Die Zeit in dem Raum war seltsam still, und ich fühlte mich weder eingesperrt noch frei. Alex hatte mir keine körperliche Strafe auferlegt, aber es war, als würde er mich auf andere Weise fangen. Er hatte mir eine Lektion erteilt, indem er mir keine Freiheit liess, keine Wahl. Die Konsequenzen meines Handelns waren anders als erwartet. Es war nicht die Isolation in einem Keller oder die physische Bedrohung, die er mir aufzwang. Es war etwas subtiler. Etwas, das mich in meiner eigenen Haut gefangen hielt. Ich fühlte mich ignoriert und das kränkte mein Ego deutlich. Doch was sollte ich machen?
Der Raum, in dem ich mich befand, war schlicht, funktional. Kein Geräusch, das mich ablenken konnte. Es war die absolute Stille, die alles durchdrang, als würde sie mich erdrücken. Der kleine Raum war kein Gefängnis mehr, sondern ein kleines, nicht so gut ausgerüstetes Motel. Es war nicht die Düsterheit, die mich quälte – es war das Gefühl, keinen Fluchtweg zu haben, kein Entkommen. Ich hatte es selbst zugelassen, mich in diese Situation zu bringen, aber dieser ständige Druck war kaum auszuhalten. Mein Handy leuchtete auf und eine einzelne Nachricht blinkte auf dem Display auf.
Jessica:
Ich bin es, komme rein :)
Kurz darauf hörte ich das leise Knarren der Tür. Sie öffnete sich, und Jessica trat ein. Ihre Schritte waren ruhig, und als sie mich ansah, bemerkte ich den besorgten Ausdruck auf ihrem Gesicht. Sie war immer die Vermittlerin, die Versöhnerin, die versuchte, zwischen Alex und mir zu vermitteln.
„Wie geht's dir?", fragte sie, ihre Stimme weich und vorsichtig. Sie wusste, dass ich mich nicht wohlfühlte, aber sie versuchte dennoch, mir etwas Trost zu bieten.
„Wie soll es mir schon gehen?" entgegnete ich etwas schroff. Ich wollte nicht weinerlich klingen, doch die Worte waren bereits ausgesprochen, und ich konnte sie nicht zurücknehmen.
Jessica setzte sich auf den Stuhl gegenüber von mir und zog ihren Blick von mir zu dem Tablett mit Essen auf dem Tisch. „Du hast nicht gegessen, oder?" Ich schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht." Es fühlt sich falsch an. Er hat mir eine Lektion erteilt, und es fühlt sich an, als würde ich in seiner Hand festhängen."
„Er liebt es, dir diese Lektionen zu erteilen", murmelte Jessica leise, eher zu sich selbst. Doch dann, als sie sich zu mir drehte, hatte ihr Gesicht etwas Sanfteres. „Du weisst, dass er nicht aus Hass handelt, oder?" Ich blickte auf, überrascht von ihrer Antwort. „Was meinst du?"
„Er hat seine eigenen Prinzipien." Vielleicht sind sie überzogen, aber er tut das nicht, weil er dich quälen will", sagte sie ruhig. „Er hasst es, wenn ihm die Stirn geboten wird." Und jetzt sitzt du hier, weil du ihn provoziert hast."
„Ich musste es tun ", gab ich zu, und in meiner Stimme schwang eine Mischung aus Frustration und erdrückung macht sich breit. Ein Kloss steckt in meinem Hals. Es war ihr Bruder und ich wollte sein Leben beenden. Wie konnte sie überhaupt noch so höflich und verständlich zu mir sein? Vielleicht hätte ich ihr nicht sagen sollen, dass ich es nicht aus freien Stücken tat, doch es hätte sich sonst so falsch angefühlt.
„Du musstest aber waum? " fragt Jessica neugierig. Ich konnte nichtantworten,m denn ich war diestarkee Flavia und nicht meine Vergangenheit. Schwäche zu zeigen war nicht meins. Ich werdemichh nie mehr so kleinfühlenn wie frühe,r und dazu darf ich keinMitleidd oder Liebe fühlen. Doch ich konnte die Empathie in mir auch nicht einfach auslöschen.
Als ich nicht antworte, nickt Jessica nachdenklich. „Ich verstehe, aber das mit der Waffe ... das war nicht nur ein Versuch, dich zu verteidigen, oder?" Du hast ihn damit irgendwie herausgefordert. Es war nicht nur der Schuss, es war der Moment, als du den Kuss..."
„Was?" Was meinst du?" fragte ich, etwas irritiert.
„Du hast ihn geküsst", sagte sie mit einem Blick, der sowohl schüchtern als auch scharfsinnig war. „Du weisst, dass er das nicht erwartet hat, und es hat ihn verwirrt." Als du ihm dann die Waffe wegnahmst, hat es nicht nur seine Autorität in Frage gestellt – es hat auch seine Gefühle verletzt."
„Seine Gefühle verletzt?", wiederholte ich, nun völlig perplex. „Er ist ein Mafia-Oberhaupt!" Er wird sich nicht von einer Frau wie mir beeinflussen lassen."
Ich hatte gar nicht realisiert, dass die kurze Berührung unserer Lippen von Alex vielleicht als Kuss oder zärtliche Geste wahrgenommen worden sein könnte.
Jessica schüttelte den Kopf. „Das ist der Punkt, Flavia." Du hast ihn auf eine Art getroffen, die nicht direkt mit Gewalt zu tun hat. Du hast ihn verletzt, nicht physisch, sondern emotional. Du hast ihm gezeigt, dass er nicht immer derjenige ist, der die Kontrolle hat. Und der Kuss war vielleicht nicht mehr als ein Trick, aber er hat dich trotzdem wahrgenommen. Und das hat ihn auf eine Weise abgelenkt, die er nicht geplant hatte. Er war wütend, weil er das Gefühl hatte, du hast ihn ausgenutzt."
Ich war still und versuchte, diese Gedanken zu verarbeiten. Die Vorstellung, dass Alex wirklich von dem Kuss betroffen war, brachte mich zum Nachdenken.
Hatte ich wirklich auf diese Weise einen Nerv getroffen?
„Du bist gut darin, zu verstehen, was in ihm vorgeht", sagte ich schliesslich, doch meine Stimme war jetzt weniger aggressiv. „Vielleicht zu gut."
„Ich kenne ihn, Flavia", antwortete Jessica ruhig. „Er ist nicht der, der er vorgibt zu sein." Er ist kein Monster. Die Umstände haben ihn zu dem gemacht, was er nun ist. Es gibt immer noch etwas Menschlichkeit in ihm, und du hast es auf die falsche Weise herausgefordert."
„Und deshalb behandelt er mich so?" fragte ich, aber die
Frage war mehr rhetorisch. „Er hält mich in diesem Raum, ohne es zu erklären." Aber ich habe ihn provoziert. Vielleicht wollte ich einfach sehen, was er tut."
„Du hast ihn verletzt", sagte Jessica leise. „Und jetzt ist er genervt, weil du ihn getäuscht hast." Es war nicht nur der Kuss – es war die Tatsache, dass er nie damit gerechnet hätte, dass du es in dieser Weise machst. Du hast ihm gezeigt, dass er verletzlich ist, und das hat ihn getroffen. Also ja, er bestraft dich – aber nicht, weil er dich hasst, sondern weil er sich von dir verraten fühlt."
Das Schlimmste am Ganzen ist, dass ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn man etwas fühlt, was man nicht fühlen will. Natürlich nicht in so einer Situation, aber das Prinzip ist das gleiche.
Die Worte hingen in der Luft, als ich sie auf mich wirken liess. Plötzlich verstand ich, warum er sich so hart gab. Es war nicht nur, weil er ein Macho war, sondern weil er sich von mir in eine Ecke gedrängt fühlte.
Ich atmete tief ein und versuchte, all das zu verarbeiten, was Jessica mir gesagt hatte. Sie hatte Recht. Ich hatte ihn auf eine Weise angegriffen, die er nicht erwartet hatte, und jetzt war ich derjenige, der die Konsequenzen trug.
„Ich habe ihn verletzt, ja", murmelte ich, als ich den Blick senkte. „Aber was soll ich tun?"
„Du kannst dich entschuldigen", sagte Jessica sanft. „Oder du kannst es einfach akzeptieren, dass du nun eine Lektion gelernt hast." Aber du kannst ihm auch zeigen, dass du ihn verstanden hast."
Ich dachte einen Moment nach. Diese Erkenntnis war schwer zu verdauen, aber sie war auch befreiend. Vielleicht war es an der Zeit, einen Schritt zurückzutreten und die Dinge anders zu betrachten.
„Du hast recht", sagte ich schliesslich. „Ich habe falsch gehandelt." Aber das wird sich jetzt ändern." Jessica nickte. „Gut." Und denk daran, dass Alex dich nicht aus Hass behandelt. Er hat nur seine eigenen Regeln."
Ich nickte, und als Jessica den Raum verliess, fühlte ich mich zum ersten Mal seit langem etwas freier. Vielleicht konnte ich Alex auf eine andere Weise erreichen. Aber für jetzt wusste ich, dass ich selbst die Kontrolle über mein Verhalten hatte.
Leute wie findet ihr die Länge der Kapitel?
Bin jeweils etwa bei 1100 - 2800 Wörtern.
Grüsschen
Malia🌸
DU LIEST GERADE
Mafia dances
RomanceEine Geschichte über Rivalisierende Mafias eine Zwangshochzeit und Fakedating. Also eine ganz normale Lovestory oder? Flavia Rousso hat keinen anderen Ausweg: Um ihre Familie zu retten, wird sie an Alex Rodriguez, einen gefürchteten Mafia-Boss, verk...
