Chapter-35

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~***~
Mein Kopf lag sanft auf Justins Schoß, während er zärtlich durch mein Haar streichte und dabei die Melodie von "Somebody to love" summte.
"Ich hab dich vermisst", hört ich mich selbst sagen, in einem zaghaften Ton.
"Ich weiß", gab er zurück auf ruhige Weise.
"Verlass mich nie wieder!", bat ich.
Er nickte stumm und streichte weiter durch mein Haar, als er auf einmal von mir weggezogen wurden. Meine Hand streckte ich zu ihm aus, um ihn zu halten, doch er zog immer mehr weg und ich hatte nicht genug Kraft, um ihn zu halten.
"JUSTIN!", schrie ich aufgebracht, während ich in Tränen ausbrach.
"Jamie", hörte ich seine Stimme nur noch ganz schwach, bis er letztendlich verschwunden war.
Eine kalte, schwarze Leer bildete sich um mich herum, die zusehend lichst größer wurde und mich mit ihrer Kälte umhüllte. Ein Schauer fuhr meinen Rücken entlang und ich zitterte und flüsterte kaum hörbar und verzweifelt:"Justin, bitte, Justin komm wieder! Ich brauche dich...Nein, verlass mich nicht." Schlagartig verlor ich den Boden unter meinen Füßen und fiel...ich fiel und fiel...
Es nahm gar keine Ende. Aber es interessierte mich nicht mehr, es war mir alles total egal.
Doch irgendwann musste doch mal der Boden kommen?
So fühlte sich das also an, wenn man den Boden unter den Füßen verlor, mit dem Unterschied, dass es noch nicht mal annähernd so schlimmes Gefühl war, wie von seiner großen Liebe getrennt zu werden durch den Tod.
Ich spürte, wie der Grund dieser Leere immer näher kam und alles schwarz wurde, als ich Plötzlich hart drauf traf.
~***~

Schreiend schreckt ich hoch aus meinem Schlaf und wischte mir, wie üblich, die Tränen von den Wangen. Wobei ich bemerkte, dass mein Radio immer noch an war und "My Worlds" lief.
Stöhnend stand ich auf und begann leise mit zu singen:

"I wish we had another time,
I wish we had another place,
But everything we have is stuck in the moment,
And there's nothing my heart can do,
To fight with time and space 'cause,
I'm still stuck in the moment with you..."

Leise seufzte ich, als ich mich in der Küche auf einem Stuhl niederließ und lustlos in meinem Kaffee rührte. Auf einmal klingelte mein Handy und ich nahm es von Küchentisch und hob ab:
"Hallo?"
"Oh, Hey. Jamie. Hier ist Ryan."
"Oh, Ryan, was gibts?"
"Also ich hab so zwei Karten für ein Konzert bekommen, von meiner Cousine, aber die ist nun krank und kann nicht hingehen, deswegen wollte ich dich fragen, ob du vielleicht Lust hättest mit mir dort hin zugehen?"
Einen Moment lang schmunzelte ich, jedoch antwortete dann:
"Ja, Gerne."
"Gut, ich hol dich dann um 7Uhr ab."
"Okay."
Gerade wollte ich mich verabschieden, doch da hatte er schon aufgelegt.

Schnell machte ich mich fertig, als ich einen Brief im Flur liegen sah, auf den ich gierig zustürzte und aufmerksam las:
"An Jamie, von ...Justin."

"Hey Jamie,
Ich hoffe du hast nun viele neue Klamotten, wie auch ein neues Bett. Im Moment hab ich eine ziemliche Schreibblockade und du sitzt gerade im Garten in der Sonne und wartest, dass ich mit etwas zu Trinken wieder komme.
Auf jeden Fall möchte ich dass du zur Zoohandlung gehst und wenn du rein kommst lautet dein Passwort: Ich bin Jamie Johnson. :D
Viel Spaß damit.
In Liebe,

Justin.<3

Verwundert stopfte ich den Brief in meine Tasche, als es schon klingelte und vermutlich Ryan vor der Tür stand.
"Hey, Ryan", gab ich freundlich von mir, als ich die Tür öffnete.
"Hey, Jamie, bist du bereit?"
Ich nickte und trat mit meinem Mantel auf den Schultern hinaus, wo überall Schnee lag.
"Übrigens Ryan, können wir vielleicht an der Zoohandlung vorbei gehen?"
Er nickte heftig:
"Klar, wieso? Willst du ein Tier?
Ich lachte leicht:
"Ne, aber Justin hat mir einen Brief geschrieben, indem stand, dass ich dort was bekommen soll."
"Achso."
Stumm gingen wir weiter, bis wir in der Zoohandlung ankamen.
Leise trat ich durch die Tür, die ebenfalls dieses Klingel-Geräusch machte, wie bei der Floristin.
Ein etwas älterer Mann stand hinter der Theke und lächelte mich an:
"Was darfs sein?"
Ich kramte meinen Brief aus der Taschen und überlas ihn noch einmal, bevor ich sagte:"Ähm..ich bin Jamie Johnson."
Der ältere Mann, auf dessen Namensschild "David" stand, kneifte seine Augenbraue zusammen, dass sie fast einen einzigen gewellten Strich ergaben.
"Achso, JA!"
Er drehte sich so schnell, wie es sein alter Rücken zu ließ um und kramte kurz unter seiner Theke, bevor er einen Schlüssel rausholte und mich zu einem großem Raum führte, wo ein paar Hunde, wie in einem Zwinger gehalten wurden.
Er fügte hinzu:
"Suchen sie sich einen aus."
"Was? Aber kosten die nicht Unterschiedlich, falls Justin vielleicht zu wenig bezahlt hat?!"
"Genau, Justin war sein Name! Also er hat kein Geld gezahlt, sondern er hat uns gespendet und zwar eine unglaubliche Summe, deswegen habe ich ihm angeboten, dass er gerne einen Hund mitnehmen darf und er meinte, dass seine Verlobte kommen wird und sich einen Hund aussuchen."
Ich lächelte gespielt, obwohl es mir schon wieder weh tat.

Seine Verlobte,..
Jedoch werde ich es nie werden können.

Ich presste meine Lippen zusammen, um die Tränen zurückzuhalten und nickte.
Plötzlich hörten wir das Klingel-Geräusch von der Tür und der Mann schreckte hoch:
"Oh ich muss mal nach meinen Kunden gucken, sie kommen doch zurecht, oder?"
Wir beide nickten und er verschwand durch die Tür, als das Hundegebell lauter wurde.
Ich beugte mich zu einem schönen Golden Retriever hinunter und streichelte ihm sanft über den Kopf und die Ohren. Ryan hockte sich neben mich und streichelte den Hund ebenfalls.
"Der ist toll, den will ich.", sagte ich entschlossen.
"Okay, gute Wahl", zwinkerte Ryan mir zu und der Mann kam schon wieder durch die Tür:
"Na, haben sie sich entschieden?" Ich nickte:
"Ja, der hier."
Er lächelte:
"Oh, Das ist der Justin. Der ist schon lange hier."
Ryan lachte leise und ich stockte bei dem Namen von dem Hund.
"Wie heißt der Hund?", fragte ich nochmal nach.
"Justin", gab David ganz lässig von sich.
Ich nickte und Ryan lachte:
"Du hast wohl einen Hang für Justins."
Ich boxte ihn leicht in die Seite.

Ganz wild zappelte Justin an seiner Leine herum und konnte nicht still sitzen, als wir in dem Park auf dem Weg zur Konzerthalle waren.
"Meinst du, du willst wirklich auf das Konzert? Findest du es nicht besser, wenn wir das verschieben und du erstmal mit Justin nach hause fährst?", fragte Ryan nachdenklich.
Ich überlegte einen Moment und er hatte Recht.
"Ja, kannst du mich nach Hause fahren?"
Er nickte, als Justin auf einmal mit so einer Kraft los rannte, dass ich nicht genug Kraft hatte, um ihn zu halten und er mit der Leine immer noch am Hals weg sprintete. Ryan jagte ihm sofort hinterher von mir gefolgt.
"Wir sind zu langsam", lachte ich.
Aber er schüttelte belustigt den Kopf:
"Hau rein, Jamie".
Er nahm meine Hand und zog mich hinter sich her, wobei er viel schneller war und ich einfach nur hinterher stolperte.
Mein Lachen beeinträchtigte mich zu sehr beim Laufen. Ich konnte gar nicht mehr aufhören. Tränen rannten über meine Augen. Es hatte sich ein Netz in ihnen gebildet, dass ich kaum noch was sehen konnte.
Als Ryan Justin schon ziemlich eingeholt hatte, machte er einen großen Sprung und stürzte sich auf die Leine, die er auch erfasste und Justin im ersten Moment ruckartig zurück gerissen wurde. Ryan drehte sich erschöpft auf den Rücken und ich tapste ihnen unsicher hinterher, doch da wurde mein Lachen so heftig, dass ich mich nicht mehr halten konnte und da ich auch kaum noch was sehen konnte, stolperte ich über Ryan und fiel auf ihn drauf.
Mein Gesicht war seinem ganz nah und wir beide lachten laut.
Das Gelächter wurde leiser und wir schauten uns in die Augen, als ich schlagartig rot anlief und verlegen flüsterte:
"Entschuldige."
Er winkte verständlich ab:
"Schon okay, lass uns jetzt erstmal den frechen Justin in sein neues zu Hause bringen."
Ich nickte glücklich.
"Gerne."

Auf dem Weg besorgten wir uns beide noch ein Hot Dog und aßen es genüsslich im Auto. Gerade, als wir vor meiner Haustür ankamen, sagte ich etwas verlegen, jedoch trotzdem glücklich:
"War schön heute..mir dir."
"Und Justin", lachte er hinterher.
"Ja, Danke für alles." Ich wollte gerade aussteigen, da hielt er mich zurück.
"Warte, du hast da was."
Er legte seinen Daumen sanft an meine Unterlippe und wischte mir zärtlich etwas Senf vom Mundwinkel, worauf ich schlagartig rot wurde.
"Danke."
"Hast du Morgen schon was vor?", fragte er interessiert.
"Ne, aber du kannst mich gern anrufen, dann können wir was zu dritt unternehmen!"
"zu Dritt?", fragte er verwundert.
"Justin.", kicherte ich leise.
Er nickte und ich stieg aus.

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