2. Farewell my love.....

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"Halloo....ist alles in Ordnung mit ihnen...?" fragte die Kassiererin besorgt.
Als sie das Ruckeln des Zeitschriftenregals gehört und von ihrem Stuhl aufgesprungen war, um nach der Ursache des Geräuschs zu schauen, blieb sie plötzlich unvermittelt dort am Ende des Gangs stehen.

"Bitte.....Frau Baader....so sagen sie doch......was.....ist.....?"

erschrocken betrachtete sie die alte Frau, die sich zitternd am Regal festhielt und der wahre Sturzbäche aus Tränen über ihr runzliges Gesicht liefen.

"Soll....soll ich einen Arzt rufen...?"

Sich noch immer an das Regal klammernd,.....schüttelte sie schnaufend ihren Kopf.

"Sonderbare Person....!" rümpfte eine der beiden Tratschtanten die neben der Kassiererin aufgetaucht war, abfällig ihre Nase.
"Aber wirklich. Kein Wunder....so als Waldschrat.....!" fügte die zweite im Bunde hinzu, die nicht alleine an der Kasse stehenbleiben wollte.

"Meine Damen....bitte...!" versuchte die freundliche Kassenkraft, die beiden von ihrem Aussichtspunkt wegzulocken....leider vergebens.

Erneut wollte sie bei der in Tränen aufgelösten Frau nachfragen, als diese plötzlich, mit einem halberstickten Wimmern, zwischen den Dreien hindurch stolperte und so schnell ihre Beine sie trugen, den Laden verließ.

Verwirrt blickte die nette Kassiererin ihr hinterher und rätselte darüber, was sie denn so aufgebracht hatte.

"Na so eine Frechheit...!" echauffierte sich die eine, der beiden neugierigen Kundinnen lautstark...

"Was ist....Waltraud...?"

erkundigte sich ihre "Kollegin" und stierte der Davoneilenden hinterher.

"Der Waldschrat hat die Zeitung gestohlen!" rief die Gefragte aufgebracht, während die Kassiererin, Augenrollend mit ihrem Kopf schüttelte.

*******

Atemlos keuchend saß die alte Frau derweil hinterm Steuer ihres Wagens,...ihre vom Rheuma schmerzenden Finger krallten sich um das rissige Leder des Lenkrades, aber sie spürte diesen Schmerz nicht, denn der wurde von dem Schmerz in ihrem Herzen, bei weitem übertroffen.

-Weg hier! Nur weg hier!!!-

dachte sie und gab Gas als der Wagen nach dem dritten, panischen Startversuch endlich ansprang.

Mit quietschenden Reifen und einer dicken, dunklen Wolke die dabei aus ihrem Auspuff schoß, raste sie davon.
Nahezu blind vor Tränen, grenzte es an ein Wunder das sie unbeschadet und auch ohne andere zu schaden, aus dem Dorf herausfand, um dann nach wenigen Metern auf der Landstraße, plötzlich eine Vollbremsung zu machen und stehenzubleiben.

Vornübergebeugt stieß sie immer wieder ihre Stirn gegen das Steuer, während sie bitterlich weinte und

sich selbst verfluchte.
Sich selbst verfluchte,....

weil sie so viele Fehler in ihrem Leben begangen hatte...

weil so viel Zeit sinnlos vergangen war...

weil sie einfach zu feige gewesen war, ihr ganzes jämmerliches Leben lang....

.......und nun?
Nun war es zu spät!!
Zu spät für ein klärendes Gespräch,....
Zu spät um Vergebung zu bitten,...
Zu spät um sie noch ein letztes Mal zu sehen....

Mit einem herzzerreißenden Aufseufzen, stieß sie sich vom Lenkrad zurück und wandte ihren Blick zum Beifahrersitz, wo noch die Zeitung lag, die sie in ihrer Hast einfach mitgenommen hatte....oder wie die eine Kundin ihr hinterher rief,...gestohlen hatte.
Gestohlen...?
Ein Akt der ihr keineswegs fremd war, aber dieses Mal war es keine Absicht gewesen,....und für einen kurzen Moment fühlte sie sich sogar schlecht deswegen, nach all der Freundlichkeit die ihr von der netten Kassiererin entgegengebracht worden war und an deren Namen sie sich noch nicht einmal erinnern konnte,...aber dann wiederum, war es nur eine weitere Verfehlung von, so vielen Verfehlungen in ihrem Leben und dementsprechend, egal.

Amor Celeste BAND 14 (Karma Teil 1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt