Die fliegende Weihnachtsbaumkugel (Peter Quill)

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Wörter: 2000

Es war das allererste Weihnachten, welches ich bei den Guardians und Peter auf dem Flugschiff verbrachte und auch das allererste Weihnachten, dass ich nicht bei meiner Familie verbringen würde. Das machte es ganz besonders schwer, denn ich war jedes Jahr seit meiner Geburt bei meiner Familie zu Weihnachten gewesen und jetzt waren sie plötzlich weg, einfach Tod. Nach dem Kampf mit Thanos hatten viele Leute ihre Familien wiederbekommen, der kleine Schnipser wurde rückgängig gemacht, doch mache hatte auch ihr Leben lassen müssen und so war es eben meiner Familie ergangen. Sie waren gestorben: meine beiden Eltern und mein kleiner Bruder.
Und eigentlich wollte ich auch gar nicht darüber nachdenken, es würde mir nur wieder die Tränen in die Augen treiben und das wollte ich nicht. Ich hatte genug geweint. Ich hatte bei der Beerdigung geweint, kurz nach dem es geschehen war und viele, wirklich sehr viele Nächte danach. Ich wollte endlich damit abschließen können und wieder fröhlich sein, was ich auch ganz gut hinbekommen hatte, vor allem mit Ablenkung, aber jetzt wo das Weihnachtsfest kurz vor der Tür stand und alles zu ihren Familien heimfuhren und zusammen glücklich waren, tat es doch wieder so unfassbar weh.

Zum Glück hatte ich meinen besten Freund Peter Quill an meiner Seite, er war nach dem es passiert war für mich da gewesen und hatte mich bei meiner Trauer unterstützt, er war immer noch für mich da- ununterbrochen. Und mittlerweile lebte ich auf seinem Schiff mit den Guardians of the Galaxy zusammen, so nannten sie sich. Wir waren wirklich wie eine kleine Familie geworden und es wurde nie langweilig. Groot, der wie ein kleines Kind für alle war, Drax und Rocket die sich stritten wie Geschwister und Peter, der immer versuchte alle in Schach zu halten. Es wäre alles gut gewesen, wäre da nicht diese eine Sache.

Unzwar das ich mich in Peter verliebt hatte. Er war mein bester Freund, doch hatte es nicht lassen können. Das Problem war, dass er mich behandelte wie seine Freundin, da ich eben auch eine beste Freundin für ihn war. Wir taten all das zusammen, was Paare auch tun würde: Filme schauen, zusammen lachen, erzählen und nebeneinander einschlafen, eben wie Freunde das taten. Nur das er eben kein Freund mehr für mich war und ich konnte es auch nicht abstellen, aber ich wusste ganz genau, dass Peter nicht so empfand. Ich wollte auf gar keinen Fall unsere Freundschaft, durch so etwas wie meine Gefühle zerstören, also trug ich dieses, gar nicht so ganz kleine, Geheimnis jeden Tag aufs Neue wieder mit mir herum und versuchte meine Gefühle zu unterdrücken. Am schlimmsten war es jedoch, wenn er Dinge sagte wie "du bist du hübsch", "du siehst toll aus" oder "ich vermisse dich" wenn er mal wieder allein irgendwo unterwegs war und ich auf das Schiff und den Rest der Crew aufpassen sollte, was Gott sei Dank aber eher selten geschah. Ich ließ ihn nämlich ungern allein auf gefährliche Missionen gehen, zu zweit war man immer besser dran und ich könnte ihm im Notfall beschützen. Ich könnte es glaube ich nicht verkraften wenn auch noch Peter etwas zustoßen würde. Er war meine letzte Hoffnung.

Es war nur wenige Tage vor Weihnachten und ich hatte mich aus Langeweile dazu überredet ein wenig Weihnachtsstimmung zu verbreiten und während als Mariah Carey ganz laut "All I want for Christmas" sag und ich ebenso laut mitsang, dekorierte ich nun das Flugschiff Weihnachstgemäß. Ich würde das ganze nachher noch sichern müssen, da wir in nur wenigen Stunden wieder abhoben und den nächsten Auftrag erfüllen. So war eben das Leben als einer der Guardians of the Galaxy, immer auf dem Sprung. Also durfte ja eben auch mal eine kleine Auszeit für Weihnachten sein, war ich der Meinung. Ich war mir zwar ganz sicher das Quill da nicht so ganz begeistert von sein würde -vor allem, das sein Schiff jetzt aussah wie ein Dekoartikelgeschäft- aber der konnte mich grad mal. Ich wollte Weihnachten feiern, es war mir wirklich wichtig.

Und genau das traf auch ein, als die restlichen Guardians eine halbe Stunde später wieder hier eintrudelten. Sie sahen alles erschöpft aus und waren wirklich dreckig. Als erster betrat Gamora das Schiff und rümpfte die Nase, was ich mir aber hätte denken können. Sie sagte jedoch nichts uns begrüßte mich nur.

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