Kapitel 65

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"Kann ich reinkommen?",vernahm ich Marcos Stimme. Ich nickte, bis mir auffiel,dass er mich nicht sehen konnte.
"Ja"

"Was machst du hier?",fragte ich ihn verwirrt,da er eigentlich beim Training sein sollte,bis mir wieder einfiel ,dass er ja schon wieder verletzt war . Er hatte aber auch ein Pech was das anging.
"Dein Fuß",gab ich mir selbst die Antwort auf meine Frage.
"Ja"
"Wie geht's dir ?",versuchte ich ihn zum Reden zu bringen .
"Lass uns über etwas anderes reden. Ich bin doch hier um die Kleine zu sehen",lächelte er und setzte sich auf den Stuhl neben den Bett.

"Sie heißt Emily",grinste ich vor mich hin und streichelte die kleine Hand meiner Tochter.
"Schöner Name.Sie hat übrigens deine Nase",meinte er mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Wo war sein breites Grinsen,das er sonst immer im Gesicht trug ? Ich kannte Marco so gar nicht und ich wusste,dass er jemanden zum Reden brauchte,aber ich konnte ihn ja nicht dazu zwingen. Ihm fehlte echt sein bester Freund mit dem er über alles reden konnte  und das war Mario . Aber er war nicht da .

"Willst du sie mal halten?",fragte ich ihn,da ich wusste,dass er Kinder über alles liebte . Ich wartete gar nicht auf seine Antwort ,sondern legte ihm Emily in die Arme und stand auf .
"Marco,kannst du mir einen Gefallen tun?",fragte ich ihn während ich meine Klamotten in eine Tasche packte.
"Klar. Was soll ich tun ?" Okay, ihn hatte ich schonmal auf meiner Seite. Musste ich nur noch den Arzt von meiner Idee überzeugen.
"Es kommt jeden Moment der Arzt rein. Spiel einfach mit,okay?",bat ich ihn. Mir war es zu blöd,dass ganze alles jetzt zu erklären . Er hatte nur eine einfache Aufgabe , nämlich mitspielen .

"Dürfte ich fragen was Sie da machen?",fragte mich jemand und wer sonst, als mein arzt ,würde mich mit Sie ansprechen .
"Ich packe meine Sachen"
"Sie sollten sich doch noch zwei ,drei Tage ausruhen",meinte dieser .
"Aber das kann sie ja auch zu Hause . Ich pass schon auf,dass sie Ruhe hat und sich nicht anstrengt ",schaltete sich nun Marco ein und Gott sei Dank machte er seinen Job gut .

"Letztendlich  müssen Sie für sich selbst entscheiden, ob Sie schon nach Hause wollen oder nicht . Wenn es Ihr Wunsch ist ,werde ich eine Krankenschwester mit den Entlassungspapieren vorbei schicken"
"Wenn das möglich wäre ",sagte ich .
"Aber natürlich und noch viel Glück mit Ihrer Tochter",lächelte er mich freundlich an und verabschiedete sich von mir.

"Danke"
"Kein Problem, ich kann das Krankenhaus wohl genauso wenig wie du leiden",lachte er . Wer war schon gerne im Krankenhaus ? Also ich nicht . Und Marco ebenso wenig.

***

"Erik wird nicht begeistert sein",stellte Marco fest, nachdem wir Lukas vom Kindergarten geholt hatten und er mich im Wohnzimmer mit Emily abgesetzt hatte.
"Man Marco ich will ein heißes Bad nehmen ",jammerte er ich, da er nicht von meiner Seite wich, damit ich ja nicht auf die Idee kam von der Couch aufzustehen.
"Das ist nicht mein Problem,darum soll sich Erik nachher kümmern",grinste er und schaltete den Fernseher ein .
"Arschloch",zischte ich leise und tat so als würde ich meiner Tochter die Ohren zu halten . Ich wollte ja nicht ,dass sie Schimpfwörter zu bald lernte.

"Darf ich sie nochmal halten ?"
"Nein,mach dir dein eigenes Kind",motzte ich ihn an . Wenn er mich nicht haben lässt was ich will, bekommt er auch nicht was er will. So läuft das hier .  Als ich darüber nachdachte,was ich gerade zu ihm gesagt habe, hätte ich mich dafür am liebsten geschlagen.  Marco wollte doch Kinder ,aber ihm fehlte die Frau , die ihn glücklich machte und seinen Wunsch mit ihn teilte. Diese Frau hatte er mal in mir gesehen und ich hab ihm quasi seine Vorstellung zerstört . Mein schlechtes Gewissen würde wohl noch lange Zeit da sein . Wahrscheinlich bleibt es für immer. Ich konnte nur hoffen, dass er seine Frau fürs Leben bald findet ,denn er hat definitiv was besseres als mich verdient.

"Tut mir leid,dass war gerade unpassend",entschuldigte ich mich.
"Schon gut "
"Sag mir bitte was los ist Marco. Ich kenn dich doch und merke wenn etwas nicht mit dir stimmt"
"Ich vermiss die alten Zeiten einfach . In denen wir jeden Tag in der Wg zusammen Sachen gemacht haben . Und vor allem vermiss ich Mario",gestand er mir und sah mich traurig an .
"Hast du ihn mal gefragt ob er dich besuchen kommt ?"
"Ja,aber er sagt nur ,er hat keine Zeit. Aber ich bin doch sein bester Freund ? Und für beste Freunde nimmt man sich doch Zeit ,oder ?",krächzte er, weshalb ich ihn in eine Umarmung zog,soweit es mit Emily in meinen Armen möglich war.

Dann wusste ich ja schon was ich zu tun hatte,wenn ich schon von Marco unn Erik Bett Ruhe verordnet bekommen hatte.

A little too much | Erik DurmGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt