Es war schon wieder Frühling geworden und bald wäre Justins Tod ein Jahr her. Wie schnell die Zeit vergangen war seitdem? -Unglaublich.
Ich seufzte und wartete auf Justins letzten Brief, wie wild, doch es kam nicht. Schon den ganzen Vormittags saß ich auf der Treppe und wartete. Glauben konnte ich es immer noch nicht, dass dieser schon der letzte sein sollte, aber ehrlicherweise musste ich zu geben, dass Justin es richtig gut geschafft hatte, dass ich wieder Spaß am Leben hatte. Zwar vermisste ich ihn noch sehr, aber das würde für immer bleiben. Auf einmal klingelte es und ich sprang aufgeregt auf und öffnete die Tür, doch es war nur Ryan, der mit einem Blumenstrauß vor meiner Tür stand. Überrascht und etwas verlegen bei dem Anblick des Straußes sprach ich:
"Oh, Ryan. Schön, dass du da bist."
Er lächelte:
"Ja. Jamie hast du vielleicht Lust mit mir in den Park zu gehen, da sind heute Wasserspiele?"
Ich überlegte einen Moment, jedoch entschied mich dann für das Date, anstatt für das weitere Warten auf den Brief.
Stumm fuhren Ryan und ich in seinem Auto, während er nervös den Takt von dem Lied im Radio auf dem Lenkrad mit tippte. Ich legte meine Hand auf seine Finger, um ihm bewusst zu machen, dass er damit auf hören sollte, da es nervte und ich den Song ohne Beat-Begleitung hören wollte, schließlich war er von Justin.
Als wir letztendlich angekommen waren, setzten wir uns auf eine Decke auf der reichlich besetzten Wiese. Jeden Moment würde es los gehen. Nach einer weiteren Weile des peinlichen Schweigens, fragte ich neugierig:
"Was passiert jetzt eigentlich gleich?"
Er wendete seine Augen nicht vom Wasser vor uns ab, und würdigte mich keines Blickes, beim Sprechen:
"Aus dem Wasser strömt gleich eine gigantische Fontäne, die ein bisschen spritzt und danach kommen ein paar Artisten."
Ich nickte langsam und wendete meine braunen Augen wieder dem still liegenden Wasser dort. Es war alles so friedlich, niemand schreite herum, keine lauten Geräusch nirgends und einfach nur die Ruhe des Wassers.
Als Plötzlich schlagartig eine riesige Fontäne aus dem Wasser schleuderte und ein paar junge Mädchen und ältere Damen ganz weiter vorne saßen und ziemlich nass wurden und begannen wie verrückt zu quietschen. Es sah so lustig aus, dass ich herzhaft begann zu lachen und sich Tränen in meinen Augen stauten und ich nicht aufhören konnte zu Lachen.
~***~
Ich konnte nicht aufhören, ihr wunderschönes Gesicht zu betrachten, während sie so beruhigt und still auf das Wasser schaute. Wie still es dort lag und solche eine Ruhe ausstrahlte. Was sollte ich nur machen? Etwa das, was in Justins Brief stand? Sollte ich es wirklich tun? Ich war mir so unsicher. Schlagartig spritzt das Wasser raus und die Frauen vor uns wurden alle ziemlich nass und kreischten. Jamie amüsierte sich köstlich, über diese Menschen, dass es ihr die Tränen in ihre Augen trieb. Ich saß lediglich neben ihr und starrt sie grinsend an, weil sie einfach so wunderschön war. Wie sanft eine Strähne immer in ihr Gesicht fiel, wenn sie lachte und zum ersten Mal seit Justins Tod hörte und sah ich sie mal wieder so Lachen, wie sie es vor dem Unfall immer getan hatte.
~***~
Langsam bemerkte ich, wie Ryan mich ununterbrochen anstarrte und beugte meinen Kopf leicht zur Seite, um ihm ein Lächeln zu schenken:
"Was?"
Er schüttelte belustigt den Kopf:
"Nichts."
"Natürlich ist was, du starrst mich als an."
Er biss sich auf die Unterlippe und blickte mir tief in die Augen, wonach seine Sicht immer weiter von meinen Augen zu meinen Lippen wanderte.
Diese intensive Farbe verzauberte mich und ich verlor mich einen Moment in ihnen. Einen Augenblick lang verlor ich meine Kontrolle und beugte mich leicht nach vorne zu ihm. Es bestand solch eine heftige Spannung zwischen uns. Unbeschreiblich. Ich konnte es kaum glauben. Was war nur los mit mir? Ich bekam ein seltsames Gefühl tief in mir. Ich hätte schreien können. Was? Was ist das, was ich fühle? Ich beugte mich immer weiter zu ihm hin, wie er es auch tat. Ich spürte schon fast seinen Atem auf meinen Lippen, als ich wahrhaftig realisierte, was ich eigentlich tat.
Als ob ich aufgewacht wäre, aus einem schlechten Traum, schüttelte ich meinen Kopf um, den Gedanken ihn küssen gewollt zu haben aus meinen Kopf zu kriegen und einen klaren Kopf zu bekommen. Er fuhr erschrocken nach hinte und fragte in einem mitleidigen Ton:
Was ist los? Ha-Hab ich was falsch gemacht?"
Tränen stauten sich tief in mir:
"Nein. Nein, du hast nichts falsch gemacht."
"Aber was ist es dann?", fragte er mit einem Ausdruck im Gesicht, wie der eines kleinen Kindes, das nicht bekam ,was es wollte. Ich fuhr mir traurig und enttäuscht von mir selbst durch die Haare.
"Es ist wegen..."
"Wegen?"
Ich schaute verlegen zu Boden und meine Zähne, die sich an meiner Unterlippe verbissen hatten, lösten sich, damit ich die folgenden Worte sprechen konnte:
"Es ist wegen Justin, ich kann das einfach nicht. Es ist-."
Er unterbrach mich wütend und unhöflich.
"Jamie, jetzt vergiss doch mal Justin!"
Ich sprang entsetzt auf und rannte mit meiner Tasche weg, worauf er mir folgte. Ich spürte an seiner Stimmlage, dass es ihm Leid tat.
"Jamie. Ich..Ich meinte das nicht so!"
"Jaja."
Ich rannte immer weiter. Jede menge Tränen bahnten sich ihren Weg über meine Wangen und fielen ins unendliche, um ihren Weg durch die Welt an zu treten.
"Jamie!"
Er legte seine Hand tröstend auf meine Schulter, ich jedoch zog sich unsanft weg. Er ließ nicht locker und folgte mir weiterhin, bis ich ruckartig stehen blieb und mich zu ihm drehte.
"Ryan. Hör mir zu. Ich kann Justin nicht so einfach vergessen. Vor allem hast du keine Ahnung, was ich für Justin gefühlt habe und was wir beide für eine Verbindung hatten."
Schluchzend verkrampfte sich meine Hand in den leicht gewellten braunen Haaren.
"Jamie..", sagte er tröstend.
"Nichts. Jamie! Wir wollten heiraten. Er war meine wahre Liebe, doch Gott hat ihn mir weg genommen."
Von der Wut gepackt schrie ich in den Himmel:
"BIST DU JETZT ZUFRIEDEN GOTT? DU HAST MEIN LEBEN ZERSTÖRT!"
Schluchzend rannte ich weiter. Er hatte alles wieder in mir aufgewühlt. Er. Ryan.
"Jamie, das tut mir Leid, was ich gesagt hab, dass meinte ich nicht so."
"Tut mir Leid, Ryan, aber ich kann das alles noch nicht. Ich hab das Gefühl, dass wenn ich uns beiden eine Chance gebe, dass ich Justin betrüge und das will ich nicht... Auf Wiedersehen."
Mit den Worten verschwand ich und knallte ihm meine Haustür vorm Gesicht zu.
Langsam und schluchzend ließ ich mich mit dem Rücken zur Tür an ihr sinken und wischte mir die Tränen, die ohne Pause meine Wangen hinab liefen, ab. Ich zog meine Beine an und umklammerte sie mit meinen Armen, damit ich nicht auseinander fiel . Es fühlte sich an, als würde ich innerlich zerreißen.
Da er blickte ich dieses kleine weiße Stück Papier auf dem Boden des Flurs.
"Justin!", flüsterte ich erfreut.
Schnell krabbelte ich hin und las:
"An Jamie, von...Justin."
Danach öffnete ich ihn und las etwas, womit ich nie gerechnet hätte...
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Never say Never
FanfictionJamie ist eine Newcomerin in der Musikbranche und genauso begehrt, wie Justin Bieber. Als die beiden dann zusammen einen Song aufnehmen, fängt sie an sich in ihn zu verlieben. Sie hatte lange Angst sich einem Jungen zu öffnen, weil sie schon zu oft...
