My Dears,
wir sind schon bei Kapitel sieben...was sagt ihr denn, ist Chester eigentlich auf eine verdrehte Art irgendwie sympathisch? Könnt ihr Megans Interesse nachvollziehen? Was glaubt ihr, wie es weitergehen wird?
Ich bin gespannt auf eure Antworten...
<3
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"I fear who I am becoming - I feel that I am losing the struggle within - I can no longer restrain it - My strength, it is fading - I have to give in"
Within Temptation – It's the fear
„Ich geh mal kurz raus an die frische Luft, kommst du mit?"
„Nee, ich wollte noch mal tanzen gehen."
Megan seufzte. Es war offensichtlich – Missy war nicht gut auf sie zu sprechen. Und Megan wusste auch genau, wieso.
Schon den ganzen Abend über machte Josh ihr mehr oder weniger offensichtlich Avancen, vor denen Megan sich kaum retten konnte. Wollte sie sich etwas von der alkoholfreien, giftgrünen Bowle holen, war es Josh, der ihr grinsend einen Becher reichte. Ging sie tanzen, traf sie zufällig Josh auf der Tanzfläche. Setzte sie sich an einen der runden Tische, um mal kurz Pause zu machen, saß Josh plötzlich neben ihr und fragte, ob alles okay war.
Megan war genervt, Missy war sauer. Von Caroline hatte Megan erfahren, dass sich Missy vor ihrer Ankunft Chancen bei dem blonden Schulschwarm ausgerechnet hatte. Und nun war sie offensichtlich nicht begeistert, dass Megan ihr die Show stahl.
Und jetzt ließ Missy sie einfach in der bunt geschmückten Turnhalle stehen, neben den flackernden Kürbisfratzen und den Totenkopf-Girlanden. Tatsächlich schien die gesamte Schülerschaft gekommen zu sein, es war unübersichtlich und laut.
Megan seufzte und rückte ihre schwarzen Feenflügel zurecht, deren Träger unter den Armen unangenehm kniffen. Würde sie eben alleine raus gehen. Wenigstens hatte Josh noch nicht mitbekommen, dass sie eine Auszeit brauchte.
Sie steckte sich ihren Feenstab in den Hosenbund, nahm ihren Bowlebecher von einem der Stehtische und drängelte sich auf den Vorplatz der Turnhalle durch. Hier standen nur wenige Partygäste. Die Nacht war lau und wenn sich die Tür erst einmal hinter einem geschlossen hatte, war die laute Musik kaum noch zu hören. Stattdessen schallten irgendwo vom dunklen Parkplatz Gitarrenklänge herüber.
Megan schloss müde die Augen. Sie vermisste ihre Freunde. Sie hatten Halloween immer gemeinsam gefeiert. Letztes Jahr hatte ihre Mutter ihr ein Ballerina-Kostüm gekauft. Megan wäre zwar lieber als Rockerin gegangen, wie ein Teil ihrer Freundinnen auch, aber Sue Perks war dagegen gewesen. Also Ballerina. Dieses Jahr dagegen hatte sie Halloween beinahe vergessen, und morgen würde sie mal wieder auf ein Geschäftsessen gehen. Eigentlich könnte Megan sich auch einfach eine eigene Wohnung nehmen. Es würde keinen Unterschied machen.
Abrupt öffnete sie die Augen wieder, weil sie plötzlich das Gefühl hatte, nicht mehr allein zu sein. Wenn jetzt schon wieder Josh neben ihr saß, dann würde sie –
„Na, was hab ich gesagt, Süße? Wenn du das nächste Mal nachts allein unterwegs bist..."
Sean ließ sich breit grinsend neben ihr auf die Bank fallen und sofort rückte Megan ein Stück ab.
„Wer verfolgt hier jetzt wen?", fragte sie bissig und sah dann wieder hinunter auf den Kies zu ihren Füßen. Verrückterweise stellte sie fest, dass der Gedanke, dass es ‚nur' Sean und nicht Josh war, der sie da jetzt belustigt musterte, irgendwie erleichternd war. Aber andererseits wusste sie mittlerweile, dass Sean nicht über sie herfallen und ausrauben würde. Dazu hatte er jetzt zwei Mal die Gelegenheit gehabt, da würde er es sich jetzt nicht plötzlich anders überlegen. Hoffentlich.
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Pushing me away (Chester Bennington)
Fanfic1994. Die sechzehnjährige Megan zieht nach der Scheidung ihrer Eltern von Wisconsin nach Arizona. Auf der Greenway Highschool findet sie schnell neue Freunde, lernt jedoch auch den schweigsamen Chester kennen, der von allen anderen gemieden wird. Ei...