Heeere we go!
Dieses Kapitel tut weh, einige weitere, die hierauf folgen, auch. Aber hey, dafür seid ihr doch hierher gekommen ;)
<3
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"I tear my heart open, I sew myself shut - My weakness is that I care too much - And my scars remind me that the past is real"
Papa Roach - Scars
„Sechs Pfund müssen aber noch runter, wenn du dieses Kleid nimmst. Sehr hübsch. Du wirst deine Haare vorne zurückstecken, Locken werden gut aussehen. Auch wenn Blond besser passen würde. Dieses dunkle Braun...du solltest auch nicht so viel in die Sonne gehen. Du vergisst schließlich immer den Sonnenschutz. Warum machst du eigentlich nie das, was man dir sagt, Schatz?"
Megan stand vor dem Ganzkörperspiegel des Vera-Wang-Shops und schien immer kleiner werden zwischen den Kleiderständern. Starrte sich selbst an, die Augenringe, das weiße Spitzenkleid, das ihr bis zu den Knien ging. Die Verkäuferin zupfte die Schulterpartie zu Recht, während ihre Mutter mit kritischem Blick daneben stand.
„Entschuldige.", antwortete Megan nur leise. Was sollte sie auch sonst sagen. Ihr Magen verkrampfte sich, während die Verkäuferin zurücktrat und sich neben ihre Mutter stellte. Ebenfalls einen prüfenden Blick auflegte und Megan an sich halten musste, nicht einfach den ganzen Laden zusammen zu schreien. Zu schreien, bis niemand mehr da war, bis all die Wut auf Chester verraucht war, bis keine verletzten Gefühle mehr übrig waren.
Doch so senkte sie nur den Kopf, als ihre Mutter eine Augenbraue hob.
„Wir nehmen es. In knappen fünf Wochen sollte es ja wohl möglich sein, sechs Pfund zu verlieren. Megan?"
„Natürlich, Mom."
Sie zog den Vorhang der Umkleide hinter sich zu und biss sich auf die Unterlippe. Hart, bis sie Blut schmeckte. Dann öffnete sie den Reisverschluss des Kleides und zog es aus. Sah sich im weichen Licht im Spiegel an und strich sich über den Bauch. Ihre Mutter hatte noch immer keine Ahnung von dem Piercing. Und ihr Bauch war flach.
Sie schlüpfte in ihre weiße Leinenhose und ging mit dem Kleid vor zur Kasse. Ihre Mutter hatte schon die Kreditkarte gezückt.
„...Schlimm ist das. Immer dieses ungesunde Schulessen. Ich esse unter der Woche nur Salat, schadet mir das etwa? Kein Wunder, dass die Mädchen heute alle so schnell dick werden. Dieses Überangebot an Kalorienbomben...Ah, Schatz. Wir brauchen noch ein Paar Schuhe."
Als sie den exquisiten Laden verließen und das nächste Schuhgeschäft anvisierten, kam ihnen eine Gruppe Jugendlicher entgegen und Megan fragte sich, womit sie das alles verdient hatte. Konnte sie denn wirklich nie in die Stadt, ohne auf Menschen zu treffen, die sie kannte? Phoenix gehörte zu den größten Städten ganz Amerikas, und doch schien es praktisch unmöglich, einmal unbehelligt über die Straße zu gehen.
Sie senkte den Kopf in der Hoffnung, dass Josh, Benji und Caroline sie nicht erkennen würden. Was sie natürlich trotzdem taten.
„Megan?"
Nein. Sie war momentan definitiv nicht in der Verfassung, sich auch noch mit Josh auseinander zu setzen. Sie konnte es einfach nicht.
„Wer ist das denn?", fragte ihre Mutter und blieb stehen, was Megan zwangsläufig ebenfalls anhalten ließ.
„Schulfreunde.", murmelte sie leise und hob schlussendlich den Blick.
„Hey, Megan! Alles klar?", fragte Caroline „Guten Tag, Mrs Perks. Schön, Sie kennen zu lernen, ich bin Caroline. Megan und ich haben einige Kurse zusammen. Das sind Josh und Benji."
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Pushing me away (Chester Bennington)
Fanfiction1994. Die sechzehnjährige Megan zieht nach der Scheidung ihrer Eltern von Wisconsin nach Arizona. Auf der Greenway Highschool findet sie schnell neue Freunde, lernt jedoch auch den schweigsamen Chester kennen, der von allen anderen gemieden wird. Ei...