Viel Spass beim lesen.🌸
In meinem Zimmer angekommen, gehe ich in mein Badezimmer. Steige auf den Toilettendeckel und beginne, mich in den Lüftungsschacht zu ziehen. Es ist nicht das erste Mal, dass ich diese Technik benutze, um mich unbemerkt fortzubewegen. Die Bewegungen sind routiniert, aber mein Kopf ist voll von Gedanken. Ich höre Stimmen aus dem anderen Raum, sie diskutieren laut.
„Sie mögen sie", sagt Pierre.
„Wie kommen sie darauf?", fragt Alex, seine Stimme klingt ruhig, fast kontrolliert, aber da ist etwas, das mich stört.
„Sie hält sie auf Trab, sie provoziert und ist nicht wie alle anderen Frauen, biegsam", meint Pierre. Ich wusste nicht, dass Alex auf wirrspinnige und sture Frauen stand. Wollte er, dass ich mich unterwerfe? Brauchte er mich als Trophäe? Denn das konnte er sich abschminken.
„Nein, das ist absurd." Ja, ich mag sture und widerspenstige Frauen, aber Flavia ist rein geschäftlich. Es verstösst gegen meine Prenzipien Gefühle für sie zu entwickeln.", sagt Alex, und ich kann den Hauch von Unsicherheit in seiner Stimme hören, auch wenn er versucht, ruhig zu bleiben.
„Wie erklären Sie es, dass Sie Flavia auf Ihrem Zimmer besucht haben?" Sie haben doch nachgesehen, ob es ihr gut geht? Warum?", fragt Pierre, und es klingt fast wie eine Herausforderung.
„Ja denn es ging ihr nicht gut und ich habe die Verantwortung für sie", sagt Alex, ohne zu zögern. Aber ich höre die kleine Pause in seiner Stimme, als ob er sich die Antwort gerade selbst ausdenkt.
„Aha", fragt Pierre weiter, und ich kann mir seine Skepsis förmlich vorstellen. Man kann fast hören, wie seine Stirn sich in Falten legt und er sich gerade verzweifelt durch die Haare fährt, oder zumindest ist das mein Bild davon, wie er mit dieser Situation umgehen würde.
„Es geht dich nichts an, Pierre", sagt Alex, diesmal viel schärfer. „Sie wird meine Zukünftige, nicht deine." Ich darf sie behandeln, wie ich will. Und ausserdem brauche ich einfach eine Frau für meine anstehende Krönung als Mafia-Oberhaupt von Europa." Seine Worte klingen kühl und distanziert.
So war es also. Er wollte, dass ich mich füge und locker gebe, damit er mich als Ehefrau nehmen kann. Aber ich wurde so erzogen, dass ich nicht einfach so locker lasse. Ich setzte immer auf Widerstand, meine Meinung durchzusetzen, und mir war es nie in den Sinn gekommen, mich einem Mann zu beugen. Nicht aus Prinzip, sondern weil ich nie die Notwendigkeit darin sah.
„Also brauchst du Flavia nur, weil du eine Chance auf den Thron der italienischen Mafia hast...?", fragt Pierre. Der Zweifel ist in seiner Stimme deutlich zu hören.
„So in der Art, aber ich bin dir keine Rechenschaft schuldig", antwortet Alex, und ich kann die Entschlossenheit in seinen Worten spüren. Er spricht nicht nur aus einer Position der Macht, sondern aus einer, die er sich hart erarbeitet hat.
Ich habe genug gehört und will mich vorsichtig zurückziehen, doch als ich erneut loskrabbele, stosse ich mir den Kopf an einer Metallkante. Es gibt ein unangenehmes Geräusch, das hallt, und ich halte den Atem an.
„Was war das?", höre ich Pierre fragen.
„Geh Flavia suchen!", ruft Alex. Seine Stimme ist rau und von Wut getränkt, doch komischerweise fühlt es sich zu vertraut an, als ob ich genau wüsste, was er in diesem Moment dachte. Ich fühle mich nicht verzweifelt oder eingeengt – vielmehr steigt das Adrenalin in mir, wie in den vielen Trainingsstunden, die ich als Kind und Jugendliche durchlief. Dieses Gefühl hat mich nie verlassen. Es ist ein vertrautes, scharfes Gefühl. Schnell ringe ich mich durch den Schacht weiter, bis ich den nächsten Lüftungsschacht sehe. Ich schiebe ihn langsam und so leise wie möglich beiseite und hangle mich hinunter.
Pierre läuft sofort los, um mich zu suchen. Und so schnell und leise wie möglich suche ich weiter, hier muss doch irgendwo eine Tür sein, immer auf der Suche nach einem Ausgang. Schliesslich lande ich in einem alten Büro, welches nach Estrich riecht. Es wirkt, als wäre schon lange niemand mehr hier gewesen. Den Wänden entlang führen grosse Bücherregale zur Decke empor. Das Licht ist gedämpft und gibt dem Raum eine düstere Atmosphäre, fast wie in einem alten Film. Das Zimmer fühlt sich irgendwie beklemmend an, fast so, als ob es nicht für meine Augen bestimmt war. Es war düster und wirkte, als wäre es total verlassen, als ob nicht einmal Mäuse und Ratten sich hierher verirrten.
„Sie ist nicht oben", höre ich Pierres Stimme. „Im linken Flügel ist sie auch nicht", höre ich eine weitere Stimme – vermutlich einer seiner Handlanger.
Ich höre seine Schritte. Langsame Schritte, die sich dem Raum nähern. Als ich mich umdrehe, sehe ich Alex im Türrahmen stehen.
„Ich", sagt er, und es ist die Antwort, die ich nicht erwartet habe. Völlig überfordert stehe ich hier, der Blick auf ihn gerichtet. Ich wage es nicht, mich zu bewegen.
„Hab sie", schreit er plötzlich, und ich spüre, wie mein Herz schneller schlägt. Alles, was ich gehört und gesehen habe, kommt mir jetzt wie ein Film vor, den ich nicht stoppen kann.
„Brauchst du Hilfe, Boss?", ruft Pierre von draussen. „Nein!", brüllt Alex mit einer Stimme, die mit Wut und Entschlossenheit gesättigt ist.
„Also Flavia", sagt er, als er sich mir nähert, „was hast du gehört und was zum Teufel machst du hier drin?" Er tritt einen Schritt näher, und ich kann seinen Atem auf meiner Haut spüren. Er ist wütend und doch kontrolliert er sich. Ich hatte gegen seine Prioritäten verstossen und hoffte nun darauf, das so schnell und reibungslos wie möglich über die Bühne zu bringen.
„Nichts", antworte ich, doch seine Nähe lässt mich einen Moment lang zögern. Es ist nicht Angst, die mich lähmt
– eher ist es ein Gefühl der Spannung, das den Raum erfüllt.
„Und das soll ich dir glauben?", fragt er neugierig und doch ebstimmt. Es ist ein düsterer Moment. Ich weiss nicht, ob es die Räume oder doch seine Präsenz waren, die die Situation so gefährlich machten. Was würde nun passieren?
„Ja", sage ich, um den Abstand zu überwinden, der zwischen uns ist. Als ob eine unsichtbare Grenze in diesem Augenblick einfach verschwunden wäre. Doch statt mich zurückzuziehen, geht er noch einen Schritt näher. Unsere Lippen berühren sich, ein flüchtiger Moment.
Doch es dauert nicht lange. Ich reagiere schnell, greife nach seiner Waffe, die er an seiner Hüfte trägt. In einem fliessenden Bewegungsablauf stosse ich mich von ihm ab, ziele auf ihn und halte die Waffe fest.
„Gib mir die Waffe", sagt er, seine Stimme rau und bestimmt.
„Nein", antworte ich, lasse den Abzug los und ziele gezielt auf ihn.
„Du bist nicht der Einzige, der weiss, wie man mit Waffen umgeht", denke ich, als ich die Waffe entlade und abdrücke. In meinem Kopf dreht sich alles um die Frage, wie viel Kontrolle ich in dieser Situation tatsächlich habe. Werde ich es bereuen? Werde ich mit dieser Entscheidung leben können? Doch dafür ist es nun zu spät. Ich hatte einen letzten Auftrag und diesen habe ich erfüllt. Nun stand mir nichts mehr im Weg. Es zu erledigen war der einzige Plan, und den habe ich erfüllt, denn egal was ich fühle: Mit der Zeit lernt man, den Auftrag vor das Gefühl zu stellen.
„Denkst du wirklich, du kommst damit durch?", fragt er und lacht spöttisch. Doch anstatt zu fliehen, tritt er vor und greift sich die Kugel, die ich ihm zugefügt habe. Ohne Zögern entfernt er sie aus seiner Haut, als wäre sie nichts.
„Glaub mir, Schätzchen, so schnell tötest du keinen Vampir", sagt er mit einem schiefen Grinsen. Dann geht er auf mich zu, nimmt mich ohne Vorwarnung auf die Schulter und trägt mich aus dem Raum. Die Welt dreht sich, und ich kann kaum fassen, was gerade passiert.
„Dieser Raum war nicht für deine Augen bestimmt", sagt er, als wir durch einen langen Flur gehen. Ich kann nur den Kopf schütteln und versuche, mich zu beruhigen. Ein Vampir zu töten war neu für mich – und das war nicht der einzige Grund, warum ich mich in diesem Moment unsicher fühlte.
Schliesslich öffnet er eine Tür und ich gehe in den
Raum. Die Tür schlägt mit einem dumpfen Geräusch hinter mir zu. Ich lasse mich auf den Boden fallen, völlig benommen, und versuche, meine Gedanken zu ordnen.
Grüsschen Malia💞
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Mafia dances
RomanceEine Geschichte über Rivalisierende Mafias eine Zwangshochzeit und Fakedating. Also eine ganz normale Lovestory oder? Flavia Rousso hat keinen anderen Ausweg: Um ihre Familie zu retten, wird sie an Alex Rodriguez, einen gefürchteten Mafia-Boss, verk...
