»Du blutest«
»Ach, echt? Wäre mir gar nicht aufgefallen«, stieß ich trocken aus.
»Tut es weh?«, fragte er mit gerunzelter Stirn.
»Was denkst du?«, schmetterte ich zurück und verflucht, ich konnte nicht an mich halten.
»Ich denke, du versteckst den...
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In nicht einmal zehn Minuten war die eigentliche Öffnungszeit der Halle beendet. Aber weil der Besitzer kein anderer als Eric Traynor war, würden Heaven und ich noch wesentlich mehr Zeit hier verbringen können.
Deswegen drückte ich ihm erstmal schweigend rote Boxhandschuhe in die Hand und beobachtete ihn dabei, wie er sie zunächst kritisch musterte und dann doch relativ unbeholfen anzog.
Irgendwas an ihm war anders. Er schien ein wenig verspannt zu sein und sein Blick ging immer wieder unruhig zu mir. Fast so, als würde ihn was belasten.
»Gab's Stress mit meinem Bruder?«, fragte ich deshalb zögernd.
Dass mein Hals aussah wie ein Streuselkuchen seinetwegen hatte ich ja mittlerweile verarbeitet. Doch wenn er mich nach dem gestern nun so distanziert ansah...das passte irgendwie nicht.
Stand er jetzt auf mich oder spielte er Spielchen mit mir? Wollte er auf unnahbar machen, um mich zu locken? Wollte er mich auf die Palme bringen? Dachte er, ich wäre gelangweilt, wenn wir uns...zivilisierter im Umgang miteinander benahmen?
»Wir haben uns vertragen«, antwortete Heaven und sah mich an, als wartete er auf meine Reaktion. Ich runzelte die Stirn. Das klang doch für zwei 18 Jährige Vollidioten ziemlich vernünftig. Wieso also machte er so ein Gesicht, als wäre irgendwer gestorben?
»Warum benimmst du dich dann wie...ich?«, schmunzelte ich und trat näher an ihn heran, um den Verschluss seines linken Handschuhes richtig zu schließen. Heaven versteifte sich und sah mir dabei zu, wie sich meine Finger geschickt an dem Verschluss zu schaffen machten. Nach gestern hatte ich ursprünglich keine Bedenken mehr. Skyler King wollte mich flachlegen und ich war mir ebenfalls sicher, dass das zwischen uns nicht rein sexuell war. Heaven fand mich trotz meiner nicht immer so charmanten Art ihm gegenüber gut. Er mochte mich. Aber gerade eben verunsicherte er mich und das wollte ich nicht. Ich wollte Zeit mit ihm verbringen - Zeit in der wir einander nicht beleidigten, sondern sowas taten, wie gestern. Einander vertrauten und ohne Kontrolle übereinander herfielen. Klar konnten wir uns zwischendrin auf den Sack gehen und beleidigen, würde ich ebenfalls in Ordnung finden.
»Um mich so arschig wie du zu benehmen müsste ich noch ein bisschen...arschiger sein, findest du nicht, Nicholas?«, neckte er mich endlich und es machte den Eindruck, als versuchte er sich zu entspannen.
Seine grünen Augen mit den braunen Sprenkeln darin fixierten mich spöttisch, weswegen ich leicht grinste. So gefiel die Giftspritze mir schon wesentlich besser.
Ich deutete mit einem Nicken auf seine Handschuhe.
»Versuch mich zu schlagen, Heaven«, sagte ich aus dem Nichts und hörte, wie er erst perplex Luft holte und dann mit den Schultern zuckte.
»Wenn du es so willst«
Ich lachte auf, als er einen Schlag in meine Richtung machte, den ich problemlos abwehrte. Zwischen seinen Augenbrauen bildete sich eine steile Falte, während er es nochmals versuchte.