Kapitel 35 Flavia

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Leute an dieser Stelle eine TW im Bereich Psyche.🌸

Den gestrigen Tag habe ich noch lange genossen. Ich kann die warmen Sonnenstrahlen noch immer auf meiner Haut spüren, wenn ich an gestern denke, wie sie mich sanft kitzelten. Es war ein Tag, der mich mit Freude erfüllte – die Vorstellung, dass ich schwanger war und bald ein kleines Mini-Me von uns auf die Welt bringen würde, fühlte sich so unglaublich richtig an. Alles schien perfekt, als würde das Leben mich mit offenen Armen empfangen. Es war ein Gefühl, das ich so lange nicht mehr hatte – fast zu perfekt, um wahr zu sein. Ich liebte diesen Ort hier in Spanien, der mich an die warmen, feuchten Brisen aus Italien erinnerte. Diese kleinen, verträumten Gassen und die Architektur der alten Gebäude fühlten sich wie Heimat an. Ich war frei – barfuss auf den heissen Ziegeln der Strassen zu laufen, ohne einen Gedanken an Sorgen, nur das Gefühl der Freiheit und Unbeschwertheit. Es war ein Gefühl aus meiner Kindheit, als ich oft genau das tat: Mit freien Füssen durch die Strassen rennen, den Wind im Haar und ein Lächeln auf den Lippen.

Das Einzige, was mich nicht in diese sorglose Zeit zurückversetzen konnte, war das Eis hier. Es war okay, aber eben nicht das Beste. Klar, alle würden jetzt sagen „Was ist mit der Pizza?", aber das hatte ich nie ausprobiert. Meine Mutter hätte mir vermutlich den Kopf gewaschen, wenn sie das gewusst hätte, aber die Wahrheit war, dass ich nie die Lust auf Pizza verspürt hatte. Zu viele Kalorien, dachte ich immer. Aber das war wohl das einzige, was mich von meiner Kindheit trennte.

Heute jedoch hatte ich einen Plan. Ich wollte meiner Assistentin kurz Bescheid sagen, dass ich noch eine Weile in Spanien bleiben würde. Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto schwieriger wurde es. Ich hasste es, mich so unproduktiv zu fühlen. Es war ein Gefühl, das mich oft quälte. Dieses Gefühl, nicht genug zu tun, nicht genug zu leisten. Und immer, wenn ich mich so fühlte, kamen die Gedanken an meine Kindheit und an die Dinge, die ich nicht geschafft hatte. An all das, was ich vermisste, und an das Gefühl, dass ich es niemals ganz verstehen würde, warum ich so war, wie ich war. Diese Fragen quälten mich, drehten sich immer wieder im Kreis. Hatte ich versagt? War ich einfach zu kaputt für diese Welt? Und selbst jetzt, da ich schwanger war und mich auf das Leben freute, fühlte es sich manchmal an, als würde alles zu viel werden. Wie konnte ich meine Emotionen kontrollieren? Warum brach ich immer wieder zusammen, wenn ich doch dachte, dass ich stark war?

Es war, als ob ich an einem Punkt in meinem Leben angelangt war, an dem ich nicht mehr wusste, wie ich mich selbst verstehen konnte. Warum war ich so empfindlich? Warum musste ich mich so fühlen? Ich wollte weinen, schreien, einfach nur aus dieser Welt fliehen, doch der Gedanke, dass ich ein Kind in mir trug, hielt mich irgendwie noch fest. In diesem Moment brach ich erneut zusammen. Ich konnte die Kontrolle nicht mehr behalten, fühlte mich hilflos und zerrissen. Es war, als würde ich im eigenen Körper ertrinken.

Doch dann spürte ich plötzlich zwei warme, kräftige Arme, die mich umhüllten. Es war Alex. Ich wusste sofort, dass es er war, der mich hielt, der mir in diesem Moment die Kraft gab, mich nicht völlig zu verlieren. Die Wärme seiner Umarmung nahm mir die Angst und die Verzweiflung. Es war, als würde er mir die Hand reichen, um mich aus der Dunkelheit zu holen. Ich konnte ihn riechen, den vertrauten Duft, der mich so sehr beruhigte. Ich wusste, dass er mich nie alleine lassen würde, dass er immer da war. Diese Sicherheit, die er mir gab, war alles, was ich in diesem Moment brauchte.

„Ich bin hier, du bist nicht allein", flüsterte er leise in mein Ohr, und ich fühlte, wie sich mein Puls langsam beruhigte, wie das Rauschen in meinen Ohren abklang und ich wieder zu mir selbst fand. Es war ein langsames Zurückkommen, und es fühlte sich an, als würde ich zum ersten Mal in Tagen wieder richtig atmen können. Doch ich wusste, dass er mich gesehen hatte, in meiner ganzen Schwäche und Zerbrechlichkeit. Ich wollte mich in diesem Moment vor ihm verstecken, weil ich mich schwach fühlte, aber er liess mich das nicht. Er nahm mich einfach an, hielt mich fest und gab mir das Gefühl, dass ich ihm alles anvertrauen konnte.

Mafia dancesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt