🌶️
Luke
Als das zierliche Mädchen sich fest um mich schlang und verzweifelt nach Halt zu suchen schien, hätte ich diesen Bastard am liebsten umgebracht. Ich wollte Avery nicht dazu drängen, mir etwas zu erzählen, das sie für sich behalten wollte, nicht bei so einem Thema, doch die Neugierde um ihre Narben trieb mich in den Wahnsinn.
Avery konnte temperamentvoll und aufbrausend sein, sie weinte doch hin und wieder relativ schnell. Aber ihre Tränen entsprangen nicht der Angst, meistens war es Wut, die sich auf diese Weise nach außen bahnte. Selbst bei den Dingen die ich ihr bereits angetan hatte, hatte sie nie zu zittern begonnen. Was hat dieser Bastard bloß mit dir gemacht Avery?
Sie vergrub ihr Gesicht weiter in meinem Hemd, wohl um mich daran zu hindern ihre Tränen zu entdecken. Dabei spürte ich die nassen Tropfen doch schon längst auf meiner Haut. Behutsam legte ich meine Hände auf ihre Schulter und ihren Kopf, ich streichelte Avery sanft in der Hoffnung sie würde sich langsam beruhigen.
Ihre kleinen Hände vergruben sich tiefer in meinem Schulterblatt.
„Ich wollte dich mit meiner Vorahnung nicht zum Weinen, oder in Verlegenheit bringen- du kannst mir von der Vergangenheit erzählen, wenn du soweit bist. Kein Grund zur Eile.
Wenn dieser Wichser noch einmal versucht hier anzurufen-"
Ich horchte auf als ich ihr leichtes Kichern vernahm. Überrascht schaute ich zu ihr herunter und beobachtete Avery dabei, wie sie ihre Tränen von den Backen wischte. Da war sie wieder. Eine von ihren plötzlichen Gefühlsschwankungen, die mich in den letzten zwei Monaten durchaus hin und wieder in die Verzweiflung treiben konnten. Doch gerade jetzt, war ich mehr als dankbar dafür.
Schmunzelnd hob ich ihr Kinn an: „Was findest du so lustig?" Sie kicherte weiter und schaute mich schließlich mit ihren katzenartigen Augen an. Ihre tannengrünen Pupillen strahlten mir glasig entgegen: „Ich weiß nicht- es ist einfach ungewohnt, dass jemand derartig respektlos über meinen Vater redet." Ich versuchte mich selbst zu verteidigen: „Ich bin nicht respektlos ich-"
Sie stellte sich auf Zehenspitzen und küsste mich, sanft, so wie sie es immer tat: „Psst. Das war doch gerade ein Kompliment." Stumm blickte ich auf mein Mädchen herunter. Ihre Backen und Augenpartie war rötlich angeschwollen, ihre Lippen ein Tick voluminöser, als sie es eh schon waren.
Ich zog meine Brauen angestrengt zusammen, als mir ihr tiefer Ausschnitt in das Sichtfeld stach. Ihre Kleidung musste verrutscht sein, als sie sich so verzweifelt an mich klammerte. Immer diese verdammten Morgenkleider. Ich stieß einen kurzes, schweres Atmen aus und versuchte dabei meinen eigentlichen Fokus wieder zu erlangen. Das war jetzt wohl kaum der richtige Moment einen Ständer zu kriegen. Avery klammerte sich wieder an mich, verschlimmerte dabei die ganze Situation nur noch mit ihren Brüsten, die sich nun dicht an meinen Bauch quetschten und oben beinahe hervorquollen: „Jetzt schau doch nicht dermaßen grimmig! Ich meinte das nicht böse!"
Oh Gott. Avery merkte nicht einmal, was sie mit mir machte. Grimmig? Wirklich? Bist du so naiv oder tust du nur so?
Ich konzentrierte meine Gedanken wieder auf die Arbeit und ihren Vater und drückte sie sanft von mir weg: „Dann bedanke ich mich für das Kompliment." Schmunzelnd nahm ich in dem Sessel neben dem Arbeitstisch Platz und musterte sie: „Was hast du heute noch vor Kitten?"
Kitten- so sollte ich sie nicht nennen. Das wusste ich- doch in solchen Momenten konnte ich einfach nicht anders.
Sichtlich genervt schnaubte Avery bei ihrem Spitznamen auf, doch gerade jetzt schien es sie nicht lange zu stören.
Sie teilte mir mit, dass sie vorhabe, eine Kutsche in die benachbarte Gemeinde zu nehmen und dort gemütlich durch die Straßen zu bummeln.
Würden mich nicht ihre Nippel durch den dünnen Satin-Stoff quasi anstarren, hätte ich es ihr vermutlich mit dem Gedanken an den freilaufenden Mörder verboten.
Doch als ich ein zweites Mal darüber nachdachte, passte es mir eigentlich ganz gut. Ich würde ihr Matthes an die Seite stellen, sie könnte sich ein neues Kleid für den kommenden Freitag kaufen und ich könnte ungestört ein, oder auch zwei der unangenehmen Geschäfte beseitigen, ohne das Avery davon mitbekam.
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Kitten
RomanceDas neunzehnte Jahrhundert, die „gute alte Zeit" ist Averys Realität. Das Mädchen, das von einem Leben voller Freiheit und Abenteuer geträumt hatte, findet sich plötzlich in einer vermeintlichen Welt der Etikette und Konventionen wieder, als sie mit...
