"Wie geht es ihm?"
Aus seinem Gesicht konnte man kein Gefühl ablesen, doch er entgegnete:
"Sein Zustand hat sich noch nicht ganz normalisiert, aber er brauch jetzt erstmal ein bisschen Ruhe."
Ich bedankte mich bei dem Arzt und stellte mich wieder vor die Scheibe und sah zu, wie Justin solch ein Sauerstoffmaske auf dem Mund hatte und sein Brustkorb sich in regelmäßigen Bewegungen hob und senkte.Schwach bewegte sich die Finger seiner einen Hand, die halbwegs ruhig auf seiner weißen Decke lag. Es war kaum noch ein Kontrast zwischen seiner Hautfarbe und der Decke, so blass wie er war. Gänsehaut breitete sich auf mir aus, aber nicht wie normalerweise auf warme Weise, weil ich ein warmes schönes Gefühl spürte, sondern weil ein kalter Hauch über mich wehte und alle schönen Gedanken vertrieb. Er ließ mich nichts schönes fühlen. Ich hätte noch ewig dort stehen können und ihn einfach beobachten, wie er lebte, bis Jason kam und mich leicht weg schob mit den Worten:
"Komm, Jamie. Lass und mal hier weg gehen, bevor du noch umkippst, du siehst nämlich gar nicht gut aus."
Ich sah ihn fassungslos an.
"Natürlich sehe ich nicht gut aus, mir geht es auch furchtbar. Was würdest du tun, wenn deine große Liebe kurz vorm Sterben ist."
"Ich verstehe dich, Jamie, aber-."
Ich unterbrach ihn.
"Nein, Jason. Du verstehst gar nichts." Meine Stimme erhob sich langsam:
"Immer. Immer wurde ich enttäuscht und hab furchtbare Zeiten durchgemacht und nun hab ich Justin gefunden, er macht mich glücklich und lässt mich fühlen, wie ich nie zuvor gefühlt hab und jetzt soll ich einfach zu sehen, wie er stirbt?!Nein, tut mir Leid, aber das kann ich nicht machen."
Ich konnte seinen Gesichtsausdruck nicht genau deuten, aber man sah, dass es ihm Leid tat, deshalb drehte er sich auch einfach kopfschüttelnd um und ging, während ich weiterhin dort stand.
Lang genug schon hatte ich ihn nur beobachtet durch diese idiotische Scheibe, ich wollte da rein, nur leider durfte ich nicht. Doch ich machte es einfach trotzdem und wartete bis niemand mehr auf dem Gang war und schlüpfte dann schnell durch die Tür neben der Scheibe.
Drinnen setzte ich mich auf Justins Bettkante und streichelte mit sanften Bewegungen über seine Hand, die ganz kalt war.
Leise flüsterte ich:
"Ich liebe dich doch, Justin. Du darfst bitte nicht sterben."
Plötzlich ging die Tür und der verärgerte Arzt schaute mich an:
"Hab ich ihnen nicht gesagt, dass sie ihm seine Ruhe lassen sollen."
Gerade, als ich was entgegnen wollte, meldete sich Justin zu Wort:
"Hey, mir geht ganz gut, keine Sorge."
Ein Lächeln huschte über meine Lippen und der Arzt erwiderte:
"Ja, das ist zwar schön und gut, aber ich muss jetzt mal mit Mr. Bieber alleine reden."
Ich nickte und ging einen Moment raus und wollte gerade durch die Scheibe zusehen, als dieser unfreundliche Arzt, solche Gardinen vor der Scheibe zuzog und ich nichts mehr sehen konnte. Enttäuscht ließ ich mich an der Wand sinken und setzte mich auf den Boden, als auf einmal eine Schwester kam und sich neben mich setzte:
"Sind sie die Freundin von Justin?"
Ich nickte und sie reichte mir ihre Hand, die ich schüttelte:
"Ich bin Jaqueline, die für ihn zuständige Krankenschwester."
"Ach, war er öfters hier?", fragte ich erstaunt.
Sie nickte und fügte noch hinzu:
"Ja, sehr oft, wegen seiner Krankheit und jedes Mal hat er mir von dir erzählt, du kannst wirklich glücklich sein, so einen Jungen, wie Justin zu haben."
"Ich weiß, ich liebe ihn auch unglaublich." Doch irgendwie klangen diese Worte traurig.
"Wie schade es ist,dass sowas immer die Besten Menschen trifft."
"Wie meinst du das?", fragte ich verwirrt.
"Er hat eine schwere Herzkrankheit, fast unheilbar. Er musste sehr starke Medikamente nehmen. Aber selbst mit denen hatte er nur eine Chance von 30% zu überleben."
Ich hielt mir die Hand vor den Mund, vor Schock.
"Wusstest du das nicht, mit der Krankheit?"
"Nein, er wollte es mir immer sagen, nur hat es nie übers Herz gebracht."
Sie nickte verständnisvoll und entgegnete:
"Weißt du, in dem letzten Jahr war er besonders oft hier und hat von mir gefordert, dass ich seine Medikamenten Dosis verringere, weil er durch diese Medikamente immer sehr müde wurde und sehr wenig mitbekam und er wollte einfach, weil er wusste, dass er irgendwann sterben würde, jeden Moment mit dir genießen und bei vollem Bewusstsein sein."
Ich staunte und eine winzig kleine Träne rannte meine Wange runter.
"Wow. Das wusste ich alles gar nicht."
Sie legte ihre Hand tröstend auf meine Schulter und stand auf mit den Worten:
"So ich muss jetzt noch zu meinen anderen Patienten. Tschüß, Jamie."
"Warte!"
Sie drehte sich erwartungsvoll um.
"Ja?"
"Danke", sagte ich kaum hörbar.
Meine Augen füllten sich schon wieder voller Tränen, als die Tür schon wieder auf ging und der Arzt raus kam und mir mitteilte:
"Er ist zu schwach und seine Werte sehen unglaublich schlecht aus, er hat maximal noch eine halbe Stunde. Sie können sich nun von ihm verabschieden."
Meine Augen weiteten sich.
"WAS?!"
Ich begann schlagartig zu schluchzen und sackte langsam auf dem Boden, mit den Händen in die Haare gekrallt.
Der Arzt schob seine Hände unter meine Arme und zog mich hoch:
"Sie müssen jetzt stark sein."
Meine Lippen wurden von mir zusammengepresst und ich nickte.
Als ich mich schon wieder auf Justins Bettkante gesetzte hatte und seine Hand genommen hatte, bemerkte ich, dass er irgendwie jede Mal blasser wurde, wen ich ihn sah. Erst schwiegen wir nur.
"Justin.."
"Jamie."
Ein unechtes Lachen entfuhr mir.
"Du darfst nicht sterben."
"Ach, Jamie, glaub mir, ich hab auch Angst vor dem Tod."
Langsam hörte man Hysterie in meiner Stimme.
"Nein, Justin du brauchst keine Angst haben, weil du nicht sterben wirst."
"Jamie es ist eine bewiesene Art von Angst, wenn man sich nicht dem stellt, was passieren wird, sondern versucht es zu verdrängen."
Mein Gespür verriet mir, wie Recht er hatte und ich begann zu schluchzen.
"Ich will einfach nicht ohne dich leben, Justin."
Ich vergrub mein Gesicht an seiner Brust, während er mir schwach und zärtlich über mein Haar streichelte.
"Ich brauche dich", sagte ich mir tränenerstickter Stimme.
Er nickte lediglich und zog mich zurück, dass ich ihm in die Augen sehen musste.
"Jamie, hör mir zu.."
Ich nickte.
"Ich möchte, dass du, auch wenn ich tot bin, weiter lebst."
Durch mein Kopfschütteln entfuhren ihm die Worte:
"Doch, versprich mir, dass du versuchst normal weiter zu leben, auch wenn ich tot bin. Ich kann verstehen, dass er schwer für dich sein wird, aber versuch es wenigstens, versprich es mir."
Meine Zähne verbissen sich an meiner Unterlippe, während jede Menge unaufhaltsame Tränen in meinem Gesicht herumirrten.
"Und versprich mir noch, dass du nie vergisst, dass ich dich liebe. Ich werde dich immer lieben und vergiss mich bitte nicht."
"Niemals könnte ich dich vergessen, Justin. Du warst die Einzige Person, die meinem Leben Sinn gegeben hat und die mich so unglaubliche Gefühl fühlen ließ."
Er atmete angestrengt ein und aus.
"Jamie, dein Leben wird weiter gehen auch ohne mich. Es wird eine schwere Zeit, aber du wirst es schaffen, ich kenne dich. Du bist eine Kämpferin. Und verschwende nicht einen unsinnigen Gedanken an mich, der heißt: Wäre Justin doch jetzt hier, sondern denke immer nur: Justin geht es gut, wo er jetzt ist."
Ich lachte gespielt, worauf er lachend entgegnete:
"Ja, als Engel kann man nämlich Gedanken lesen, wusstest du das nicht?"
Ich schüttelte belustigt den Kopf und auf einmal huschte ein echtes Lächeln wieder über meine Lippen.
"So möchte ich dich jetzt sehen, nicht weinend, sondern lächeln, mit einem echten Lächeln!"
"Ich liebe dich so sehr, Justin."
Er presste seine Lippen zusammen und da huschte tatsächlich auch eine kleine Träne über seine Wange:"Ich liebe dich auch, Jamie. Ich liebe dich so sehr, ich will dich jetzt nicht gehen lassen, doch ich spüre, wie ich jede Minute schwächer werde. Du kannst mir glauben.Nie...wirklich Niemals, hab ich jemand so geliebt wie dich. Du warst wie die Sonne, die meine Dunkelheit erhellte oder das Meer, dass die Wüste bewässert. Ich brauch dich mehr, als ein Baum seine Wurzeln brauch. Wenn ich mir jetzt was wünschen könnte, wäre es vermutlich, für immer mit dir zusammen bleiben zu können, aber der Tod trennt uns beide, was wir nun leider nicht ändern können."
Ich seufzte und immer mehr Tränen rannten an meinen Wangen entlang.
Er legte seine Hand an die Stelle, wo mein Herz ist und sagte:
"Jamie, ich bleibe immer an deinem Herzen, vergiss das nicht und wenn du dich mal einsam fühlst oder nicht mehr weiter weißt, dann werde ich für dich da sein, ganz nah bei dir. Solang du mich nicht vergisst und an mich denkst, werde ich nie verschwinden. Und jedes Mal wenn du deinen Ring berührst oder ihn ansiehst, dann bin ich im Moment ganz nah bei dir und unterstütze dich bei allem, was du tust."
Ich legte meinen Kopf an seine Brust und weinte stumm, während ich weiterhin seine Hand hielt. Nun begann auch Tränen an seinen Wangen hinab zu laufen und ich küsste ihn zärtlich auf seine Lippen, als auf einmal, die Kraft, die seine Hand hochhielt nach ließ und ich seinen letzten Atemzug an meinen Lippen spürte...
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ach, das ist so ein trauriges Kapitel! :'(
Ich hab so furchtbar geweint beim Schreiben....
irgendwie geht mir das immer so nah, wenn ich was schreibe, dabei werd ich immer so emotional... Naja hoffe es gefällt euch und bitte kommentiert es.
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Never say Never
FanfictionJamie ist eine Newcomerin in der Musikbranche und genauso begehrt, wie Justin Bieber. Als die beiden dann zusammen einen Song aufnehmen, fängt sie an sich in ihn zu verlieben. Sie hatte lange Angst sich einem Jungen zu öffnen, weil sie schon zu oft...
