Angie und Germán waren im Zoo geblieben, bis es allmählich dunkel wurde. Sie hatten die Gespräche sowie die spaßigen und ruhigen Momente sehr genossen. Angie würde sogar behaupten, dass es einer ihrer schönsten Tage in diesem Jahr gewesen war. Definitiv der schönste mit ihrem Schwager.
Und glücklicherweise war der Tag noch nicht vorbei...
Germán hatte sich wirklich eine tolle Aktivität nach der nächsten einfallen lassen. So wollte er die blonde Frau nach ihrem Zoobesuch zu einem schicken italienischen Restaurant ausführen. Sie sollten dort den Abend in Ruhe ausklingen lassen und so viel edlen Champagner trinken, wie sie wollten. Angie hatte diese süße und romantische Idee sehr gefallen.
"Wie lange dauert es denn noch? Ich verhungere gleich!", stieß Violetta zum wiederholten Male quengelnd aus und seufzte unglücklich. Sie beobachtete ihren Vater und ihre Tante vom Esstisch aus und ließ ihren Oberkörper in höchst dramatischer Weise kraftlos auf den Tisch fallen. Angie, die Germán in der Küche dabei half, das fertig gekochte Abendessen aus dem Ofen zu holen, lachte herzhaft auf und schüttelte grinsend den Kopf. Die Reaktion ihres Schwagers war ein mürrisches: "Es kommt sofort! Die Kinder von manchen Leuten... unfassbar!" Murmelnd ergänzte er: "Wir hätten doch in dieses überkandidelte Restaurant gehen sollen."
Angie lächelte stumm in sich hinein und strich ihrem Schwager beim Verlassen der Küche beschwichtigend über den Oberarm. Sie setzte sich gegenüber ihrer Nichte an den bereits gedeckten Tisch. Einen Moment später kam Germán mit dem Essen hinterher. Während sich Violetta förmlich auf dieses stürzte und wie wild zu schöpfen begann, warf ihr Vater ihr einen strengen Blick zu. Das hatte zwar einen bösen Schmollmund zur Folge, doch Violetta drosselte ihren Enthusiasmus in der Tat und die drei starteten mit ihrem kleinen Festmahl.
Während dieser gesamten Vater-Tochter-Interaktion stand Angie das wohl breiteste und liebevollste Grinsen ins Gesicht geschrieben. Diese Momente würde sie für nichts in der Welt eintauschen wollen. Und genau das war auch der Grund, warum sich Angie schlussendlich gegen Germáns Restaurantvorschlag entschieden hatte.
Sie wollte ihren letzten Abend in Buenos Aires nicht in einem solch unpersönlichen, viel zu schicken und überteuerten Ort verbringen. Sie wollte genau das hier: die Zankereien, das zwanglose und ungestörte Beisammensein, die Zweisamkeit. Ein letzter Abend mit ihrer Familie.
Den ganzen Tag über waren Germán und sie so gut gewesen im 'einfach wir sein', da wollte Angie jetzt nicht damit aufhören. Sie konnte sich nichts Schöneres vorstellen, als einen gemütlichen, freudigen Abend mit ihren Liebsten zu verbringen. Sie wollte sich wohl fühlen und ganz sie selbst sein. Und das konnte sie hier im Castillo Haus mit ihren zwei verrückten Lieblingsmenschen nach so langer Zeit endlich wieder.
"Na dann, auf einen wundervollen letzten Abend!" Violetta hielt ihr Wasserglas freudig in die Höhe, während Germán und Angie der jungen Musikerin mit ihren Weingläsern zuprosteten.
"Auf Angie!", bestätigte Germán feierlich und die blonde Frau konnte bei der ganzen Aufmerksamkeit nicht anders, als sich verlegen wegzuducken. "Danke euch.", stieß sie dennoch gerührt aus.
Zunächst lief der Abend so entspannt, wie Angie es sich erhofft hatte. Während die drei genüsslich ihr Essen verspeisten, redeten sie über alles und nichts.
Sie starteten mit Vilus Erzählungen über das Studio und ihre Freunde, was in dem Moment von Angie unterbrochen wurde, als es zu sehr in Richtung Jungs abdriftete und sie Germáns Halsschlagader förmlich pochen sah. Die drei tauschten sich aber nichtsdestotrotz noch eine ganze Weile über den neuesten Klatsch und Tratsch des Studios aus. Die beiden Frauen waren dabei mehr als erstaunt, wie viele vertrauliche Informationen der große Mann zu berichten wusste.
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Germangie - This Ain't Goodbye
FanfictionGermán wollte Esmeralda heiraten, doch an deren Hochzeit hatte sich herausgestellt, dass sie eine Lügnerin, eine Schauspielerin war. Obwohl Angie durch die Beziehung der beiden sehr verletzt wurde, zögert sie keine Sekunde, ihrem Schwager beizustehe...