»Du blutest«
»Ach, echt? Wäre mir gar nicht aufgefallen«, stieß ich trocken aus.
»Tut es weh?«, fragte er mit gerunzelter Stirn.
»Was denkst du?«, schmetterte ich zurück und verflucht, ich konnte nicht an mich halten.
»Ich denke, du versteckst den...
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Mir rann der Schweiß meinen Rücken hinab, während ich den letzten Tisch für heute Nachmittag abwischte und kurz danach innehielt, um endlich durchzuatmen.
Was für eine Schicht. Die Leute waren in Scharen rein geströmt und ich kam gar nicht dazu, an Kane zu denken oder über Luna zu grübeln, so viel war los gewesen. Nicht einmal Noah und ich hatten Zeit, einander überhaupt anzusehen.
»Skyler, kannst du mir helfen die Gläser zu trocknen?«, hörte ich Noah fragen und schloss die Augen. Schon allein anhand seines Untertons und der Tatsache, dass er meinen vollen Namen aussprach, wusste ich, was nun kam. Das Gespräch, welches wir schon viel zu lange aufgeschoben hatten.
Ich presste die Lippen aufeinander und warf Noah einen Blick über meine Schulter zu. Und als er ihn erwiderte, wurden seine strengen Gesichtszüge ein bisschen sanfter. Er sah mir an, dass ich mit unserer derzeitigen Situation genauso unzufrieden war, wie er selbst.
»Sky«, verbesserte Noah sich und grinste sein typisches Grinsen, das meine Schultern entspannen ließ und ich nicht mehr ganz so versteift dastand. Stattdessen warf ich den nassen Lappen in den Eimer, nahm ihn und ging gleich danach um den Tresen herum.
Kurz vor meinem besten Freund stellte ich alles auf den Boden und zog Noah wenig später kommentarlos an meinen verschwitzten Körper. Ekelhaft, aber notwendig. Da Noah sich nicht wehrte, legte ich meine Stirn auf seiner Schulter ab und seufzte leise.
Es dauerte, bis Noah sich bewegte und seine Arme um mich schlang, als hätte er mich ebenfalls vermisst. Wir umarmten uns selten. Aber wenn wir es taten, dann war es keine halbherzig gemeinte Umarmung und darüber war ich gerade eben heilfroh.
Dass er mit der Hand über meine Wirbelsäule glitt, machte mir Mut, das auszusprechen, was ausgesprochen werden musste.
»Ich glaub', ich steh auf deinen Bruder. Und es tut mir leid, dass ich es dir erst jetzt sage«, murmelte ich in den feuchten Stoff seines schwarzen Shirts hinein und spürte, wie er tonlos lachte. Sein Körper vibrierte, ansonsten war alles ganz einfach und friedlich. Ein leiser Song drang aus den Boxen, das Rauschen des Meeres vermischte sich mit dem Geräusch unseres leisen Atems und der Geruch von Spirituosen, wie auch der von süßen Fruchtsäften lag in der Luft.
Noah klopfte mir zweimal leicht auf den Rücken, ohne sich zurückzuziehen und erwiderte: »Das dachte ich mir schon«
Langsam lehnte ich den Kopf nach hinten und sah in Noahs blaue Augen, die mich aufmerksam betrachteten. Wir lösten uns voneinander und ich vergrub in einer Geste der Nervosität meine Hände in den vorderen Taschen meiner Jeansshorts.
Ich hatte es tatsächlich ausgesprochen. Und es fühlte sich - nachdem ich gestern Abend noch mit Kane Sinclair rumgemacht hatte - verflucht gut an, das laut sagen zu können. Auch wenn ich Kane heute noch nicht gesehen und wir nicht darüber sprechen konnten, hatte ich ein gutes Gefühl, dass das keine einmalige Sache zwischen uns war.