"Es tut mir so leid was passiert ist...", flüstere ich mit schwacher Stimme, während ich die Tränen zurückhalten will. Ich weiß, wenn es jetzt endet, dann für immer.
"Ayana, du weißt ich liebe dich, aber ich kann das nicht mehr, okay? Ich hab mich überschätzt, diese ganze Beziehung und mich selbst. Ich dachte man könnte ein kaputtes Glas wenigstens halbwegs reparieren, aber dich kann man nicht vor deiner Traurigkeit retten. Ich hab nicht mal das Gefühl, dass du das willst! Es ist, als ob du alles wegstößt, das dich glücklich machen könnte. Du findest immer einen Weg um alles und jeden zu hassen, dabei gibt es noch andere Menschen denen auch harte Sachen passieren ohne gleich depressiv zu werden! Ich meine...es gibt so viele Mädchen die geschlagen werden, aber sie leben weiter. Sie kommen drüber hinweg...wieso? Weil sie sich Hilfe suchen und sie auch annehmen, verdammt!"
"Du hast keine Ahnung..", sage ich leise. Seine Worte sind wie Messerstiche ins Herz. Ich bin nicht depressiv wegen meinem Vater, sondern wegen der Vergewaltigung und dem Tod meines Bruders, aber das kann ich ihm nicht sagen. Ich habe das mit Erik noch nie laut ausgesprochen und ich plane es auch nicht zu tun. Wenn ich es nicht sage, wird es nicht so real sein. Und ich weiß nicht warum Ben so ein Arschloch geworden ist, aber so verhält er sich die ganzen letzten Wochen in denen wir kaum Kontakt hatten.
Es war ein fehler, der mir so leid tut, aber es war nicht mal meine Schuld! Vor zwei Wochen hat Tommy mich besucht und...er hat mich geküsst. Ich habe es nicht erwartet und ihn auch danach direkt weggestoßen, aber es war zu spät. In dem moment war Ben bereits reingekommen und hatte uns gesehen. Seitdem haben wir kaum geredet.
"Du zerstörst alles was dich liebt. Du willst nicht einsehen, dass jemand dich liebt und so wirst du nie eine langanhaltende Beziehung haben können. Das Jahr mit dir war das beste meines Lebens, aber auch das anstrengendste. Man kann mit dir nicht zusammen sein, wenn du so kaputt bist und es nicht einmal ändern willst! Aber weißt du was? Mach was du willst, Ayana. Geh zu Tommy, schlaf mit wem du willst! Und tu nicht so, als ob deine Vergangenheit die schlimmste der Welt ist, denn das Leben geht weiter. Viele haben das schon durchgemacht. "
Ich trete näher an ihn heran und eine Träne verlässt schließlich mein Auge.
"Du hast keine Ahnung, Ben! Du denkst, du weißt alles, aber das tust du nicht. Du willst mir sagen, jeder macht das durch was ich durchmache? Verdammt, ich wurde mit 14 vergewaltigt! Willst du mir sagen, damit muss jeder zurecht kommen?! Fick dich, Ben. Fick dich."
Ich drehe mich um und renne los. Ich weiß nicht wohin, aber hauptsache weg. Ich kann kaum noch klar sehen, als ich in jemanden reinrenne. Als ich aufsehe, blicke ich in die Augen von Cole. Wir haben uns in der Zeit wo Ben und ich nicht geredet haben, angefreundet. "Hey Ayana, was ist passiert?", fragt er besorgt und umarmt mich.
"Kannst...du...mich..nachhause..bringen?", bringe ich zwischen Schluchzern hervor. Er nimmt meine Hand und führt mich zu seinem Auto. Während der Fahrt zu Bens Haus habe ich aufgehört zu weinen. "d-danke."; sage ich und umarme ihn bevor ich aussteige. "Brauchst du noch was? Soll ich bei dir bleiben?", fragt er. Ich schüttle den Kopf. "Nein...schon gut. Danke für alles." Er nickt und fährt dann wieder davon. Ich laufe die Treppen nach oben und hole eine große Tasche, bevor ich alle meine Sachen packe.
Ben hat Schluss gemacht. Jedesmal wenn mir dieser Gedanke kommt, stürzt alles auf mich ein und ich kann kaum atmen. Mein herz fühlt sich an, als ob es von mehreren Messern durchbohrt wird, die jedesmal aufs neue zuschlagen.
Die Haustür öffnet sich und vor mir steht meine leicht angetrunkene Mutter. "ohhhh, heyy schäddzchen.", sagt sie grinsend und öffnet die Tür weiter, damit ich reinkommen kann. "Hey Mom. Bin zurück.", sage ich nur kurz bevor ich nach oben laufe und auf dem Bett erneut weine.
Meine Welt ist in den letzten zwei Wochen komplett zusammengebrochen. Ich war durch Ben so abgelenkt, dass meine Noten nicht gut genug waren um ein Stipendium zu kriegen. Das bedeutet ich bleibe für immer hier stecken an diesem Ort, denn das nötige Geld habe ich nicht. Das Stipendium war meine einzige Chance und ich habe die Liebe alles ruinieren lassen. Ben hat mich verlassen, und Tommy...ich kann ihm kaum in die Augen sehen. Leon und Alice beachten mich sowieso nicht mehr. Und es geht mir so schlimm wie schon lang nicht mehr, und ich weiß, dass das schneiden das einzige ist, was mich jetzt noch beruhigen kann. Ich meine, ich verdiene es ja auch.
Du bist einfach nicht gut genug...sieh dich doch an. Seit Wochen hast du nur noch gegessen und gegessen und nur zugenommen. Kein wunder, dass er dich nicht will. Schau dir Amy an, das ist was er will und was er verdient. Das einzige was du verdienst sind Schmerzen., sagt mir die Stimme in meinem Kopf.
Und ich höre auf sie... und schneide mich, nachdem ich das Essen von heute rausgelassen habe. Ich habe es nicht anders verdient.
Hey, hab gehört was passiert ist...wie gehts dir? soll ich kommen? soll ich ihn schlagen? ist alles okay bei dir? Ich mach mir Sorgen. Ruf mich an." - BLAKE
Ich habe ungefähr 20 von denen bekommen. Ich wähle seine Nummer und warte bis er abhebt. "Ayana? Wie gehts dir?", meldet er sich sofort besorgt. "Mir gehts gut.", lüge ich. "Mir gehts gut...", sage ich leiser, eher für mich selbst als zu ihm. "Du lügst. Soll ich vorbeikommen?" Neiiiin. Er soll niemals mein Zuhause sehen....meine Mutter. "Nein, nein. Ist schon okay, Blake, wirklich. Wir reden später okay? Ich lege jetzt auf..." "Na gut...bye. "
Noch eine Woche Schule müsste ich durchhalten, dann wäre ich wenigstens damit durch. Aber wie schaffe ich es über Ben hinweg zu kommen? Das ist der Grund, warum ich immer versucht habe, nichts und niemanden mehr zu lieben. Weil ich nur verletzt werde am Ende. Jeder verlässt mich letztendlich. Ich bin ja auch kein Grund um zu bleiben. Ich bin einfach nicht gut genug. Ich beginne alles in mein Buch zu schreiben. Ich hätte niemals anfangen sollen, ihn so sehr zu lieben, dass es weh tut. Ich hatte immer Mauern um mich seit Eriks Tod...Eriks Tod.
Jedesmal wenn ich auch nur daran denke, fühlt es sich an wie beim ersten mal. Jedesmal ist es wie ein Schlag ins Gesicht, ins Herz, im ganzen Körper. Er ist Tod und er kommt nicht wieder. Nie wieder. So wie Ben. Ich hätte mich nie in ihn verlieben dürfen. Die Liebe macht Angst. Es macht Angst, jemanden so sehr zu leiben. Denn wenn du dich verliebst, tust du es mit deinem ganzen Körper. Jede einzelne Faser ist abhängig von der einfachen Gegenwart dieser Person. Ich würde alles für ihn tun. Ich bin bei ihm geblieben, obwohl ich wusste, er kann mich zerstören mit nur einem Schnips...und genau das tat er auch.
Das ist das schlimmste. Zu wissen, dass jemand so viel Macht über dich hat. Ich hätte nie gedacht, dass Ben mich verletzen würde, aber ich hätte es besser wissen müssen. Aber ich bin auch selbst Schuld. Vielleicht wär das alles nicht passiert, wenn ich ehrlicher gewesen wäre. Wenn ich ihm alles erzählt hätte...auch von Erik. Und schon wieder ist es wie ein riesiger Schlag ins Gesicht, als ich wie jeden Tag realisiere, dass er Tod ist. Einfach Tod und ich weiß nicht wo er ist. Vielleicht gibt es ja einen Himmel, aber was wenn nicht? Was wenn er einfach nur noch Staub ist und jetzt nicht mehr existiert? Einfach Tod. Und ich wünschte ich wäre es auch.
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okay, dieses Kapitel ist eeeeecht traurig und ihr könnt euch schonmal einstellen, dass die nächsten auch nicht wirklich fröhlicher werden, weil es so ziemlich zum 'höhepunkt' der geschichte kommt. Bitte kommentiert und votet wieder mehr damit ich auch weß das es euch gefällt sonst verlier ich echt die motivation zum schreiben..v.v
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life is the living hell !
Teen Fiction"Oh gott wie gern wäre ich doch Tod" Ayana ist 17 Jahre alt und ihr leben ihatte bisher nur tiefen. Ihr Vater schlägt sie, beide Elternteile kümmern sich nicht um sie, doch sie kann nicht ausziehen,da sie noch minderjährig ist. Sie leidet an Depress...
