Am Ende der Stunde hatte ich eine grobe Skizze von meiner Landschaftszeichnung, während alle anderen schon so gut wie fertig waren.
Sophie und ich packten unsere Sachen, als so gut wie alle schon aus dem Raum verschwunden waren. Lediglich wir und Zack sowie sein Kumpel waren noch hier.
Gerade als ich Sophie fragen wollte, ob sie auch soweit ist, griff Zack nach ihr und schlang seinen Arm um ihre Schulter. Sophie verzog das Gesicht und gab eine Art Grummeln ab, was Zack sofort mit einem bösen Blick quittierte.
Was hat er nur für ein Problem?!
„Hey ihr Süßen! Ich würde sagen, da wir jetzt frei haben, können wir ja zusammen was machen."
Das war ja nicht mal eine Frage, sondern eine Feststellung, die ich definitiv nicht akzeptieren werde.
Doch bevor ich weiter sprechen konnte, kam mir Zack erneut zuvor. „Stimmt doch, oder Sophie?!" Er betonte die letzten Worte und warf ihr einen bestimmenden Blick zu.
Was fällt diesem Kerl eigentlich ein?! Dass er es wagt, sie so unter Druck zu setzen und so mit ihr...
„J-ja? I-i-ich weiß n-nicht.."
Nervös fummelte sie an ihrem Oberteil herum und sah auf den Boden, vermied meinen oder den Blick von Zack.
Wütend schnaufte ich nun aus. „Nein."
Zack hob eine Augenbraue und sah mich überrascht an. „Nein?"
Mein Gott, ich komm mir wie in diesem Rapunzel-Film vor! Wenn er jetzt anfängt und singt „Mutter weiß mehr", schlag ich ihm ins Gesicht!
„Ja! Du hast richtig gehört! Nein! Sophie und ich wollen nicht!"
Überrascht und schon fast panisch sah mich Sophie an.
Zack lachte auf. „Mein kleine So-so kommt mit mir! Wenn du nicht willst, dann nicht, aber vielleicht kann So-so morgen nicht in die Schule. Wer weiß, was passiert."
Damit drehte er Sophie und sich um und lief zur Tür.
Hat er gerade gesagt, dass er ihr wehtun wird, wenn ich nicht mitkomme?
Sein Freund Simon, der so... zwinkerte mir zu und lief ihnen hinterher. Nein! Das lass ich nicht auf mir sitzen und wegen mir kommt niemand in Gefahr!!
Schnell lief ich hinter ihnen her und griff, im Flur angelangt, nach Sophies Hand.
Mit einem kräftigen, aber auch gezielten Ruck zog ich sie zurück und platzierte sie neben mir.
„Ich sagte Nein!! Bist du schwerhörig oder was?!"
Zack schnaufte genervt/wütend aus und starrte mich an. „Langsam gehst du mir auf die Nerven, kleine Aly!"
„Ich heiße Ayla und nicht Aly!!"
Zack verdrehte die Augen. „Ist auch egal! Sophie, komm!"
Er drehte sich um, ohne auf sie zu warten.
Unsicher trat Sophie einen Schritt von mir weg und sah mich gequält an.
Ich verstehe nicht, warum sie sich sowas gefallen lässt! Vor allem von so einem Idioten wie ihm!!
Mich packte Entschlossenheit.
Ich lasse nicht zu, dass er sie mitnimmt!!
Als Sophie meinen Blick erkennt, sieht sie mich schon fast flehend an, doch ich habe keine andere Wahl.
Natur habe ich schon, aber ich habe es ihr irgendwie ja auch versprochen.
„Was sollte das, du Idiot?!"
Meine Stimme hallte laut durch den Flur. Alle drehten sich fragend um, ebenso wie die Person, die ich gemeint hatte.
Zack.
„Sprichst du mit mir?"
Ich stieß laut die Luft aus. „Schwerhörig auch noch?"
Mit schnellen Schritten kam er auf mich zu und blieb kurz vor mir stehen. „Willst du Ärger, Kleine?!"
Mit einem Lächeln schüttelte ich den Kopf und trat ebenfalls provozierend einen Schritt näher. „Nein. Nur eine Entschuldigung für meine neue Freundin."
Der Junge lachte auf. „Wer denkst du, bist du?!"
Die anderen Jungs hinter ihm lachten ebenfalls.
„Scheinbar was Besseres als du." Meine Antwort war so plump wie erwartet, und wie erwartet gefiel sie ihm nicht.
„Du kleine..."
Er sprach nicht weiter, sondern hielt inne.
„Zack, lass uns verschwinden!"
Simon griff nach seiner Schulter. Erst zögerte der sogenannte Zack, doch dann stockte sein Atmen und er schien schon fast Panik zu haben. „Das ist noch nicht vorbei!!"
Damit verschwanden er und seine Meute.
Begeistert grinste ich meine Freundin an. „Es hat geklappt."
Doch ihr Blick war ganz und gar nicht begeistert. Langsam, als wäre es etwas Verbotenes, zeigte sie mit dem Finger auf etwas hinter mir. Ich drehte mich um und bereute es sofort.
Wie kann ein Mensch eine solche Präsenz haben?!
Grüne stachen in meine braunen und schienen bis in meine Seele zu blicken, doch ich konnte es nicht.
Der große Mann aus dem anderen Kunstraum stand vor mir und sah mich etwas finster an. Er war mir so nahe, dass ich seinen Duft von Wald und Aftershave wahrnahm.
Wie geht sowas?
Und was hat er, dass er so finster dreinschaut?
Warte! Was hab ich denn?
Mein Herz klopft wie verrückt und in meinem Bauch machte sich ein Kribbeln breit.
Diese Augen!
Er war so hypnotisierend!
Ich könnte ewig in seine Augen schauen.
„Hi, geht es dir gut?"
Etwas verwirrt löste ich meinen Blick von dem Mann vor mir und sah einen anderen rechts neben ihm an.
Bevor ich jedoch antworten konnte, wurde ich hochgehoben. Ein leiser Schrei kam über meine Lippen.
Der Schwarzhaarige mit den grünen Smaragden lief mit mir auf seiner Schulter los, ohne auf irgendwas von mir zu reagieren.
Ein seltsam wohliges Gefühl machte sich in mir breit durch unseren Hautkontakt, was mich verwirrte und ablenkte, um darauf zu reagieren, wie er gerade mit mir umgeht.
Erschrocken sah ich auf und blickte eine verwirrte Sophie an, sowie den anderen Mann, der ebenso verwirrt das Szenario beobachtete.
Als wir aus ihrer Sichtweite waren, wurde mir wieder bewusst, was hier passiert.
Ich schlug auf seinen Rücken. „Lass mich runter!!"
Ein Grummeln kam als Antwort.
Erneut schlug ich zu. „Du Riese!! Lass. Mich. Runter.!!!"
Erneut kam ein Grummeln.
Ich schnaufte wütend aus. „Kannst du auch was anderes außer grummeln?!"
Erneut ein Grummeln!!
Dieser Bär!!
Was stimmt denn nicht mit ihm?!
Ich fing an zu zappeln, was ihn wieder zum Grummeln brachte, doch ich hörte einfach nicht auf, trotz dass es sinnlos war.
Plötzlich ertönte ein lauter Schrei oder war es ein Knurren?!
Der Bär blieb stehen und starrte etwas vor sich an, was ich natürlich nicht sehen konnte, da ich genau in die andere Richtung sah.
Der Bär grummelte erneut, ließ mich dann jedoch runter.
Sofort baute ich einen Abstand zwischen uns auf, obwohl ich irgendwie seine Nähe angenehm fand, sein Blick jedoch lag nicht auf mir.
Ich folgte seinem Blick und zog erschrocken die Luft ein.
Mitten im Schulflur meiner neuen Schule, an meinem ersten verfickten Schultag, steht ein verfickter riesengroßer brauner Wolf!!!
Okay, das war zu viel verfickt! Aber so ist es!!
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1103 Wörter
Ein normaler Wolf?
Ein Werwolf?
Wer ist der Wolf?
Was will er?
Freund oder Feind?
Und der Mann der sie hoch hebt?
Was denkt ihr? Und habt ihr wünsche was passieren soll?
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What is a MATE?
Hombres LoboAyla ist ein ganz normales Mädchen. Achtzehn. Vater. Bruder. Nervendes Schulleben. Und beste Freunde die diese besser machen.... Naja wäre da nicht der Umzug... Neue Stadt. Neue Geheimnisse. Fragen über fragen. Lügen über lügen. Wird sie die G...
