"Mach die Tür auf,Erik ",meinte ich und klingelte an der Haustür , doch er wollte mir , wieso auch immer, die Tür nicht öffnen . Ich meine, ich kann verstehen , dass ich nicht gerade sein liebster Gast bin , aber deswegen heißt es ja noch lange nicht , dass man mich vor der Tür stehen lässt , obwohl es arschkalt draußen ist .
"Erik ",versuchte ich es ein weiteres mal und klopfte gegen die Tür .
Ich hörte Schritte , die immer näher kamen und dann öffnete sich langsam die Haustür . Was ich da sah , schockte mich ehrlich gesagt , denn Erik sah alles andere als gut aus . Ich wusste zwar , dass er zurzeit nicht ganz fit ist , aber das es tatsächlich so schlimn ist, war mir nicht bewusst .
"Was willst du ? ", fragte er mich , obwohl es sich eher nach einem Krächzen anhörte .
"Kann ich kurz reinkommen ?",bat ich ihn und betrat schonmal das Haus, ohen auf seine Antwort zu warten . Womöglich hätte er mir auch noch die Tür vor der Nase zu geschlagen und das wollte ich nicht riskieren,da wir beide ein Gespräch dringend nötig hatten.
"Was willst du ? ",wiederholte er seine Frage von vorhin und ging ins Wohnzimmer . Oder besser gesagt er bannte sich einen Weg ins Wohnzimmer , da es etwas chaotisch war . Oder anders ausgedrückt , es sah aus wie in einem Schweinestall . Dazu kam noch , dass es nach Ziagretten stank und außerdem stieg mir der Geruch von Alkohol in die Nase .Kein Wunder , da liegen ja auch genügend leere Flaschen herum .
"Mit dir reden "
"Dann fang an ",meinte er und ließ sich aufs Sofa fallen.
"Wie geht's dir ?"
"Blendend . Ging mir nie besser",antwortete er mir und log mir somit dreist ins Gesicht . Aber wieso frage ich ihn das auch ? Was hab ich mir auch von dieser Frage erwartet ?
"Du hast dein Versprechen gebrochen",murmelte ich . Wieso ich murmelte ? Keine Ahnung . Vielleicht weil ich in diesem Moment einfach überfordert war? Ich konnte nichtmal ein normales Gespräch mit ihm aufbauen . Ich wusste nicht , wie ich es schaffe mit ihm zu reden ,ohne das es wieder in einem Streit endet . Es konnte auch sein , dass ich murmelte,da es nur eine Feststellung meinerseits war . Oder es gab keinen Grund weshalb ich murmelte .
"Was meinst du ? ",fragte er mich . Sein Blick war star auf seine Füße gerichtet . Er hatte mich seitdem ich das Haus betreten habe kein einziges Mal in die Augen geschaut .
"Du hast mir versprochen , dass du dich immer gut um Lukas kümmern wirst . Egal was passiert "
Fast etwas verzweifelt fuhr er sich durch die Haare und vergrub sein Gesicht in seinen Händen .
"Es war nur dieses eine Mal . Ich weiß auch nicht was mit mir los war . Ich hatte wieder diesen Hänger und... Gott scheiße bin ich ein schlechter Vater . Ich wollte ihn nie anschreien . Du musst mir glauben " Seine Stimme verwandelte sich von einst wütend auf sich selbst auf ein Flüstern . Das erste mal seit langen suchte er Blickkontakt mit mir . Mit einem verzweifelten und total überforderten Blick sah er mich an , sodass ich nicht weggucken konnte . Ich war quasi gezwungen seinem Blickkontakt standzuhalten . Es war so , als würde er mich mit seinem Blick fesseln um mich davon zu überzeugen , dass es ihm wirklich leid tut und das er es wirklich ernst meint , dass es ein eimahliger Ausrutscher war .
"Es tut mir leid "
"Davon hab ich nicht viel , Erik . Du hast deinen Sohn ohne Grund angeschrien , nur weil du nicht weißt wenn Schluss mit Alkohol ist . Du kannst dich nicht einfach voll laufen lassen , wenn Lukas bei dir ist . Verdammt , du hast die Verantwortung für ihn und du wirst es wohl mal schaffen dich drei Tage zu beherrschen . Aber anscheinend ja nicht , denn sonst müssten wir hier jetzt gar nicht sitzen und darüber diskutieren " Es tat gut mal alles rauszulassen , was sich die letzten Wochen angesammelt hat .
"Du hast übrigens auch dein Versprechen gebrochen ",flüsterte er nach langer Stille . Ich sah ihn fragend an , da ich nicht wusste wovon er spricht .
"Du hast damals gesagt , dass du mich nie verlassen wirst .Egal was passiert"
Dieses Gespräch beginnt sich in die falsche Richtung zu entwickeln.
"Willst du mir jetzt Schuld an der gesamten Situation geben ? Weißt du Erik , es ist die eine Sache ,wenn man Mist baut , aber die andere Sache ist es , wenn man Mist baut und dann jemand anderen Schuld daran gibt",meinte ich sichtlich angesäuert . Was gibt ihn jetzt bitteschön das Recht mich für die ganze Situation schuldig zu machen .
"Bitte nimm ihn mir nicht weg",flüsterte er . Wie konnte er von einem Moment auf den anderen seine Emotionen ändern ? Gerade eben war er sich irgendwie noch keiner Schuld bewusst und schob mir alles in die Schuhe und jetzt auf einmal ist er wieder der arme , verzweifelte Vater , der seinen Sohn auf keinen Fall verlieren will ?
"Ich glaube es wäre das beste wenn du ihn für eine Weile nicht siehst "
Ich hab mir zwar immer vorgenommen , dass ich Erik nicht verbieten will , dass er seine Sohn sieht , aber derzeit scheint es mir das einzige sinnvolle.
"Tut mir das bitte nicht an . Ich änder mich ,ok ? Ich räum hier auf und ich versprech dir auch auf den Alkohol zu verzichten , wenn er bei mir ist , aber bitte nimm ihn mir nicht weg "
"Vielleicht änderst du wirklich etwas , wenn du Lukas eine Weile nicht zu Gesicht bekommst . Du solltest mal dein Leben wieder auf die Reihe bekommen ",murmelte ich und stand von dem Sofa auf . Mit schnellen Schritten ging ich Richtung Haustür , da ich keine Sekunde länger neben ihm sitzen wollte . Es tat mir einerseits so weh ihn so zu sehen , da es ihn wirklich mitzunehmen scheint , aber andererseits ist er selbst schuld dran .
"Warte , July ,",rief er mir hinterher und hielt mich am Hangelenk zurück . Er schlug die Haustür , die ich eben geöffnet habe zu und drückte mich dagegen .
"Was soll das , Erik ? " Er blieb stumm , aber dafür musterte er jeden Millimeter meines Gesichtes . Als würde er versuchen in mich hineinzusehen .
"Was soll das werden ? ",fragte ich ihn und sah ihn abwartend an .
"Liebst du Marco ?",stellte er mir eine Frage anstelle meine zu beantworten .
"Ich wüsste nicht was dich das angeht"
"Beantworte einfach meine Frage",bettelte er .
"Ich bin hier her gekommen , weil ich mit dir über Lukas reden wollte , nicht weil ich mir dir darüber quatschen wollte wie es zwischen Marco und mir läuft ", stellte ich klar und versuchte Erik von mir weg zu drücken.
"Ich muss das wissen ",meinte er und sah mich eindringlich an . Schön für ihn . Nur leider ging es ihn einen feuchten Dreck an .
"Liebst du mich noch ?"
"Was sollen diese ganzen Fragen ? Wir sind nicht mehr zusammen und jetzt lass mich bitte gehen "murrte ich und sah ihn bittend an.
Seine Hände ,die er gerade noch neben meinem Kopf gegen die Wand gepresst hatte , lagen nun auf meiner Hüfte . In diesem kurzen Moment in dem ich meine Augen geschlossen hatte , da ich dachte ich könnte endlich gehen , spürte ich seine Lippen auf meinen . Ich konnte nicht wirklich realisieren was gerade hier vor sich ging . Wie benebelt , konnte ich nicht anders als den Kuss zu erwidern . Mit dieser Leichtigkeit , mit der er mich küsste ,treibte er mich in den Wahnsinn. Der Druck gegen meine Lippen wurde weniger , bis Erik ganz von meinen Lippen abließ und mich mit einem leichten Lächeln im Gesicht anguckte . Ich löste meine Hände , die sich im Laufe des Kusses um seine Nacken geschlungen haben und fuhr mir gestresst durch die Haare. Das war nun wirklich nicht mein Plan.
"Das hätte nicht passieren dürfen",nuschelte ich und verließ danach das Haus ohne Erik noch eines Blickes zu würdigen .
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Tja Leute :)
Here I am ♡
Ein Kapitel für euch :)
Würd mich total über Kommis und so freuen :*
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A little too much | Erik Durm
أدب الهواةFortsetzung von 'Das Leben ist nicht einfach '
