Unfaires Spiel 🌶️

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Unsicher dachte ich nach, liebte ich Lukas?
Sicherlich, er war sehr attraktiv, seine Stimmungsschwankungen konnten die Hölle sein, doch meistens war er ein sehr guter Ehemann. Ich könnte mir keinen besseren Sex vorstellen.

Doch war ich verliebt?

Luke kam wieder näher und blickte mir prüfend in die Augen. Der lange Blickkontakt machte mich nervös. Er strich mit seinen Fingern meinen Hals entlang und Gänsehaut bildete sich auf meinem ganzen Körper.

„Du hast geweitete Pupillen, einen schnellen Puls und sorgst dich um mich. Ich brauche keine Antwort, aber ich glaube meine Chancen stehen gut."

Er küsste mich sanft. „Ganz schön von sich überzeugt, der alte Mann.", nuschelte ich grinsend in den Kuss hinein.
Empört wich er zurück: „Alter Mann?" Belustigt streckte ich ihm die Zunge entgegen: „Du bist fast neun Jahre älter, das ist mein halbes Leben. Also ja. Du bist ein alter Mann." Gespielt gekränkt glitt er über mich und streifte die Decke von meinem Körper. Er beugte sich zu meinem Ohr hinab und strich leicht über meine Taille: „Naja, wenn ich selbst als alter Mann so eine Wirkung auf dich habe und alles mit dir machen könnte, bin ich ja beruhigt." Empört ignorierte ich die Gänsehaut auf meinem Rücken: „Wieso glaubst du, du könntest alles mit mir machen?" Ohne mir zu antworten strich seine Hand über das Innere meines Oberschenkels, es fing an zu kribbeln und mein Atem wurde ein Tick schwerer. Luke biss sanft in mein Ohr, seine dunkle Stimme brachte mich zum Schmelzen: „Weil zwei kleine Bewegungen und meine Nähe schon für dein durchnässtes Höschen sorgen, Kitten."

Beschämt schaute ich in Lukes hellbraune Augen, während sein Blick nur auf meinen Lippen lag. Er wich nach unten, leckte einmal über den nassen Teil meiner Unterhose und gab mir grinsend Raum.

Gemütlich stand er auf und ging in Richtung der Küche. Mein Körper pochte und ich sah ihm verärgert nach: „Warum hörst du auf?" Lachend verschwand Luke durch die Tür und machte eine abwinkende Handbewegung: „Das diente nur zur Demonstration, nicht das es deinem Körper doch noch zu viel wird."

Es stimmte. Mein Körper reagierte viel zu extrem auf Luke. Sobald er anfing mich zu berühren, war ich ihm hoffnungslos ausgeliefert. In eine solche Sinnlichkeit hatte mich Kyle nie gebracht. Doch Luke wusste auch beinahe zu genau welche Knöpfe er drücken musste.

Mein Mann kam mit zwei Tellern zurück und legte mir einen auf dem Schoß. Er beugte sich zu mir, küsste meine Stirn und setzte sich neben mich: „Guten Appetit."

Nach dem Essen besprachen wir den Verlauf des vorgestrigen Abends. Ich erklärte Luke wie toll ich es fand, dass er Steven unterstützen wollte, doch das bare Münzen nicht der richtige Weg sein konnten. Er müsste sich nur unter Freunden versprechen und jeder wüsste, dass zwei Jahresgehälter in seinem Zimmer versteckt waren. Menschen hatten schon für viel weniger geklaut und gemordet. Ich erinnerte mich noch gut an die Uhr die ich Kyle damals geschenkt hatte. Zwei Tage später kam er mit einer gebrochenen Rippe, einem blauen Auge und ohne Uhr wieder. Ein Bekannter seiner Eltern hatte sie ihm abgeknöpft.

Wir einigten uns darauf, dass der Junge mit dem bis jetzt angesparten Geld den Beitrag einer weiterführenden Privatschule bezahlte und den Rest seinen Eltern überlassen sollte. Luke würde ab dem heutigen Tag nur noch die erforderte Summe geben und stattdessen die Kosten der Oxford-Universität in drei Jahren vollständig übernehmen. Das garantierte dem Jungen eine gute Bildung und Sicherheit.

Luke war einverstanden, er erkannte seinen Fehler.

Ich entschuldigte mich für das feige davon reiten. Thetis hatte Luke in einem der Londoner Vororte abgeworfen, als ihr eine Katze vor die Hufe sprang. Er war zwei Stunden nach Rochester gelaufen. Luke entschuldigte sich ebenfalls dafür, dass er in der Bar blieb, anstatt eine Kutsche heim zu nehmen.

Doch dann wurde seine Stimme ernst:
„Egal was ich dir noch antue, Avery. Wenn du es noch einmal wagst mich vor anderen Menschen zu schlagen, wird es Konsequenzen für dich und deine Familie haben."

Überfordert von dem Stimmungswechsel, versuchte ich Ironie oder Spaß aus seinem Satz zu lesen.

„Mein Beruf lebt von Respekt und Anerkennung. Wenn ich diese vor dem einfachen Volk meiner Nachbarschaft schon verliere, habe ich meinen Job nicht mehr lange. Der einzige Ausweg meine Anerkennung sofortig wieder herzustellen wäre eine öffentliche Bestrafung deiner Person. Und damit müsste ich unweigerlich auf deinen Vater oder die Männer deiner Schwester zurückgreifen, wenn ich dich nicht in das Gefängnis oder eine Psychiatrie abschieben will.

Verstehst du das Avery?"

Unwohl rutschte ich auf dem Sofa hin und her:
„Dann bring dich doch bitte selbst nicht mehr in eine solche Situation."

„Ich muss mich trotzdem darauf verlassen können, dass du dich im Fall des Falles  zusammenreißen kannst.

Keine Demütigung mehr in der Öffentlichkeit. Das gilt für uns Beide.
Wir brauchen den Schein einer perfekten Ehe.

Und deswegen muss ich dich bitten noch mehr Kontrolle über dein Benehmen zu haben als ich. Dir darf kein Ausrutscher passieren.
Ähnliches darf nie wieder vorkommen.

Ist das klar?"

Ich schluckte.

Kitten."

„Ja. Schon verstanden."

Die Stimmung danach war kühl und distanziert. Was sollte ich schon auf derartiges antworten? Er hatte mir gerade, mehr oder weniger, offen in mein Gesicht gesagt, dass er alles mit mir machen dürfe und ich die perfekte Ehefrau spielen sollte. Als wäre das meine einzige Daseinsberechtigung.

Und mir anschließend mit der Familie zu drohen? Er stand über meinem Vater in der Hierarchie unseres Landes. Es wäre ein Leichtes für ihn das Leben meiner Eltern, und damit auch das meiner Mutter, in die reinste Hölle zu verwandeln.

Nach einer langen Schweigepause öffnete ich beleidigt den Mund: „Also wenn du mich in der Öffentlichkeit schlägst, demütigst, anlügst oder betrügst, darf ich mich nicht wehren. Versteh ich das richtig?"

„Ja."

„Und das findest du fair?"

„Avery. Du kannst eins der angenehmsten Leben dieses Landes führen. Du bist mehr als reich, dir stehen alle Türen offen, solange meine ebenfalls offen bleiben. Aber das geht nur wenn du dich den Regeln unserer Gesellschaft fügst. Schrei mich daheim meinetwegen an, schlag mich oder ignoriere mich. Solange es auf der persönlichen Ebene bleibt, klären wir das auch so. Aber ich kann es mir schlichtweg nicht leisten eine freche, verzogene Frau zu haben."

Ich zog scharf die Luft ein. Frech und verzogen? Wirklich? So sah er mich also?

„Ich sehe dich nicht unbedingt so. Ich weiß, dass du einen starken Charakter hast und dich sowohl bei anderen als auch bei dir selbst stark für Gerechtigkeit einsetzt. Ich weiß, dass dein Verhalten mir gegenüber durchaus gerechtfertigt sein kann.

Bieten lassen kann ich es mir aber nicht.
Wer dich als freche und verzogene Frau sieht, die ich nicht im Griff habe, sind die Menschen aus der Bar, meine Kollegen, mein und dein Vater.

Du demütigst uns beide mit deinem Verhalten. Und es ist unfair, dass das nur für dich gilt.
Aber so ist unsere Gesellschaft und ich muss wissen, dass du bei diesem Spiel mitspielen kannst und willst. Und zwar nicht nur die erste oder zweite Partie, ich brauche deine Teilhabe an jeder einzigen Runde die wir spielen. Auch wenn es ungerechte Regeln gibt, die mich jedes Mal gewinnen lassen."

So machte spielen doch richtig Spaß.
Natürlich ergab das was er sagte einen Sinn, doch wahrhaben wollte und konnte ich es nicht.

KittenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt