„Bitte, es ist mein 21. Geburtstag. Ich will einfach einmal raus", sage ich, während ich mich müde in den Raum schleppe. Der Jetlag lässt meinen Körper schwer werden, aber mein Kopf fühlt sich klarer als sonst. Ein Gefühl der Enge, das mich immer wieder packt, wird immer drückender. Es ist der ständige Druck, die Kontrolle abzugeben, aber es fällt mir schwer. Ich will einfach mal ein Stück Freiheit - einen Moment lang atmen, ohne dass jemand mir vorschreibt, wie ich mich zu verhalten habe.
Alex schaut mich ausdruckslos an. „Du hast alles, was du brauchst, Flavia. Du musst nicht raus, nur damit andere Männer dich sehen", sagt er mit einem kühlen, fast gelangweilten Ton, der mich fast in den Wahnsinn treibt. Ich weiss, dass es nicht nur die Sorge um mich ist - es ist auch der Besitzanspruch, den er in seiner Stimme trägt.
Ich seufze und lasse mich auf dem Stuhl nieder. Es fühlt sich an, als würde jeder Atemzug im Raum schwingen, schwer und dicht. „Alex, ich will einfach mal raus. Bitte. Ich will nicht die ganze Zeit hier festhängen, ohne irgendetwas zu fühlen. Es tut mir einfach weh, die ganze Zeit nur so ... eingesperrt zu sein", sage ich, meine Stimme klingt leiser, als ich es wollte.
Er schüttelt den Kopf, und in seinem Blick liegt eine Mischung aus Ärger und Enttäuschung. „Du bist nicht bereit, deinen Frieden zu finden, Flavia. Du lässt dich von irgendetwas treiben, ohne zu wissen, wohin du eigentlich willst."
Ich will ihm widersprechen, aber die Worte bleiben mir im Hals stecken. Stattdessen sage ich etwas, das wie ein Scherz klingen soll, um die Spannung zu durchbrechen. „Hast du etwa Angst, dass ich dich wieder erschiesse?" Ein Lächeln spielt um meine Lippen, aber es fühlt sich leer an. Ich schwinge mein Haar zurück, aber es ist mehr eine Flucht vor der Situation als eine echte Reaktion.
Sein Blick bleibt hart, und für einen Moment sieht es aus, als würde er mir die Stirn bieten. Doch dann weicht etwas in ihm. Ein kurzes Zucken an den Mundwinkeln, als würde er tatsächlich wissen, dass ich mich nur versuche, vor mir selbst zu verstecken. „Flavia, das ist kein Spiel. Du bist nicht in Gefahr, nicht hier, nicht bei mir", sagt er sanfter, doch in seiner Stimme klingt etwas, das mich zugleich beruhigt und mir Angst macht.
Ich nicke nur, aber in mir drängt sich die Erinnerung an all das, was ich in der Vergangenheit durchgemacht habe - all das, was mich daran hindert, mich wirklich fallen zu lassen. Etwas in mir schreit nach einem Ausweg, einer Möglichkeit, dieser ständigen Kontrolle zu entkommen, aber ich weiss, dass ich mich nicht einfach aufgeben kann.
„Ich muss... ich muss einfach mal raus", sage ich, fast mehr zu mir selbst. Und ehe er reagieren kann, drehe ich mich zur Tür und gehe einfach. Ohne einen weiteren Blick zurück.
Ich gehe schnell durch den langen Flur, meine Schritte hallen leise in der Stille. Als ich die Tür zu Jessicas Zimmer öffne, liegt sie noch im Bett, ihre Haare zerzaust, und die Sonne scheint schräg durch das Fenster. Ich spüre den Drang, einfach zu fliehen, um mich selbst zu spüren, um zu wissen, dass ich noch lebe - dass ich noch Kontrolle habe.
„Jessica, du musst mir helfen. Ich brauche jemanden, der mitkommt", sage ich, die Worte kommen schnell, fast verzweifelt.
Jessica blinzelt, als sie mich sieht, aber ich kann sofort erkennen, dass sie mich nicht wirklich versteht. „Was ist los?"
„Ich gehe raus. Und du wirst mit mir kommen", sage ich, ohne auf eine Antwort zu warten. Ich spüre diesen inneren Drang - nicht wegen Alkohol oder irgendeiner Ablenkung. Ich will einfach nur für einen Moment ich selbst sein, ohne die ganzen Regeln, die mir Alex auferlegt hat. Ohne diese ständige Dunkelheit, die mich umgibt.
„Du gehst weg? Aber Alex wird dich umbringen!", sagt sie, als sie sich aufsetzt, ihre Augen voller Besorgnis.
„Er wird mir nichts tun", sage ich mit fester Stimme, auch wenn ich tief im Inneren weiss, dass sie sich irrt. „Ich werde ihn schon irgendwie überzeugen. Er wird mich nicht aufhalten können. Ich muss einfach mal raus, um Luft zu holen. Ich muss mich spüren."
Jessica sieht mich an, dann nickt sie. „Du bist verrückt", murmelt sie, aber sie steht auf und zieht sich schnell an.
Alex POV:
Ich bin in meinem Büro, als ich Pierre bitte, Flavia das Essen zu bringen, aber es fühlt sich an, als würde die Zeit langsamer vergehen. Mein Verstand sagt mir, dass sie sicher ist, dass sie nicht weit weg ist. Doch die Unsicherheit nagte in mir. Was, wenn sie einfach nicht zurückkommt? Was, wenn sie sich wirklich von mir entfernt?
Dann kommt James, der Atem geht ihm schwer, als er in mein Büro stürmt. „Sie ist weg!"
„Was?!" Meine Stimme ist scharf, fast laut. Ich springe auf, mein Herz setzt für einen Moment aus. Sie kann nicht einfach verschwunden sein, nicht ohne ein Wort.
„Flavia ist weg. Und Jessica auch. Niemand weiss, wo sie sind", sagt James, und die Anspannung in seiner Stimme ist eindeutig. Es ist nicht einfach Wut - es ist echte Sorge.
Ich bin sofort auf den Beinen, mein Blick wird dunkel. Eine Mischung aus Wut und Angst durchzieht mich, und ich realisiere plötzlich, wie tief meine Gefühle für sie sind. Sie kann nicht einfach so gehen. „Du musst sie finden", sage ich, meine Stimme hart und bestimmt.
„Es gibt keine Spur, Boss. Sie sind verschwunden", sagt James, während er die Hand an den Kopf fährt. „Und du weisst, was das bedeutet, oder?"
„Ja", antworte ich und trete zur Tür, entschlossen, alles zu tun, um sie zu finden. Etwas in mir sagt mir, dass ich sie nicht verlieren kann. Egal, was ich über sie weiss oder was sie mir vielleicht antut - sie gehört zu mir. Ich werde sie nicht einfach im Stich lassen.
Flavias POV:
Ich stehe vor der Tür und atme tief ein. Der kalte Wind beisst in mein Gesicht, aber irgendwie fühlt sich die Kälte befreiend an. Kein Alkohol, keine Flucht - nur der Drang nach etwas, das mich nicht erdrückt, nach etwas, das ich selbst kontrollieren kann.
Doch als ich schliesslich ankomme, sehe ich, wie Alex mir entgegenkommt. Seine Schritte sind schnell, bestimmt, fast verzweifelt, und ich merke, wie mein Herz einen Moment aussetzt.
„Was tust du hier?", frage ich, die Wut und die Unsicherheit in meiner Stimme nicht verbergend. Aber als er mich ansieht, ist es nicht Wut, die in seinen Augen glüht. Es ist etwas anderes - Sorge, vielleicht sogar Angst.
„Du hast mich wirklich erschreckt, Flavia", sagt er, seine Stimme klingt rau, als würde er sich zusammenreissen müssen, um ruhig zu bleiben. „Warum bist du einfach weggegangen? Was soll das alles?"
Ich schlucke schwer, kann ihn nicht ansehen, weil die Wahrheit mir zu nahe kommt. „Ich weiss es nicht", sage ich, fast flüsternd. „Es fühlt sich an, als würde mir die Luft fehlen. Wie wenn alles um mich herum zu viel wird und ich einfach raus muss, um zu wissen, dass ich noch lebe."
„Du musst nicht alleine sein, Flavia", sagt er leise, fast sanft, als er mich an der Schulter fasst. „Du musst dich nicht alleine verlieren."
In diesem Moment weiss ich, dass es schwer wird. Sehr schwer. Denn ich bin nicht nur mit meiner Vergangenheit und der Verpflichtung konfrontiert, ihn zu töten - ich bin auch mit etwas viel Tieferem konfrontiert. Einem Gefühl, das ich nicht wollte. Einem Gefühl, das mich fesselt.
„Ich habe Angst, Alex", flüstere ich, als sich etwas in mir öffnet. „Ich habe Angst vor dem, was in mir steckt. Vor dem, was ich tun muss. Und vor dem, was du für mich bist."
Alex seufzt, zieht mich langsam zu sich, und für einen Moment vergesse ich die Welt um uns herum. Aber tief in mir weiss ich, dass es nicht vorbei ist. Nicht solange ich diese Verpflichtung noch in mir trage. Doch vielleicht - nur vielleicht - gibt es einen Weg, beide Seiten zu leben.
„Du musst das nicht alleine durchstehen", sagt er ruhig und drückt mich fester an.
Was denkt ihr?
Sind die Kapitlunterbrüche gut?
Grüsschen
Malia🌸
DU LIEST GERADE
Mafia dances
RomanceEine Geschichte über Rivalisierende Mafias eine Zwangshochzeit und Fakedating. Also eine ganz normale Lovestory oder? Flavia Rousso hat keinen anderen Ausweg: Um ihre Familie zu retten, wird sie an Alex Rodriguez, einen gefürchteten Mafia-Boss, verk...
