Das vorletzte Kapitel vor dem großen Cut...
Ich wollte mich kurz entschuldigen, dass ich aktuell nicht auf eure Kommentare antworten, ich komme aktuell einfach zu nichts aber ich freue mich sehr über sie und in den nächsten Tagen habe ich auch wieder etwas mehr Zeit :)
<3
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"You take the breath right out of me - You left a hole where my heart should be - You got to fight just to make it through - Cause I will be the death of you"
Breaking Benjamin – Breath
"Wo'sn dein Dad?", flüsterte Megan, als sie vor dem Bennington'schen Haushalt hielten.
Sie hatten auf der Fahrt hierher drei Stopps einlegen müssen, bei denen Megan sich auf den Seitenstreifen der Straße erbrochen hatte. Chester hatte jedes Mal nur die Augen verdreht und geduldig gewartet, bis Megan zurück in das Auto gekrochen kam und ihm signalisierte, dass er wieder anfahren konnte. Doch mit jedem Mal ging es Megan besser, und schließlich spuckte sie nur noch Magensäure, was im Gegensatz zu vorher beinahe eine Wohltat war.
„Keine Ahnung. Bei ner Nutte, vielleicht. Er geht oft zu Nutten."
„Zu Po...Prostituierten?"
In Megans Mund fühlte es sich an wie Buchstabensalat, aber sie traute sich wieder, laut zu sprechen.
„Nenn's, wie du willst. Komm erst mal mit ins Bad, du riechst wie eine Kneipe."
„Wie das Lighters?", fragte Megan kichernd, während Chester die Tür aufschloss und sie in das dunkle, ungelüftete Haus treten ließ.
„Ziemlich genau so.", antwortete er und knipste die nackte Glühbirne an, die über ihren Köpfen hing.
„Dann ist es übel. Tut mir leid."
„Vergiss es."
Sie gingen vorbei an der nun leeren Couch, neben der sich alte Pizzakartons, Teller, Aschenbecher und Bierdosen stapelten. Der Geruch allein bescherte Megan eine weitere Übelkeitswelle, doch sie unterdrückte den Würgreflex und sah angestrengt auf den fleckigen Teppich unter ihren Füßen. Während sie zielsicher in Richtung Bad ging, suchte Chester zwischen all den leeren Dosen eine noch nicht angebrochene und wurde fündig. In der Küche rauschte der Wasserhahn, dann stand er wieder neben Megan, die sich auf den gesprungenen Klodeckel gesetzt hatte und den Kopf in den Händen hielt.
„Geht's besser?", fragte er und lehnte sich an den Türrahmen.
„Mhm", brummte Megan „Geht es einem nach dem Trinken immer so? Warum um Himmels Willen macht man es dann?"
„Weil man sich normalerweise nicht alles auf einmal hinter die Binde kippt, sodass man noch die Möglichkeit hat, den Rausch mitzunehmen. Hier, trink."
Müde nippte Megan an dem Wasser. Es fühlte sich gut an, etwas anderes als seinen Mageninhalt zu schmecken.
„Ich will schlafen."
„Klar. Komm mit."
Seufzend erhob sie sich wieder von ihrem Sitz und folgte Chester über den kleinen Flur zu seinem Zimmer. Es sah noch beinahe genau so aus, wie beim letzten Mal, als sie hier gewesen war. Sie streifte sich die Turnschuhe von den Füßen und hätte dabei im Stehen einschlafen können.
Im Nachhinein konnte sie sich nicht mehr genau an diese Nacht erinnern. Wie es dazu gekommen war, dass sie und Chester sich geküsst hatten. Zum zweiten Mal. Wenn sie später darüber nachdachte, wurde ihr beinahe schlecht. Es war nicht mehr nur Sam, die betrogen wurde. Es waren Sam und ein Baby. Ein Baby, auf das Chester sich freute. Wer hatte angefangen? War sie es gewesen? Sie wusste es nicht mehr. Nur Momentaufnahmen waren ihr erhalten geblieben, Chesters kühle Hand in ihrem Nacken, ein Körper, der an ihren gepresst war. Kleidung, die zu Boden fiel. Das Bett, das so sehr nach Chester roch, beinahe so sehr wie er selbst. Der Sex selbst war verschwommen. So hatte sie sich ihr erstes Mal nicht vorgestellt – betrunken, mit einem vergebenen Jungen, in einem Zimmer eines maroden Hauses. Sie war sich ziemlich sicher, dass sie nicht gekommen war – denn daran würde sie sich ja wohl erinnern, oder?! – aber an Chesters warmer Haut auf ihrer, die unkoordinierten Küsse, das leise Stöhnen...daran erinnerte sie sich. Sehr gut. Besser, als ihr lieb war.
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Pushing me away (Chester Bennington)
Fanfiction1994. Die sechzehnjährige Megan zieht nach der Scheidung ihrer Eltern von Wisconsin nach Arizona. Auf der Greenway Highschool findet sie schnell neue Freunde, lernt jedoch auch den schweigsamen Chester kennen, der von allen anderen gemieden wird. Ei...