Kapitel 39

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"Der Kleine schläft schon ",sagte Erik als er sich zu mir auf's Sofa setzte.
"Das ging aber schnell ",stellte ich fest. Naja , wahrscheinlich lag es an der frischen Luft immerhin war er den ganzen Nachmittag draußem und ist herumgesprungen.
"Alles gut bei dir ?",fragte mich Erik fürsorglich.
"Bin nur etwas müde ",log ich .
"Ich bin doch nicht blind, July. Ich merk doch,dass dich etwas bedrückt"
War ja klar , dass er mir meine kleine Notlüge nicht abkauft .

"Ich will gerade echt nicht darüber reden . Außerdem wäre es irgendwie komisch mit meinem Ex Mann über meinen Ex Freund zu reden",winkte ich ab .
"Wie du meinst. Du kannst übrigens im Schlafzimmer schlafen . Ich penn hier auf der Couch ",informierte er mich und begann das Sofa schlaftauglich zu machen .
"Ich kann aber auch auf der Couch schlafen ",meinte ich .
"Du hast noch nie gerne auf dem Sofa geschlafen " Da hatte er recht .
Ich beließ es dabei , da ich keine Lust hatte darüber zu diskutieren wo wer schläft.

"Ich weiß du willst nicht reden . Aber geht's dir gut ?" Ich wandte meinen Blick von ihm ab und tat so als ob ich ihn nicht gehört hätte. Unauffälig versuchte ich ins Schlafzimmer zu gelangen und hoffte , dass Erik mich auch einfach machen ließ . Ich schloss die Tür hinter mir und ging ins angrenzende Badezimmer um meine Zähne zu putzen. Zum Glück waren die Gästezahnbürsten noch immer an der gleichen Stelle wie früher . Nachdem ich im Bad fertig war , schlüpfte ich aus meinen Klamotten und legte sie beiseite .

"July? Wieso gehst du meinen Fragen immer aus dem Weg ?",hörte ich Erik sagen . Normalerweise klopft man ja an einer geschlossenen Tür an , wenn man weiß, dass in diesem Zimmer jemand ist , aber davon hat er ja noch nie besonders viel gehalten.
"Ich hab dich nicht herein gebeten . Also könntest du jetzt bitte wieder rausgehen . Ich hab nichts an ",meinte ich und deutete zur Tür , doch er bewegte sich kein Stück.
"Da ist nichts was ich nicht schon gesehen habe ",war seine Antwort darauf und sah mir in die Augen , womit ich in diesem Moment am wenigsten gerechnet hätte .

Ich schnappte mir die Bettdecke und wickelte sie kurzerhand um meinen Körper ,da ich es komisch fand Erik halbnackt gegenüber zu stehen.
"Was willst du ?"
"Eine Antwort auf meine Frage . Ich seh's doch , dass es dir nicht gut geht . Was hat Marco denn so schlimmes gemacht ?" Ich ließ mich aufs Bett fallen und vergrub mein Gesicht in meinen Händen . Meine Situation war gerade vergleichbar mit einem Abwehrsystem . Es hält zwar lange durch aber irgendwann kann auch das beste Abwehrsystem nicht mehr . Genauso war es bei mir auch . In letzter Zeit hab ich zu oft abgewunken,wenn mich jemand gefragt hat wie's mir geht , aber irgendwann komme auch ich an einem Punkt an , wo ich nicht mehr abwinken kann oder will . Es geht einfach nicht mehr gerade . Auch wenn Erik nicht der richtige Ansprechpartner dafür war. Er war nunmal der einzige , der gerade hier war.

"Wie soll's mir schon gehen ? Die letzten drei Wochen hab ich in einem Hotel verbracht , weil ich mit Marco nicht mehr unter einem Dach wohnen konnte. Ich kann mit jemanden keine Beziehung führen , wenn derjenige mir nicht vetraut und das war bei Marco nunmal der Fall .Ich konnte ihm noch sooft sagen , dass zwischen dir und mir nichts mehr läuft , aber das war ihm egal , denn jedesmal wenn ich dir Lukas gebracht habe , wurde er misstrauisch .Man ich hasse es , Erik . Es ist so beschissen . Ich dachte es läuft endlich alles rund und dann scheitert alles an zu wenig Vertrauen . Obwohl ich ihm nicht mal den Grund dazu gebe ",schüttete ich ihm mein Herz aus . So absurd es auch klingen mag.

"Vielleicht war er doch nicht der richtige ",war das einzige was Erik dazu sagte. Ich war mir eigentlich von Anfang an sicher , das Marco diesmal der richtige war , aber vielleicht hatte Erik ja recht ?
"Hast du ihm das mit dem Kuss erzählt ?",fragte er mich nach einer Weile. Ich schüttelte zaghaft den Kopf .
"Hast du ihn in der Zeit wo du nicht da warst vermisst ?" Ich nickte . Natürlich hab ich ihn vermisst. Wenn man mit einer Person zusammen ist , fehlt er einem , wenn man weg ist.
"Liebst du ihn ?"

"July ?"
"Ich weiß es gerade nicht . In meinem Kopf herrscht gerade reinstes Chaos "
"Es gibt nur einen Weg herauszufinden ob du ihn noch liebst oder nicht ",meinte er und kaum haben diese Worte seinen Mund verlassen , spürte ich seine Lippen auf meinen.

Anfangs bewegte er sie nur leicht gegen die meinen doch der Druck gegen meine Lippen wurde stärker als ich meine Hände in seinen Haaren vergrub und ihn noch näher an mich ranzog . Was machst du da , July? Es ist falsch und Marco gegenüber echt mies , aber es fühlt sich gerade einfach nur verdammt richtig an .Erik drückte mich sanft zurück ins Bett und beugte sich über mich ohne auch nur für einen Moment von meinen Lippen abzulassen.
"Ich hab dich vermisst ",hauchte er mir gegen den Hals , bevor er dort feuchte Küsse verteilte und mich somit wahnsinnig machte . Um ehrlich zu sein hab ich das auch vermisst . Sehr sogar .

Meine Hände fuhren unter Eriks Shirt um ihm dieses über den Kopf zu ziehen . Auch seine Hose fand schnell den Weg auf den Boden .
"Wir sollten das nicht tun ",brachte ich zwischen den Küssen hervor .
"Du musst es mir nur sagen wenn ich aufhören soll ",grinste er und schmiss meinen Bh achtlos zu den anderen Klamotten . Er wanderte mit seinen Küssen weiter runter und machte mir somit meine Entscheidung nicht einfacher . Ich konnte nicht mehr wirklich klar denken und mein Körper wollte ihn so sehr , weshalb ich mich fallen ließ und mich Erik vollkommen hingab .

A little too much | Erik DurmGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt