boden.

"Wir sind fertig, denk dran was ich dir gesagt habe! Ich geh jetzt da raus und lass die jetzt rein" kommt es von Tabea mit trauriger Stimme.
"Die sollen abhauen!" bahnt es sich von meiner trockenen Kehle hinauf in den Mund.
Darauf bekomme ich keine Antwort, doch ich weis selbst das ich da nicht mehr drumrum komme.
Mit letzter Kraft hebe ich meinen Kopf und bringe ein lautstarkes "Ich will das nicht!" heraus.
Tabea verlässt den Raum.

Mein Kopf senkt sich wieder auf meine Knie und ich umschlinge meine Beine so fest ich kann.

Abermals öffnet sich die Türe und schwere Schritte treten auf mich zu.
Ein leises klicken verrät mir, das die Türe auch wieder geschlossen wird.

Wenn deine Welt ihre Farben verliertWo Geschichten leben. Entdecke jetzt