Leute falls ihr euch fragt wieso ich den Gedankenstich so oft verwende. Das ist ganz einfach in einem meiner Lieblingsbücher ist es verwendet also habe ich mich eingelesen und versucht es einzubauen.
Viel Spass bei dem Kapitel.🌸
Ich hatte bereits einige Gäste begrüsst und war mehr als bereit, diesen Tag hinter mich zu bringen. Doch ein Gefühl der Unruhe breitete sich in mir aus, das mich nicht losliess. Flavia wusste nicht, dass ihr Vater mich zu dieser Hochzeit gezwungen hatte. Sie dachte, es sei meine eigene Entscheidung, doch die Wahrheit war eine andere. Es sollte mir eigentlich egal sein, was sie darüber dachte, aber dieses Wissen nagte an mir. Ich hatte keine Wahl, und das wusste sie nicht.
Ich trug einen eleganten, dunklen Anzug, dessen Kravatte kaum unter dem Jacket hervortrat. Meine Haare waren frisch geschnitten, und ich hatte mich zumindest äusserlich darauf vorbereitet, einen respektablen Eindruck zu hinterlassen. Doch innerlich fühlte ich mich wie ein Gefangener, der sich für eine Freiheit entschieden hatte, die ihm nie gegeben worden war. Ich war hier, weil es mein „Pfad" war – und weil es keine Alternative gab.
Ich rauchte eine Zigarette, der Rauch stieg in den Himmel auf und löste sich mit dem Wind. Der Duft der Blüten und das Murmeln der Gäste klangen wie aus einer anderen Welt. Eine Welt, die ich nur als Zuschauer erlebte. Ich war kein Teil von diesem Fest, und dennoch war ich derjenige, der die Rolle des Bräutigams übernahm.
Flavia trat in den Raum, als ich gerade dabei war, die Zigarette wegzuwerfen. Die Musik begann zu spielen, und ich spürte, wie die Spannung in der Luft zunahm. Ich wusste, was kommen würde. Doch als die Türen sich öffneten und sie den Gang entlang schritt, hielt ich den Atem an.
Flavia trug kein traditionelles Hochzeitskleid. Stattdessen hatte sie sich für ein schlichtes, aber provokantes Kleid entschieden – ein kurzes, weites Kleid, das wie aus einem anderen Zeitalter wirkte, und dennoch so gar nichts von der üblichen Unschuld einer Braut hatte. Es war ein Sommerkleid, das für den Strand, aber nicht für eine Kirche geeignet war. Der Stoff war leicht und flatterte im Wind, als ob es Flavia selbst nicht in die Normen dieser Welt zwängen wollte.
Der Moment war unangenehm. Der Blick der Gäste ruhte auf ihr, doch sie warf ihn nicht zurück. Ihre Augen waren kalt und distanziert, als ob sie den gesamten Moment hinter sich lassen wollte. Sie ging langsam und mit einer fast gleichgültigen Haltung auf mich zu, als wüsste sie, dass dies nur eine Formalität war. Die Menschen blickten uns an, doch wir waren beide in einer Welt, die nur aus uns beiden zu bestehen schien – eine Welt, in der die Erwartungen über unseren Kopf hinauswuchsen.
Als sie neben mir stand, blickte ich sie an, doch sie begegnete meinem Blick mit einer Mischung aus Enttäuschung und Resignation. „Was soll das?", fragte ich mich, aber meine Worte waren zu schwach, um das Gesagte zu untermauern. Ich konnte sie kaum ansehen, ohne dass sich der Knoten in meinem Magen zuziehen begann. Die Kälte zwischen uns war beinahe greifbar.
„Du weisst, was das hier für uns beide bedeutet, oder?", sagte ich, und meine Stimme hatte etwas Schroffes, das nicht ganz zu dem Moment passte. Es war keine Frage, es war eine Feststellung.
Flavia sah mich nicht an, sondern starrte stur nach vorne. „Ich weiss, was es für mich bedeutet", antwortete sie, ihre Stimme war ruhig, fast sachlich. „Was es für dich bedeutet, interessiert mich wenig."
„Das tut es nicht?" Ich versuchte, mich zurückzuhalten, doch der Zorn kroch unwillkürlich hoch. „Du bist doch nicht blind. Du weisst, dass das hier nicht unsere Wahl ist."
„Ich weiss es. Aber ich bin hier, weil es keine andere Möglichkeit gab", antwortete sie mit einem bitteren Unterton. Ihre Worte waren klar und präzise, und trotzdem spürte ich die Abneigung, die sie mit jeder Faser ihrer Existenz ausstrahlte. Und ich konnte es verstehen. Es war auch für mich keine Wahl gewesen. Ich war ebenso in diese Situation gedrängt worden wie sie.
Der Pfarrer unterbrach unsere kleine, stumme Auseinandersetzung und begann mit der Zeremonie. „Wollen Sie Flavia de Luce, Alex Rodriguez zum Mann nehmen?" fragte er in seiner ruhigen, offiziellen Weise. Es war ein Moment, in dem jeder hier anwesend war – aber keiner von uns wollte wirklich hier sein. Ich blickte in Flavias Augen, doch sie zeigte keinerlei Emotion. Kein Hauch von Freude, kein Funken Hoffnung. Nur ein leerer Blick, der mehr über ihre innere Haltung verriet als jedes Wort es je könnte.
„Ja, ich will", sagte sie, die Worte fast wie ein notwendiges Übel aus ihrem Mund rutschend. Ihre Antwort war keine Erklärung, kein Versprechen. Es war ein Mechanismus, um das zu tun, was getan werden musste.
Der Pfarrer wandte sich mir zu. „Wollen Sie Alex Rodriguez, Flavia de Luce zur Frau nehmen?"
„Ja, ich will", sagte ich, ohne wirklich darüber nachzudenken. Was blieb mir auch anderes übrig? Ich war hier, um zu erfüllen, was von mir erwartet wurde, und das war alles.
„Gut, Sie dürfen die Braut nun küssen", sagte der Pfarrer. Ich beugte mich leicht vor, doch als unsere Lippen sich trafen, war es kein Kuss, der die Luft zum Knistern brachte. Es war eher eine mechanische Handlung, die zu erledigen war. Flavia erwiderte den Kuss nicht mit Leidenschaft, sondern wie eine Person, die gezwungen war, eine Rolle zu spielen, die sie nicht wollte. Ihre Haltung war starr, und als sie sich wieder von mir löste, konnte ich in ihren Augen sehen, dass sie sich genauso wenig in dieser Situation wiederfand wie ich.
Etwas später...
Es war Zeit für den ersten Tanz. Die Musik ertönte, und ich führte Flavia auf die Tanzfläche. Die Gäste begannen sich um uns zu versammeln, doch wir beide tanzten nicht, um zu feiern. Wir tanzten, weil es erwartet wurde. Es war die erste „Pflicht" der vielen, die noch folgen würden.
Ich legte meine Hand auf ihre Taille, doch sie liess ihre Hände steif an meinen Schultern liegen, als wäre jeder Kontakt zwischen uns ein notwendiges Übel. Kein fliessendes Zusammenspiel, keine Intimität, nur zwei Menschen, die ein weiteres Ritual abhaken mussten.
„Muss ich noch lange bleiben? Ich bin müde", flüsterte sie mir zu, ihre Stimme klang wie eine sanfte Anklage. Es war nicht die Frage eines Menschen, der wirklich erschöpft war, sondern eher eines, der das Gefühl hatte, zu viel Zeit in einer Situation zu verbringen, die nichts mit ihm zu tun hatte.
„Willst du etwa schon gehen?", fragte ich, doch auch mein Ton war stumpf, fast gleichgültig.
„Was für eine Frage", erwiderte sie. „Ich habe keine Wahl, oder?"
„Nein, du hast keine Wahl", gab ich zurück. „Aber das ändert nichts daran, dass wir uns durch diesen Tag schleppen müssen. So wie wir uns durch den Rest unseres Lebens schleppen müssen."
„Das hast du gut formuliert", sagte sie trocken, „aber ich denke, wir wissen beide, dass es nicht mehr so viele Tage sein werden."
Ihre Worte hatten etwas Definitives, fast wie eine Vorahnung. Sie wusste genauso gut wie ich, dass dieses Leben, das uns aufgezwungen worden war, keine Zukunft hatte. Es war ein Vertrag, kein Leben.
„Vielleicht, aber das ist der Preis, den wir zahlen müssen", antwortete ich, und die Stille zwischen uns war nun so dicht wie der Raum, in dem wir uns befanden. Keine der beiden Seiten wollte sich eingestehen, dass es mehr war als nur ein Vertrag. Doch tief in uns spürten wir beide, dass es keine „Ehe" war – nur eine erzwungene Verpflichtung.
„Lass uns diesen Tanz beenden", sagte ich schliesslich und führte sie weiter im Kreis, aber es war klar, dass dieser Tanz mehr war als nur Bewegung. Es war ein Tanz zwischen zwei Menschen, die sich gegenseitig nicht brauchten, die aber dennoch auf eine seltsame Weise miteinander verbunden waren. Doch wie lange diese Verbindung halten würde, wusste niemand.
Was denkt ihr?
Habt ihr auch das Gefühl das zwischen den beiden noch soooo unerträglich viel Distanz härscht?
Grüsschen
Malia🌸
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Mafia dances
RomantikEine Geschichte über Rivalisierende Mafias eine Zwangshochzeit und Fakedating. Also eine ganz normale Lovestory oder? Flavia Rousso hat keinen anderen Ausweg: Um ihre Familie zu retten, wird sie an Alex Rodriguez, einen gefürchteten Mafia-Boss, verk...
