Kapitel 13 Flavia

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Leute das Kapitel ist daaaa!!!

Flavia starrte auf das weite Meer vor ihr, als ob sie es ertragen müsste. Die Wellen, die sich rhythmisch gegen den Felsen schmissen, hatten für sie keine Ruhe. Der Klang, der Wind, die salzige Luft – alles war wie eine endlose Wiederholung eines Albtraums, aus dem sie nicht aufwachen konnte. Die Landschaft war wunderschön, doch sie hatte keinen Raum für Schönheit in ihrem Inneren. Da war nur die Leere. Und das, was sie mit sich trug.

Sie konnte die Bewegungen im Haus hören. Die Schritte von Alex, der immer noch da war, immer noch in ihrer Nähe, obwohl er nie wirklich zu ihr gehörte. Es war schwer zu sagen, was sie mehr störte – sein Dasein oder das ständige Gefühl, dass er ihr nie wirklich vertraute, nie wirklich an sie glaubte.

Er hatte sie gerettet, wie er es nannte. Aber auch bei dieser Rettung hatte sie immer das Gefühl gehabt, als wäre sie nichts weiter als ein ungelöstes Rätsel für ihn. Etwas, das er entschlüsseln musste. Sie wusste, dass er sich um sie kümmerte – auf seine eigene, distanzierte Weise. Er brachte ihr Essen, stellte sicher, dass sie nicht zu viele Medikamente nahm, sprach mit ihr, wenn es nötig war. Aber diese Zuwendung war nie liebevoll. Sie war pragmatisch, fast funktional.

Vielleicht war das gut so. Flavia hatte keine Kraft für Zuneigung. Keine Kraft für Nähe. Aber trotzdem konnte sie nicht umhin, sich immer wieder zu fragen, was er von ihr wollte. Was er wirklich wollte. Er war nicht der Typ, der viel sprach, aber sie hatte genug Gelegenheiten gehabt, in seine Augen zu sehen, um zu wissen, dass sie ihm ein Rätsel war. Und Rätsel liebte er.

Als sie an diesem Nachmittag das Zimmer verliess und durch das Haus schlenderte, hatte sie das Gefühl, dass sie immer wieder durch die gleichen Räume lief, als würde sie in einer Schleife gefangen sein. Jede Bewegung, jeder Schritt, jedes Geräusch erinnerte sie an Dinge, die sie nicht mehr ertragen konnte. Flavia konnte die vertrauten Geräusche nicht ertragen – den Hauch seiner Präsenz, den sie nicht mehr ausblenden konnte, selbst wenn er in der Ferne war. Sie wusste, dass er sie beobachtete, dass er sie verstand, aber sie wollte nicht, dass er es tat.

Er war in der Nähe, als sie das Wohnzimmer erreichte. Er sass am Tisch, die Augen auf das offene Buch vor ihm gerichtet, als sie eintrat. Ein Moment der Stille, bevor er den Blick hob. Ihr Blick traf den seinen, und sie hielt inne. Nicht aus Angst, sondern aus einem seltsamen Gefühl von Ohnmacht. Sie konnte ihm nicht entkommen, auch nicht hier. Es war nie nur das Physische – es war die Art, wie er sie verstand, wie er auf eine Weise in ihr las, die niemand anderes jemals getan hatte. Das war das Unheimliche.

„Du solltest dich hinlegen", sagte Alex schliesslich, seine Stimme ruhig, fast gleichgültig. Es war keine Bitte, keine Sorge. Eher eine Feststellung.

„Warum?" antwortete Flavia, ohne den Blick von ihm zu wenden.

„Weil du müde aussiehst. Du musst dich ausruhen."

Es war nicht so, dass sie nicht wusste, dass er recht hatte. Sie fühlte sich erschöpft, als wäre ihr Körper mehr ein Relikt aus der Vergangenheit als ein Teil der Gegenwart. Aber sie hatte keine Lust, sich auszuruhen. Sie hatte keine Lust, irgendeinem der Dinge zu folgen, die er ihr vorschlug. Sie wollte einfach nur für sich selbst da sein, ohne dass jemand sie beobachtete.

„Ich bin nicht müde", sagte sie leise, obwohl ihr Körper es widersprach.

„Ich glaube dir nicht", antwortete er mit einem leichten Schmunzeln, das so wenig Wärme ausstrahlte wie ein schattiger Nachmittag.

Sie seufzte und drehte sich um, als wollte sie den Raum verlassen, doch ihre Füsse blieben wie festgenagelt. Sie hatte das Gefühl, dass sie hier festhielt, an diesem Ort, an diesem Moment, an diesem Menschen, der sie nie in Ruhe lassen würde. Warum liess sie sich immer wieder so von ihm einfangen? Warum konnte sie ihm nicht einfach entkommen?

Mafia dancesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt