Schlechter Tag!

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„Fuck", fluchte Patryk leise, legte auf und warf das Smartphone genervt auf die Ablage neben sich. Nun schon die fünfte Babysitterin, welche er erfolglos kontaktiert hatte. Kein junges Mädchen, keine junge Frau wollte sich mitten in der Woche die halbe Nacht um die Ohren schlagen, geschweige denn im Haus eines Fremden mit seinem Ruf übernachten, egal wie viel Geld er bot. Andächtig zog er den Sauerstoff in seine Lungen, versuchte ruhig zu atmen, seinen Gemütszustand wieder einigermaßen ins Gleichgewicht zu bekommen. Finja hatte ihn am späten Abend angerufen, da sie sich mehrfach übergeben hatte, sie nicht mehr verantworten wollte Filip in ihrem Zustand noch zu beaufsichtigen. Eine Situation, die ihn gezwungen hatte seine Termine abzusagen, sich in der Nacht und am Morgen selbst um seinen Jungen zu kümmern. Finja betreute Filip nun bereits seit er wenige Wochen alt war, war immer für ihn da, war so gut wie nie krank, im Grunde ein fester Bestandteil ihrer Familie. Umso wichtiger, dass sich die ältere Dame die Zeit nahm sich in Ruhe auszukurieren.  
Schnaubend fuhr er sich durch sein locker zurückgekämmtes Haar. Er konnte nicht noch einmal all seine Termine canceln, geschweige denn Olaf, einem seiner Geschäftsführer, erneut die alleinige Verantwortung für den Club überlassen, nachdem auch Justus, sein zweiter Geschäftsführer, sich ebenfalls krankgemeldet hatte. „Papa", schrillte Filips gereizte Stimme durch den Flur, was Patryk erneut schnauben ließ. Dieser Junge hatte unweigerlich einige Charakterzüge von ihm. Ein Gewohnheitstier, welches bereits die kleinste Veränderung im Tagesablauf vollkommen aus der Spur brachte, ihn vollends aus der Haut fahren ließ. Finja war sein Ruhepol, grade am Morgen im Grunde, unverzichtbar. Für ihn und für seinen Sohn.
Tiefatmend schloss er seine Augen, bevor er einen Blick auf die Uhr warf. -07:33 Uhr- Definitiv nicht seine Uhrzeit! „Zieh dich jetzt bitte an Filip. Wir müssen los", antwortete er bemüht ruhig, was eine erneute lautstarke trotzige Reaktion seines Sohnes zur Folge hatte: „Ich will aber nicht…“. „Filip", mahnte er nun schärfer, stieß sich von der Küchenablage ab und machte sich auf den Weg ins Kinderzimmer am Ende des Flures.

„Filip, höre jetzt auf mit mir zu diskutieren. Ich hole dich um vier Uhr ab und dann sehen wir..." „NEIN", unterbrach ihn der kleine Junge auf seinem Arm lautstark, seine Augen erfüllt von Tränen, während er Patryks Hals mit festem Griff umklammerte. Patryk atmete tief durch, löste die kleinen Hände von seinem Körper und stellte ihn vor dem mit seinem Namen beschrifteten Fach im Flur des Kindergartens ab. Eine Tatsache die Filip erst recht toben ließ. Bemüht ruhig sah Patryk ihn an, spürte wie sich seine Brust schmerzlich zusammenzog. Er hasste es, wenn er so herzzerreißend schrie, weinte, weil er sich nicht von ihm lösen wollte.
„Was ist denn hier los?", ertönte eine ruhige weibliche Stimme, welche Patryk sogleich überrascht aufsehen ließ - Charlie! Noch bevor er etwas erwidern konnte, schmiss Filip sich erneut an ihn, krallte sich in seine Stoffhose und versuchte regelrecht an ihm hinaufzuklettern. „Filip, es reicht jetzt", entfuhr es Patryk nun forscher als zuvor, sein Geduldsfaden bis zum Anschlag gespannt „...du bist fünf, keine drei". „Auch Fünfjährige dürfen mal einen schlechten Tag haben", warf die junge Erzieherin mit unglaublich ruhiger verständnisvoller Stimme ein, was Filip tatsächlich für einen Augenblick innehalten ließ. „...sogar Erwachsene", fuhr sie fort und kniete sich neben ihn. „Hat Papa heute einen schlechten Tag?". Was?! Verdutzt hob Patryk eine Augenbraue, sah, wie Filip die junge Frau mit großen Augen anblickte und knapp nickte. „Na danke", knurrte er genervt, worauf Charlie ihren Blick hob, ihn von unten herauf mit ihren bernsteinfarbenen Augen ansah, auf ihren Lippen ein verschmitztes Grinsen. Diese Frau war unglaublich! Dieses freche Grinsen, dieses verspielte, herausfordernde Funkeln in ihren Augen, welchem er sich kaum entziehen konnte. Diese Frau reizte ihn auf unerklärliche Weise, auf eine Art, die er seit Jahren nicht mehr erlebt hatte. Allein der Ausdruck ihrer außergewöhnlichen, hervorstechenden Augen, ihre bloße Anwesenheit, ließen seine Hose enger werden, ließen eine ungewohnte Erregung durch seine Adern schießen. Eine Erregung, der er kaum fähig war Herr zu werden. „Papa hat geflucht", ergriff Filip schniefend das Wort, seine Hand noch immer in dem Stoff seiner Hose vergraben. Erneut blickte Charlie zu Patryk auf. „Das tut man auch nicht", stellte sie fest, wobei er doch tatsächlich glaubte einen Hauch Amüsement in ihrer Stimme zu erkennen. „Und warum hat der Papa geflucht?", sprach sie interessiert weiter, ihre Stimme so ruhig, so verständnisvoll. Oh Shit! „Weil er heute leichte Terminschwierigkeiten hat", warf Patryk bemüht ruhig ein, schloss für einen Moment seine Augen. Dieser Anblick machte ihn schier wahnsinnig. Wie sie dort vor ihm kniete, ihn von unten herauf ansah, beinahe taxierte. Diese sinnlichen, verführerischen Lippen, diese wilden lockigen Haare, welche ihr Gesicht nahezu umspielten, ihre feinen Gesichtszüge noch hervorhoben. Dieser aufmerksame, achtsame Blick. Sie war es - Sie war die Lösung!

DarkSide - Femme FataleGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt