Kapitel 11 🍏

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Ayla

„Ayla! Was hast du dir nur dabei gedacht?! Jetzt stehen wir schlecht da. Wir können uns keine Fehler erlauben! Sie sind die Letzte, die..."
Dad brach seinen Satz ab und seufzte. Er fuhr sich über die faltige Stirn und schloss für einen Moment die Augen.

„Es tut mir leid."
Er nickte, war auch nicht mehr in der Lage, noch mehr dazu zu sagen.
„Geh... geh einfach in dein Zimmer, ja?"
„Ok. Gute Nacht, Dad. Hab dich lieb."
Ein leichtes Lächeln legte sich auf seine Lippen und er sah wieder auf. „Gute Nacht, ich dich auch."

Ich ließ ihn zurück in seinem Büro und schloss die Tür. Leise schlich ich über den Flur in mein Zimmer.
Seufzend ließ ich mich auf mein Bett fallen.
Was für ein Tag!
Wieso passiert mir nur immer so was Dummes?

Aber dieser Apollo...
Irgendwas hatte er an sich... ich kann nicht definieren, was... abgesehen davon, dass ich oder mein Körper, meine Sinne... einfach alles komplett verrückt spielte.

Ich dachte bestimmt noch Stunden über den Tag nach, bis ich irgendwann traumlos einschlief.

—-

Ein Klingeln riss mich aus meinem Schlaf.
Stöhnend drückte ich auf mein Handy.
Ich hoffe, der Tag heute wird besser.

Keine peinlichen Dinge!
Kein Wolf!
Kein Apollo!
Und auch kein Zack!
Das wäre ein Traumtag.

Ich stieg unter die Dusche. Das heiße Wasser war herrlich für mich.
Fertig zog ich mir einen Pullover über, eine schwarze Jeans und lief nach unten.
Dad war heute scheinbar schon eher weg.
Ich fand einen Zettel im Kühlschrank, auf dem stand: Essen für die Arbeit.

Nur scheinbar hatte er es vergessen. Das war typisch für ihn.
Ich holte mir Orangensaft raus und trank einen Schluck.
Schnell machte ich mir und Koray etwas zu essen für die Schule und packte es in Dosen.
Als ich fertig war und es auch langsam Zeit war zu gehen, fehlte nur noch eins.

Koray.

Wo blieb er nur?
„Koray?! Bist du wach?!"
Es kam keine Antwort von oben.
Ich wartete noch fünf Minuten in der Hoffnung, er würde sich gerade schnell fertig machen, doch es kam immer noch nichts.
Genervt lief ich die Treppe hoch und stürmte in sein Zimmer.

„Koray! Steh auf!!"
Ein Grummeln kam von ihm. Er lag noch im Bett. Komplett in der Decke eingewickelt und ohne irgendwas fertig zu haben.
Dieser Blödmann!
Wütend zog ich ihm die Decke weg.
„Verdammt! Das ist unser zweiter Tag und wir kommen schon zu spät! Los, aufstehen!"

Er grummelte erneut und drehte sich von mir weg.
Da reichte es mir und ein winziger Faden riss.
Eine leise Stimme in meinem Kopf tauchte auf und flüsterte mir leise zu.
„Los, schmeiß ihn aus dem Bett und wenn er immer noch nicht will, trete ihn aus dem Bett!"

Oh wow! Das war etwas zu dramatisch. Obwohl... das Erste tat ich schließlich doch. Ich sprang aufs Bett und schubste ihn mit einem kräftigen Ruck aus dem Bett. Mit einem lauten Krachen und stöhnend landete Koray auf dem Boden.

„Was zum?! Ayla!!!"
Er sprang wütend auf und starrte mich mit dunklen Augen an. „Du..."
„Ich was?! Steh auf! Jetzt!"

Er schnaufte und lief murmelnd ins Badezimmer. Wenigstens hört er jetzt.
Nachdem ich noch länger warten musste, war Koray nach einer halben Stunde endlich fertig und wir waren zwanzig Minuten zu spät.

Ich ließ mich auf meinen Sitz fallen. Wir hatten wieder Mathe. Sophie saß neben mir, doch sie sagte kein Wort.
War sie etwa sauer auf mich?
Sollte ich nicht sauer auf sie sein?
Immerhin hat sie mir nichts gesagt und mich einfach so rausgeschmissen aus ihrem Auto.

Die zwei Stunden Mathe vergingen quälend lang. Dann hatten wir Sport.
In der Sporthalle traf ich plötzlich Koray.
„Hi. Was machst du hier?"
Überrascht sah er mich an. „Sport, du?"
„Auch."
Unsere Blicke trafen sich. Wir hatten den gleichen Gedanken und sagten gleichzeitig: „Bei Herr Bruns."

Uns beiden entwich ein belustigtes Lachen.
„Wenigstens haben wir ein Fach zusammen."
Koray nickte, doch dann veränderte sich seine Miene und er wurde ernst.
„Alles okay?"
Überrascht sah ich ihn an. „Ja, ja klar."
Seltsam.

Herr Bruns war sogar ein relativ junger Lehrer. Er stellte sich auf die Stufe zur Sporthalle.
„Okay, alle mal herhören! Ich bin Herr Bruns, die mich noch nicht kennen. Heute haben wir ein kleines Lehrerproblem, deshalb haben wir entschieden, dass wir die zwölfte und dreizehnte zusammen Sport machen lassen. Also, es wird etwas eng, aber zieht euch bitte schnell in den Umkleiden um und kommt dann wieder raus."

Kaum gesagt öffnete er die Tür und ließ uns in die Kabinen.
Ich zog mir einen engen Pullover über, der zwei Stoffbänder hatte und um meinen Bauch gebunden war und mehr nicht, dazu dann noch eine Sporthose, die ebenfalls realistisch eng anlag, und meine schwarzen Nike-Sportschuhe.

Fertig angezogen und natürlich mit einem Zopf trat ich wieder nach draußen. Plötzlich spürte ich ein Kribbeln in meinem Bauch und kaum dass ich mich versah, stand der Bär alias Apollo hinter mir.
Eine Gänsehaut zog sich über meinen Rücken.
Alleine seine Nähe war berauschend und doch zugleich beruhigend.
Wie geht so was?
Wie kann mich ein Mensch so fühlen lassen, den ich nicht einmal kenne?

Gerade als ich mich umdrehen wollte, ertönte mein Name.
„Ayla!"
Ich hob den Blick und sah Koray an. Er lächelte mich an, doch als er die Person hinter mir sah, verfinsterte sich seine Miene.

Das war das erste Mal, dass ich ihn so sah. Plötzlich veränderte sich meine Sicht auf meinen eigenen Bruder. Ihn umgab eine dunkle Aura. Es wirkte wie ein Wolfsschatten, der über ihm lag, und doch... einfach nur dunkel und unförmig.
Was ist das?!

Er trat einen Schritt vor. Plötzlich bewegte sich seine Aura auch. Ich erschreckte mich so sehr, dass ich einen Schritt zurücktrat und gegen den Bären stieß. Ein Stromschauer durchfuhr mich.
Erneut erschrak ich und drehte mich zu ihm um. Er schien ebenfalls diesen Schauer gespürt zu haben, denn er sah mich ebenso erschrocken an.

„Okay!"
Herr Bruns! Mein Retter!
„Da wir so viele sind, können wir nicht viel machen, also laufen wir einfach durch den Wald. Viele von euch kennen die Runde ja schon, die, die sie nicht kennen, halten sich an die anderen."

Na, das ist doch was Angenehmes. Ich war relativ sportlich. Zwar war ich nicht besonders gut in Leichtathletik, aber laufen konnte ich gut. Ich war immer die Schnellste bei uns aus dem Jahrgang. Dann wird das eine entspannte Stunde, wenn ich Apollo aus dem Weg ging und Koray nicht mehr diese Aura hatte.

Herr Bruns pfiff laut, was das Startsignal war, und alle rannten los.
Auf geht....

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1097 Wörter

What is a MATE? Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt