Viel Spass beim lesen Leute. 🌸
Am nächsten Tag ...
Ich wache völlig ausgeschlafen auf, bewege mich ins Badezimmer und lass mir ein warmes Schaumbad einlaufen. Kurzerhand lasse ich meine Klamotten zu Boden fallen, nehme das Essen, das mir Jessica am
Vortag gebracht hat, und setze mich in die Badewanne. Ich liebe es, Bäder zu nehmen, da es mich jeweils vor dem Schlafengehen entspannt. Mein Schlafrhythmus ist durch den Aufenthalt hier total zu Bruch gegangen. Denn ich habe keine wirklichen Verpflichtungen, und mit der Zeit wird das ganz schön langweilig. Die Stille hier ist erdrückend, und ich merke, wie sie mich langsam auffrisst. In der Zeit, in der ich nichts tun muss, fange ich an, die Dinge zu hinterfragen, an denen ich früher nie gezweifelt habe. Es gibt niemanden, mit dem ich reden könnte, niemanden, mit dem ich wirklich etwas teilen möchte. Nur meine Gedanken und die düstere Dunkelheit der Räume, die mich umgeben.
Als meine Haut sich langsam an die Temperatur des Wassers angepasst hat, lege ich meinen Kopf nach hinten in den Nacken und sehe das gestrige Essen an. Ich strecke mich nach dem Tablett und nehme das Croissant vom Tablett und esse es kurz darauf. Schnell lege ich den Kopf wieder in den Nacken und versuche, meine Augen zu schliessen. Der Duft des Gebäcks ist kaum mehr wahrnehmbar, während ich in der Badewanne liege, aber die Gedanken in meinem Kopf sind lauter als der flimmernde Dampf um mich herum. Was will ich hier eigentlich? Warum habe ich mich in dieser Situation wiedergefunden? Was sollte ich nun machen?
Hier war es friedlicher als bei mir zuhause und ich kann endlich wieder atmen, ohne das ständige erdrückende Gefühl, das ich zuhause immer auf der Brust hatte. Das Gefühl von Freiheit macht sich in mir breit, auch wenn ich mich hier eigentlich schlimmer fühlen sollte.
Plötzlich höre ich das Geräusch der Türklinke und weiche schnell hoch.
„Ich komm rein", sagt Alex und klopft leicht an die Tür.
Meine Hand griff jedoch schon nach der Waffe und zog kurz darauf auf seine Stirn. Es ist ein Reflex. Ein Instinkt. Nicht mehr, nicht weniger. Dass ich gerade in einer Badewanne sitze, scheint in diesem Moment keine Rolle zu spielen. Die Waffe fühlt sich in meiner Hand vertraut an, als wäre sie immer schon ein Teil von mir gewesen. Doch da ist auch ein Teil von mir, der sich gleichzeitig schuldig fühlt. Nicht wegen der Waffe, sondern weil ich in diesem Moment so an der Vergangenheit festhalte. Ich war ständig bereit, die möglichen Konsequenzen zu tragen und mich mit allen Mitteln zu verteidigen. Was noch schlimmer ist: Ich weiss nicht, wie ich wieder herauskommen soll. aus dieser Version von mir, denn ständig aufmerksam zu sein, war anstrengend und laugte mich mit der Zeit echt total aus.
Alex steht vor mir. Die Augen geschlossen. Er achtet auf meine Privatsphäre, was mich überrascht. Hätte ich nicht von ihm erwartet, dass er sich respektabel verhält. Vielleicht sind es die Gerüchte über ihn, die mich so vorschnell urteilen lassen. Vielleicht ist er nicht so, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe. Er war ein kalter Mafiosi und an dem wird sich auch nie etwas ändern.
„Sorry", sage ich, als ich die Waffe senke, und auch wenn es sich in diesem Moment richtig anfühlt, kommt es mir seltsam vor. Es war ein Reflex, keine bewusste Entscheidung. Es ist nie leicht, sich einzugestehen, wie man wirklich reagiert, wenn einem etwas widerfährt, was man nicht erwartet.
„Alles gut", sagt er, und ich kann hören, wie er die Distanz wahrt, ohne sich einen Zentimeter zu nah zu fühlen. „Du musst dich nicht entschuldigen, aber es wäre cool, nicht direkt zwei Tage hintereinander mit einer Waffeins Visir genommen zu werden."
Ich nicke, doch irgendwie trifft mich seine Bemerkung härter, als ich es zugeben möchte. Ich hatte wirklich nicht vor, ihn zu sehen, und doch steht er jetzt vor mir und scheint auf irgendetwas zu warten. Vielleicht auf eine Reaktion, die ich nicht geben kann. Etwas, das er von mir erwartet und das ich nicht liefern möchte. Er spricht weiter, als ob der Moment nie existiert hätte.
„Ich wollte dir nur sagen, dass die Aktion gestern echt nicht gut war und ich so etwas in meinem Haus nicht nochmal dulden will", fährt er fort, und ich spüre, wie seine Worte in mir nachhallen. Der Raum wird plötzlich kleiner. Ich weiss, dass er mir Recht hat. Was ich gestern getan habe, war nicht durchdacht, nicht kontrolliert. Doch was hat das alles mit ihm zu tun? Was hat es mit mir zu tun?
„Sprachlos?", fragt er dann, und ich merke, wie die Worte wie ein leiser Schlag in die Stille fallen. Er scheint etwas zu erwarten, doch ich kann nicht antworten. Wie sollte ich auch? Was könnte ich ihm sagen, das er nicht schon weiss?
„Gut, dann lass dich erst einmal in Ruhe", sagt er schliesslich. Und obwohl er es beinahe beiläufig auszusprechen scheint, kann ich die Schärfe in seiner Stimme hören. Es ist die Art von „Ruhe", die keine wirkliche Ruhe ist. Es ist eine Pause, eine Atempause in einem Kampf, dessen Ausgang noch völlig unklar ist.
„Und übrigens", sagt er dann, als ob er meine Gedanken durchbrechen möchte, „Jessica mag dich wohl und es freut sie, dass du hier bist. Und wie schlecht diese Situation auch ist, finden wir bestimmt einen Weg, das hier hinzubekommen. Wir müssen uns nicht mögen, um uns professionell zu verhalten." Wieso war er so höflich? Er hatte mir bislang nichts getan, und das, obwohl so viele sagen, dass es ein Mann mit dunklen Prinzipien ist. Er ist kalt und abweisend und hat bestimmt kein Herz, aber doch ist er geduldig und fair, was mich echt verwundert. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass er absolut überhoben ist und nichts anderes als mein Untergang werden wird. Ich habe den Auftrag, ihn zu töten, doch mein Vater wusste nicht, wie sehr ich es hasste, jemanden zu töten. Ein Leben zu nehmen war alles andere als leicht, auch wenn das Training meines Vaters immer darauf beruhte, mich das zu lehren.
Seine Worte überraschen mich. Sie sind sanft, fast schon verständnisvoll, aber irgendetwas daran ist falsch. Vielleicht ist es das Wissen, dass hinter diesen „sanften" Worten auch immer noch diese kühle Kontrolle steckt. Diese ruhige Dominanz, die mich umgibt, mich erstickt. Ich weiss, dass ich mich auf das, was er sagt, nicht verlassen kann, und doch – ich kann mich nicht entziehen. Es gibt kein Entkommen, auch wenn es sich so anfühlt, als ob er es mir auf eine Art und Weise angeboten hat, die mich noch mehr in seiner Gewalt hält.
Ich versuche, meine Gedanken zu ordnen, aber sie sind zu wirr. Ich kann ihn nicht einfach ignorieren. Nicht, wenn er gerade da ist. Doch ich versuche, meine Augen nicht auf ihn zu richten, als er sich umdreht und den Raum verlässt. Es ist eine seltsame Mischung aus Befreiung und Ruhe, die mich umhüllt. Der Gedanke an den Kuss zwischen uns – wie ein flüchtiger Traum – lässt mich nicht los. Es fühlt sich an wie ein Spiel, ein gefährliches Spiel, in das ich immer tiefer hineingezogen werde. Doch das Gefühl, dass es mir nicht mehr möglich war zu fühlen, ist seit über einem Monat. Hier fühle ich es, es ist zwar nur Überforderung und Wut, aber immerhin ein Gefühl.
Und dann fällt mir plötzlich Pierre ein. Ich frage mich, wie er hierhergekommen ist und was er mit all dem zu tun hat. Ist er wie ich? Ein weitere Schachfigur in Alex's Spiel? Ein weiterer unverständlicher Teil eines Spiels, das ich nicht begreifen kann? Warum ist er hier? Und was ist er in Wahrheit? Ein Verbündeter? Ein Freund? Ein Opfer?
Ich versuche, mich nicht in diesen Gedanken zu verlieren, doch sie verfolgen mich, wie die Schatten, die an den Wänden tanzen, immer wieder kommen und verschwinden. Und dann, als ich mich im Badewasser vergrabe, schliesse ich meine Augen.
Wie findet er es bisher?
Verbesserungsvorschläge?
Vergesst das voten nicht.
Grüsschen
Malia 🌸💕
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Mafia dances
RomansaEine Geschichte über Rivalisierende Mafias eine Zwangshochzeit und Fakedating. Also eine ganz normale Lovestory oder? Flavia Rousso hat keinen anderen Ausweg: Um ihre Familie zu retten, wird sie an Alex Rodriguez, einen gefürchteten Mafia-Boss, verk...
