Kapitel 21 Flavia

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Neues Kapitel!!!💞

Es ist nun 15:45 Uhr, und ich stecke immer noch in Russland fest. Der nächste Flug geht erst um 23:45 Uhr, und bis dahin muss ich einen Weg finden, unbemerkt hier rauszukommen. Es ist nicht einfach, gerade in Moskau. Als italienische Mafia-Anführerin hier unterwegs zu sein, fühlt sich an wie bunte Farben auf einer Beerdigung - völlig unpassend. In dieser Stadt kann ich weder Vertrauen in meine Umgebung noch in die Menschen setzen.

Ich brauche Ablenkung, also beschliesse ich, nach einem Restaurant zu suchen. Doch die Zeit drängt, und das Risiko bleibt, selbst wenn ich nur irgendwo versuche, Ruhe zu finden. Auf halbem Weg entdecke ich ein „Stars" - ein russisches Starbucks. Die Idee, hier für eine Weile zu sitzen und etwas zu trinken, erscheint mir als eine willkommene Gelegenheit, wenigstens für einen Moment durchzuatmen.

Ich betrete den Laden, doch schon nach ein paar Minuten bemerke ich, dass etwas nicht stimmt. Der Raum ist fast leer, die Angestellten verschwinden immer wieder in der Küche, als hätten sie etwas zu verbergen. Der letzte Kunde, der reinkam, bestellte sich seine Getränke zum Mitnehmen. Und die wenigen anderen, die noch hier sind, wirken unruhig, als ob sie wissen, dass die Situation hier nicht normal ist.

Ich kann das Gefühl nicht abschütteln, dass ich in Gefahr bin. Mein Blick huscht unauffällig durch den Raum, und meine Hand greift nach meiner Waffe, die sicher in meiner Tasche verstaut ist. Sie fühlt sich schwer und vertraut an, als ich sie langsam an meinen Hosenbund stecke. Mein Herz schlägt schneller, doch ich zwinge mich, ruhig zu bleiben. Die Situation könnte sich schnell ändern, und ich bin darauf vorbereitet.

Ich schaue auf mein Handy, um meinen Standort an meine engsten Kontakte zu senden. Aber meine Familie kann hier nichts tun. Ich weiss, dass nur Alex derjenige ist, der mir helfen könnte - aber nach allem, was passiert ist, ist er nicht der erste, den ich anrufen sollte. Ein unruhiges Gefühl überkommt mich, als ich überlege, ihm eine Nachricht zu schicken. Doch als ich auf seine Nummer klicke und der Anruf startet, wächst meine Sorge. Es klingelt, ein, zwei, drei Mal, aber er geht nicht ran. Nach dem vierten Klingeln höre ich nur noch die Mailbox.

„Hi... ähm... ich weiss, dass du wütend auf mich bist, aber das ist kein Grund, mir Russen an den Hals zu hängen. Ich meine, meine Familie kann hier nichts anstellen. Wenn du also nicht willst, dass einige deiner Männer hier tot im Stars liegen, dann pfeif sie zurück."

Als die Nachricht endet, lege ich auf. Ein Teil von mir hofft, dass er zurückruft, aber ich weiss, dass es unwahrscheinlich ist. Doch es bleibt mir nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, dass Alex meine Worte hören wird und sich zur Ruhe kommen lässt.

Doch da ist immer noch dieses Gefühl, das mich nicht loslässt. Der Raum hat sich verändert. Es ist, als wäre der Luftdruck plötzlicher angestiegen. Ich kann die Spannung in der Luft förmlich spüren. In diesem Moment kommt die Tür des Cafés auf, und ich sehe die Männer, die durch den Eingang treten. Zwei von ihnen, riesig und bedrohlich, und vier, die aus der Küche herauskommen - ich weiss sofort, dass sie nicht hier sind, um einen Kaffee zu trinken. Sie tragen Waffen.

Ich nehme die Waffe aus meinem Hosenbund und drücke sie fest in meine Hand. Der erste Mann geht zu Boden, der Schuss hallt laut durch den Raum. Keine Zeit, um nachzudenken - der nächste folgt schnell. Doch der Schmerz kommt, als ich plötzlich einen stechenden Schlag in meinem Oberschenkel spüre. Die Kugel hat mich getroffen.

Der Schock trifft mich nur kurz, denn Adrenalin setzt ein, und ich werde nicht schwach. Blut läuft mir den Oberschenkel entlang, doch ich ignoriere den Schmerz. Schnell beuge ich mich hinter den umgedrehten Tisch und hole das kleine Messer hervor, das ich immer an meinem Bein trage. Ohne zu zögern schneide ich die Wunde auf, um die Kugel herauszuziehen. Die Bewegung ist ein vertrauter Reflex. Ich weiss, dass ich das tun muss, um weiterzukämpfen.

Mit zitternden Händen lade ich meine Waffe nach. Sie fühlt sich schwerer an als sonst. Noch fünf Männer. Und Victor.

Ich ziele auf ihn, doch er bleibt völlig ruhig. Die Schüsse, die ich abfeuere, prallen an ihm ab, als wären sie bedeutungslos. Victor, denke ich. Verdammter Bastard.

Doch dann ist da dieser Moment - der Moment, in dem alles verschwimmt. Plötzlich fühle ich, wie eine kalte Nadel in meinen Hals dringt. Der Schmerz ist nicht sofort da, aber die Welt um mich wird vage, vernebelt. Ich will noch schiessen, will kämpfen, aber meine Glieder gehorchen mir nicht mehr. Die Dunkelheit nimmt mich mit. Es ist nicht schmerzhaft - eher wie ein sanfter Übergang, als würde der Raum um mich herumschmelzen.

Später...

Als ich das Bewusstsein wiedererlangt habe, ist alles anders. Ich finde mich in einem düsteren Raum wieder. Der kalte Stahl an meinen Handgelenken, die Ketten, die mich an den Stuhl fesseln - all das ist real. Aber es fühlt sich trotzdem entfernt an. Der Schmerz in meinem Oberschenkel ist da, doch er scheint nicht zu mir zu gehören. Ich kann ihn ausblenden. In meinem Kopf ist nur ein einziges Mantra: Ich darf keine Schwäche zeigen.

Ich höre Stimmen draussen - gedämpft und verzerrt. Ich kann nur Worte wie „Erpressen", „Foltern", „Alex" und „Bereuen" herausfiltern. Alles, was sie sagen, ist irrelevant. Ich lasse mich nicht von ihnen beeinflussen. Ich bin Mafiaoberhaupt. Ich habe niemals nach Gnade gefragt. Niemand wird mich brechen. Nicht einmal sie.

Ein Geräusch. Schritte. Der Raum verengt sich. Die Tür öffnet sich, und ich höre das Kratzen von Metall. Ein Schatten tritt ein - Victor. Er ist da, um mich zu brechen, aber das wird nicht passieren. Ich werde nicht zulassen, dass er es schafft.

„Weisst du, was ich von dir will?" fragt er.

Ich atme ruhig ein und antworten ohne zu zögern: „Nein." Meine Stimme klingt fest, auch wenn mir der Schweiss auf der Stirn steht.

„Es geht um deinen Liebhaber", sagt er, und seine Worte schneiden durch die Luft.

In diesem Moment fühle ich, wie ein leiser, fast imperceptibler Schmerz in mir aufsteigt. Du hast ihn nie wirklich geliebt. Ich sage es mir immer wieder. Es ist nur ein Geschäft. Nur ein Spiel, um zu überleben. Aber auch dieser Gedanke fühlt sich seltsam an. Du hast nie an etwas anderes geglaubt.

„Wir sind getrennt", erwidere ich ruhig, ohne mich zu verraten.

Victor antwortet mit einem leisen Lachen, aber es ist hohl. Ich kann sehen, wie er sich langsam hinter mir bewegt, den Klingen in seiner Hand. Doch ich lasse mich nicht beirren. Ich bin stark. Ich bin hier, um zu überleben, und ich werde nicht zerbrechen.

„Du wirst es nicht bekommen", sage ich mit einem letzten, bitteren Lächeln, das mehr von Verachtung zeugt als von Angst.


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Grüsschen
Malia🤍

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