41. Kapitel

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Am 15. März hatten alle drei Mädchen Unterricht und viele Hausaufgaben, dass sie beschlossen, Leas Geburtstag am Samstag zu feiern.

Alekto schenkte ihr ein magisches Buchzeichen, das selbst erschien, sobald man das Buch zuklappte und auch nicht herausfiel, und zwei von diesen Romantikbüchern, die Lea so liebte. Eines der Cover zeigte einen muskelbepackten Mann mit geöffnetem Tshirt, der einen Arm um die Taille einer hübschen Frau mit langen Haaren geschlungen hatte und gerade dabei war, sie zu küssen. Das andere Cover war nicht besser, da hatte der Mann gar kein Tshirt und der Frau war das Kleid verführerisch von der Schulter gerutscht.

Lea hatte sich nur lachend bedankt und gemeint, dass man mal eine Abwechslung brauchte, wenn alle anderen Bücher über Zaubersprüche waren.
Sie hatten auch einen kleinen Kuchen aus der Küche besorgt und sogar eine Flasche Feuerwhiskey. Immerhin war der 17. Geburtstag etwas Besonderes für Hexen und Zauberer.
"Jetzt darfst du außerhalb der Schule zaubern", meinte Alekto, als sie zusammen auf dem Sofa im Gemeinschaftsraum saßen. Es war wieder Hogsmeade Wochenende und so waren nur wenige Schüler da und die vereinzelten Erst- und Zweitklässler machten schnell Platz für die Sechstklässler.
Helen war gerade dabei, noch ein paar Butterbiere zu holen.
"Stimmt, als Erstes lege ich einen Schweigezauber über das Haus unserer Nachbarn und tue der ganzen Nachbarschaft einen Gefallen. Eines ihrer Kinder fängt alle zwei Jahre ein neues Instrument an und übt eifrig, ohne besser zu werden."

Alekto lachte nur darüber, es hatte schon Vorteile, Magie zu beherrschen. "Zufrieden mit deinen Geschenken?"
Lea legte ihren Kopf an Alektos Schulter, während sie auf dem Sofa saßen. "Absolut, ich bin mir nur noch nicht ganz sicher, wieso mir meine Tante eine Kuckucksuhr geschenkt hat."
"Das weiß ich auch nicht, aber wir werden sie nicht in unserem Zimmer aufhängen." Sie schmunzelte. "Enttäuscht, dass du keinen Geburtstagskuss von einem bestimmten Ravenclaw gekriegt hast?"
Lea boxte ihr in die Rippen. "Erzähle mir den Namen deines Hufflepuff-Schwarmes und du kriegst alles heim."
Da hatte sich Alekto wohl ein Eigentor gespielt. "Sobald wir tatsächlich in einer Beziehung sind. Bis jetzt haben wir uns nur schöne Augen gemacht und ungefähr zwei Gespräche geführt."
Lea zog ein Schmollmund. "Dann bin ich die Einzige ohne Beziehung. In welcher Klasse ist er? In unserer? Über uns? Unter uns? Spielt er Quidditch? Ist er im Schachclub?"
"Ich sage dir das nicht, Lea", rief Alekto und hoffte wirklich, dass sie mit Fragen aufhörte.
Lea richtete sich auf. "Ist es eine Hufflepuff?"
"Eine?", Alekto runzelte die Stirn. "Du meinst ein Mädchen?"
Lea nickte. "Ich meine nur, es wäre möglich", sagte sie. "Es wirkt, als hättest du dich nie für Typen interessiert."
Alekto überlegte. Von ihr wurde erwartet, dass sie einen reinblütigen Zauberer heiratete, möglichst von den 28 Unantastbaren. Das machte ihren Datingpool klein. Vielleicht hatte sie sich noch nie für jemanden interessiert, weil sie das immer im Hinterkopf hatte. Von den 28 Unantastbaren hatte es nicht viele in ihrem Alter und alle waren auf ihre Art Idioten. Ihre Familie hätte nichts dagegen, wenn sie jemand anderes heiratete, solange es kein Muggel, Muggelstämmig oder erste Generation Halbblut war.

Sie sah zu Lea. Sie interessierte sich auch nicht für Mädchen, aber Lea wäre ein Hauptgewinn für jeden, ihr Blutstatus absolut egal.
Wenn Blut unseren Wert bestimmt. . .
"Ich habe Geburtstag, hör auf so gequält reinzuschauen", sagte Lea und Alekto setzte sich wieder ein Lächeln auf. Sie begriff den Wunsch, das Blut reinzuhalten und für die Reinblüter unter sich zu bleiben, aber irgendwie war es auch bescheuert. Sie verbrachte viel lieber Zeit mit Lea. . . verdammt, sie verbrachte viel lieber Zeit mit den Rumtreibern, bestehend aus Halbbluten und Blutsverräter als mit Avery, Mulciber oder Lestrange. Regulus nahm sie aus dieser Gleichung raus.

Die Tür des Gemeinschaftsraumes ging auf und Helen kam Arm in Arm mit Charles rein. Die beiden wirkten überaus ausgelassen und Alekto fragte sich, wieso jeder in letzter Zeit so fröhlich war. Vielleicht lag es am Start des Frühlings?

"Habt ihr ohne mich mit dem Feiern begonnen?", fragte sie und stellte die Butterbiere hin.
"Nachträglich alles Gute zum Geburtstag", sagte Charles und holte ein Päckchen aus seiner Jackentasche. "Helen meinte, du magst Schokolade. Jedes Stück hat einen anderen Geschmack." Er richtete seine Brille, während Lea sich erfreut bedankte. Aber als Helen sich von ihm verabschiedete, konnte Alekto sehen, wie Lea ihn kritisch musterte.

Als immer mehr Schüler von Hogsmeade zurückkamen, zogen sie sich in ihren Schlafsaal zurück. Manchmal war es schon praktisch, nur zu dritt zu sein. Zusammen aßen sie den ganzen Kuchen und tranken die halbe Flasche Feuerwhiskey. Aber zwischen dem Gelächter und der brennenden Kehle kam Alekto nicht darum herum, darüber nachzudenken, was Helen wohl alles den anderen von ihr erzählte.

Ein ein etwas langweiligeres Kapitel aber man kann nicht immer Action und Offenbarungen haben. 

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