Denver
"Du wirst mir doch sicher gleich die Spielregeln erklären", ratet Loki, als Thor seine Fesseln auf meinen Befehl hin löst. Ich zucke nur mit der linken Schulter und drehe mich zum Gehen um.
Auf dem ganzen Weg durch den Bunker folgen mir zwei Paar schwere Schritte. Erst als ich vor einem Fenster, das den Wald außerhalb des Bunkers zeigt, bleibe ich stehen.
"Ich wüsste nicht, was ich für Regeln nennen sollte", erwidere ich, während ich aus dem Fenster und von Loki wegsehe. Mir ist wohl bewusst, dass das ein riskantes Manöver ist. Aber ich habe genug Menschenkenntnisse und Interpretationserfahrung um sein verhalten durchschauen zu können.
Loki will Thor beeindrucken, wenn nicht sogar ebenbürtig sein. Sie sind beide zusammen aufgewachsen und durch Alik habe ich erfahren, dass Loki schon früh nur seinem Bruder gefallen wollte. Sie sind Brüder. Sie würden im Geheimen alles für einander tun.
"Aber du willst etwas von mir", fährt Loki fort und lenkt meine Aufmerksamkeit wieder auf sich.
"Da hast du Recht. Ich brauche deine Fähigkeiten, Leute zu täuschen. Und ich lege jetzt schon die Karten offen hin. Ich würde sehr wahrscheinlich sterben, wenn du dich entscheiden solltest, mir nicht helfen zu wollen", spreche ich leise, noch immer ohne ihn anzusehen.
"Ist das wirklich klug, mir das zu sagen? Immerhin könnte ich doch genau das ausnutzen?", grinst Loki spöttisch. Ich nicke leicht und sehe zu, wie die Bäume im Wind hin und her wiegen.
"Wenn du mir vertrauen sollst, muss ich auch dir vertrauen. Und das geht nur, wenn du alle Einzelheiten kennst, damit keine Geheimnisse dieses Vertrauen zerstören können." Um meine Worte zu unterstreichen drehe ich mich nun zu ihm um und sehe ihn direkt an.
Loki hebt seinen Kopf als würde er etwas erkennen. Ich bleibe ruhig und vermittle ihm das Gefühl mich durchschauen zu können. Er ist ein Narzisst und muss so unbedingt das Gefühl haben die Kontrolle zu besitzen. Damit werde ich ihn auch kontrollieren können.
"Für wen tust du das? Niemand würde solch einen Deal eingehen, wenn nur das eigene Ego auf dem Spiel stehen würde", meint er dann grinsend. Ich schenke ihm ein trauriges Lächeln und mache einen weiteren Schritt in seine Nähe.
"Meine Schwester. Sie ist sechs und ich will nicht, dass sie in einer Welt aufwächst, die von diesen Monstern regiert wird." Loki kneift seine Augen ein wenig zusammen und mustert mich noch intensiver.
"Ich will nur meine Schwester beschützen", wiederhole ich flüsternd. Loki schluckt und sieht mich nun betroffen an. Wie er seine Launen so schnell wechseln kann ist mir ein Rätsel. Aber wenn er mir so hilft ist das auch okay für mich.
"Was genau brauchst du von mir?" Ich lächle dankbar und sehe kurz zu Thor, welcher noch immer misstrauisch zu seinem Bruder blickt.
"Du musst mir helfen, sie zu infiltrieren. Sie dürfen nicht wissen was wirklich passiert und was nur eine Illusion ist. Bekommst du das hin?" Diesmal nickt Loki und erwidert mein Lächeln.
"Ich schicke euch jemanden, der euch eure Zimmer zeigt. Morgen besprechen wir den vollständigen Plan", informiere ich sie noch, bevor ich aus dem Zimmer trete.
"Alles klar", verabschiedet sich Thor. Ich nicke dem Soldaten außerhalb des Raumes zu, welcher vorsichtig eintritt.In dem Gang erwartet Alik mich an die Wand gelehnt und mit verschränkten Armen.
"Und du willst ihm wirklich vertrauen?", vergewissert er sich misstrauisch. Ich zucke mit den Schultern und gehe an ihm vorbei. Alik stößt sich von der Wand ab und folgt mir.
"Wir müssen, wenn wir Hydra aufhalten wollen", erwidere ich gelassen und kehre nun in meinen eigenen Raum zurück. Milana befindet sich darin und spielt mit der grauen Robbe, die sie noch aus dem letzten Aufenthalt bei Hydra hat.
Alik verabschiedet sich und ich setze mich auf das Bett um Milana beim Spielen zuzusehen. In Gedanken schweife ich zu Bucky und Steve, welche irgendwo bei Hydra festsitzen.
Wie ich inzwischen erfahren habe, ist Lea ebenfalls aufgeflogen, wehrt sich aber erfolgreich gegen Hydras Einfluss. Ich hoffe einfach, dass sie durchhält. Das schlimmste Szenario wäre wohl, wenn ich gegen sie antreten müsste und dabei weiß, dass sie es nicht will.
Ich schlucke und scheuche alle Gedanken weg, als ich mich wieder auf Milana konzentriere. Sie spielt noch immer vertieft mit der Robbe und lacht dabei so wundervoll."Du hattest Recht. Sie verdient eine wundervolle Welt." Innerlich zucke ich zusammen, doch äußerlich lasse ich Loki nicht bemerken, dass ich ihn nicht erwartet habe.
"Sie verdient eine so viel bessere Zukunft als Hydra", bestätige ich leise. Milana hat uns natürlich gehört und dreht sich lächelnd zu uns um. Doch kaum hat sie Loki gesehen springt sie auf und rennt zu mir. Ich nehme sie in eine beschützende Umarmung und drehe mich dann zu Loki um.
Dieser sieht noch immer fasziniert zu Milana, beinahe so als würde sie ihn hypnotisieren. Er lächelt beinahe, aber ich kann absolut nicht sagen, was für eine Emotion dahinter steckt.
"Vertraust du mir auch genug, damit ich näher kommen darf. Zu ihr?", stellt er mir dann die heikelste aller Fragen.--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Und hier nochmals Denver ^^
Frohen Nikolaustag und bis morgen ;)
LG Jas_Barnes <3
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Black Smoke - Revenge
FanfictionNachdem Steve Bucky aus Hydras Fängen zum dritten Mal befreien konnte, verändert sich Buckys Verhalten drastisch. Er spricht kaum noch, zieht sich immer weiter zurück und lässt nicht einmal mehr seinen Ehemann zu sich durch. Steve ist verzweifelt u...