Ich mags, wie die Rollen der beiden jetzt vertauscht sind. Same same but different.
Ich glaube übrigens, dass wir bei etwa 40 Kapiteln rauskommen - mal schauen, was die Muse noch so vorhat :D
<3
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„And I cannot explain to you - In anything I say, or do, or plan - Fear is not afraid of you - But guilt's a language you can understand"
Linkin Park – In Between
Chester war nüchtern geblieben – oder jedenfalls hatte er nichts Alkoholisches bei ihr oder ihren Kollegen bestellt. Megan hatte versucht, die gut gelaunte Truppe von Tisch 3 zu ignorieren, so gut es ging, und war kläglich gescheitert. Immer wieder war ihr Blick zu den Männern gewandert, die scheinbar einen entspannten Abend miteinander verbrachten, auch wenn sie nur noch zwei Mal bei ihnen vorbei geschaut hatte. Ihr Unbehagen wuchs, bis sie irgendwann in den Mitarbeiterbereich flüchtete und sich an die Wand des kleinen Flurs presste. Sie starrte auf die Pinnwand, an der der Dienstplan hing, die wichtigen Telefonnummern, Fotos und Postkarten der Mitarbeiter und Stammgäste...Sie atmete tief ein und aus. Sie war keine 16 mehr, und auch keine 18 oder 21. Drogen oder zwielichtige Gestalten, Gewalt und Unsicherheit spielten in ihrem Leben keine Rolle mehr. Einsamkeit, Selbstzweifel, Zukunftsängste – die gab es immer noch, aber damit kam sie klar. Denn auf der anderen Seite hatte sie nun ein stabiles Umfeld, Freunde, ihre Bar...und Katy.
„Ich weiß wirklich nicht, ob das gut ist, mit deinem Daddy.", flüsterte sie, und durch die lauten Geräusche, die durch die Metalltür aus dem Schankraum in den Flur drangen, hörte sie sich beinahe selbst nicht. „Aber ich mache mir immer noch Sorgen um ihn. Kannst du dir das vorstellen? Nach all den Jahren? Du weißt ja, ich habe wirklich genug eigene Themen...und ich hab verdammt noch mal Angst. Deine Mommy ist ein Schisser, was soll ich sagen."
Sie legte eine Hand auf ihre Brust und atmete tief ein und aus, versuchte, alle Gedanken und Gefühle auszublenden und sagte sich ihr Mantra auf, das ihr ein verkappter Therapeut, bei dem sie vor ein paar Jahren für einige Wochen gewohnt hatte, einmal beigebracht hatte. Jetzt, in diesem Moment, geht es mir gut. Jetzt gerade ist alles in Ordnung. Was kommt, kommt. Aber jetzt gerade geht es mir gut. Jetzt gerade stand sie in ihrer Bar, ihre Freunde waren auf der anderen Seite dieser Tür, sie war in keiner Gefahrensituation. Ihr war warm, sie war sicher. Jetzt gerade geht es mir gut. Die Vergangenheit lag hinter ihr und war unabänderlich, die Zukunft lag vor ihr und war unvorhersehbar. Draußen saß Chester, aber er war ein eigenständiger, erwachsener Mensch, der für sich selbst verantwortlich war. Sie war für niemanden verantwortlich, außer sich selbst, und aktuell bekam sie das sogar ziemlich gut hin. Jetzt gerade -
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als sich die Tür öffnete und Aiden in den Flur kam, einen Kasten leerer Jack-Daniels-Flaschen in der Hand.
„Alles okay bei dir?", fragte er und stellte den Kasten neben dem Hinterausgang ab. Dann nahm er das Handtuch von seiner Schulter und rieb sich damit über die Hände.
„Klar, musste nur mal kurz verschnaufen."
Aiden musterte sie. Megan brauchte keine Verschnaufpausen, im Gegenteil, sie wies andere darauf hin, kürzer zu treten, während sie selbst rotierte. Doch er kannte seine Chefin und wusste, dass sie nur selten und sehr ungern über sich selbst sprach.
„Die Jungs von Tisch 3 haben nach dir gefragt. Sagten, ihr wärt alte Freunde. Stimmt das, oder soll ich sie rauswerfen?"
Megan lächelte, trotz aller Sorgen. Aiden war Gold wert.
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Pushing me away (Chester Bennington)
Fanfiction1994. Die sechzehnjährige Megan zieht nach der Scheidung ihrer Eltern von Wisconsin nach Arizona. Auf der Greenway Highschool findet sie schnell neue Freunde, lernt jedoch auch den schweigsamen Chester kennen, der von allen anderen gemieden wird. Ei...