6. Coole Gespräche

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Einen wunderbaren Start in die neue Woche!

Fangen wir doch mal mit einem erfreulichen Thema an: Eure LP-Lieblingssongs! Welche sind es?

So lange gibt es immerhin mal ein richtiges Gespräch zwischen Megan und Chester. Wenn auch ein sehr vorsichtiges...

<3

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"If I gave you the truth, would it keep you alive? - Though I'm closer to wrong - I'm no further from right - And now I'm convinced on the inside that something's wrong with me - Convinced on the inside, you're so much more than me"

Seether - Truth

Für Megan war die Party bei Alissa nach diesem Vorfall gelaufen. Sie war sauer auf Josh, weil dieser sich so hatte provozieren lassen, und der Schreck saß ihr noch ziemlich in den Knochen.

„Megan, ohne Scheiß, rede nicht mit solchen Wichsern! Deine Eltern würden dir die Hölle heiß machen, wenn sie wüssten, was für einen Umgang du hast.", hatte Josh geknurrt, als Megan mit zusammengepressten Lippen den Wagen zurück zur Party gelenkt hatte.

„Umgang?! Ich kann mich nicht daran erinnern, ihn eingeladen zu haben, sich mit mir zu unterhalten!"

Megans Hände hatten das Lenkrad so fest umklammert, dass die Knöchel weiß hervortraten.

„Also hat er dich zum zweiten Mal einfach so angesprochen?"

„Denkst du, ich gehe zu so einem rüber und frag ihn nach der Uhrzeit?!"

Josh schwieg daraufhin. Das Radio war ausgeblieben und so war nur das leise Surren des Motors zu hören.

„Du hättest dich von ihm nicht so provozieren lassen dürfen. Er hat es doch darauf angelegt.", sagte Megan schließlich leise.

„Irgendjemand muss diesen Penner ja mal in seine Schranken weisen. Der denkt, er kann sich alles rausnehmen. Weißt du, was der von Beruf ist? Tätowierer. Das sagt doch wohl alles."

Tätowierer...Chester hatte Tattoos. Ob er sich die von Sean hatte stechen lassen? Das würde erklären, weshalb er als unter 18 Jähriger schon die bunten Bilder unter der Haut tragen konnte.

„Trotzdem. Es hätte sonst was passieren können. Mach das bitte nie wieder."

Sie drehte sich zu Josh um, der grimmig aus der Frontscheibe sah. Doch nach Megans Worten glätteten sich seine Gesichtszüge.

„Wenn dich solcher Abschaum anmacht, werde ich immer dazwischen gehen, Meg. Typen wie er sollen weiter im Dreck kriechen, aber Menschen wie uns in Ruhe lassen. Wir sind doch eine ganz andere Klasse als der. Das sollte er respektieren."

Megan wagte zu bezweifeln, dass Sean das genauso sah. Und Josh's Blick, den er ihr nun zuwarf, gefiel ihr auch nicht. Überraschenderweise genauso wenig wie der, mit dem Sean sie bedacht hatte. Auch wenn sich das natürlich nicht vergleichen ließ.


Sie war nach diesem Vorfall früh gegangen, hatte am Samstag mit ihrer Mutter gefrühstückt und das erste längere Gespräch mit ihr geführt, seit sie hergezogen waren. Sue Perks war begeistert von Megans neuen Freunden und ihrer Kursauswahl und berichtete Megan dann von einem Klavierlehrer, den sie in der örtlichen Musikschule engagiert hatte. Jeden Dienstagnachmittag würde sie nun bei Mr. Clark Stunden nehmen, direkt nach dem Buchclub.

Dann räumten sie gemeinsam die letzten Kartons aus und gingen daraufhin einkaufen. Zu Megans Erleichterung stand diesmal kein altes Auto mit jugendlichen Insassen auf dem Parkplatz. Ab jetzt würde sie sich allein wahrscheinlich kaum noch aus dem Haus trauen, wenn die Sonne erst mal untergegangen war. Sean hatte zwar gesagt, er würde warten, bis sie freiwillig kam, aber was Sean unter ‚freiwillig' verstand, wollte sie nicht unbedingt austesten.

Pushing me away (Chester Bennington)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt