Kapitel 37

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Heute ist wieder einer der schlimmen Tage. Einer der sehr schlechten. Ich bin zu meinem alten Haus gegangen, dort wo meine Mutter gewohnt hat. Als ich die Tür aufschließe, werde ich von der Leere und Stille gegrüßt.

Ich lege die Schlüssel in die Küche und laufe zum Sofa. Die Wand und ich starren uns einfach ewig an, während Tränen über mein Gesicht laufen - Ich sage kein Wort und gebe keinen Laut von mir, die Tränen laufen einfach still, während ich die Wand anstarre.

Heute ist wieder einer der Tage, an denen mir klar wird, was für ein Leben ich führe und das ich damals am liebsten einfach nicht mehr aus dem Koma erwacht wäre...aber dann wäre Ben heute nicht glücklich und das wär viel schlimmer, als wenn ich unglücklich bin. 

Ich hatte heute vor mit ihm zu reden, aber als die Tür aufging stand ein hübsches Mädchen in meinem Alter vor mir, nur ein T-Shirt an, und ich sah Ben im Hintergrund nur in Boxershorts gekleidet. Als er mich sah, sah er geschockt aus, aber bevor irgendwer was sagen konnte, bin ich wieder gegangen, bevor die Tränen sich bilden konnten. 

Ich bin nicht sauer, darauf hab ich gar kein Recht, denn er hat seine Freundin. Aber...ich bin enttäuscht von ihm. Ich hätte ihn nicht für den Typen gehalten, der nur leere Worte von sich gibt. Er hat mir gesagt, er liebt mich noch. Ich bin sauer auf mich selbst, weil ich seinen Worten irgendwie ein kleines bisschen Glauben geschenkt habe...weil ich, wenn ich ihn sehe, wieder zu dem kleinen, naiven Mädchen werde, dass ich damals war. 

Aber ich schätze mal, Menschen verändern sich in vier Jahren. Das habe ich ja auch getan. Die ersten Tage habe ich ihn weggestoßen, weil es einfach zu viel für mich war. Ich war so geschockt, als er plötzlich vor mir stand...und ich wollte mein Herz schützen, vor dem Schmerz den ich gerade spüre - hat wohl nichts gebracht. Er hat es wieder geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen und dann, als ich bereit war steht sie da und reibt mir praktisch unter die Nase, dass ich nichts wert bin.

Ich kriege Gänsehaut, denn obwohl es draußen angenehme 20 Grad sind, ist es hier drin eisig kalt. Kein wunder, wenn hier seit zwei Jahren nicht mehr geheizt wird. Ich schließe die Augen und ziehe die Knie an mich heran, während die Müdigkeit langsam die Macht über mich ergreift und ich einschlafe.

Mein Handy klingelt immer wieder, zuerst wollte ich es ignorieren, aber irgendwann wird es doch zu nervig, weshalb ich aufwache und rangehe.

"Hallo?", sage ich verschlafen ohne vorher zu gucken, wer dran ist.

"Wo bist du? Ich möchte reden." Beim klang seiner Stimme bin ich wie erfroren. Nein, ich möchte nicht reden.

Aber es kommt kein Ton raus. Er war der Grund, warum ich weinend hier saß.

"Ayana? Ich hör dich atmen, du kannst ruhig antworten." Und dann höre ich im Hintergrund diese Frauenstimme, die mich zurück zur Realität holt. Ohne etwas zu sagen, lege ich auf. 

Ich bin einfach noch nicht bereit ihm wieder unter die Augen zu treten. Er hat mich so bloßgestellt ich hab mich noch nie so naiv gefühlt. Ich hatte ihm fast geglaubt, dass er mich noch liebt und dann öffnet sie die Tür. Ja, er hat mir gesagt, dass er eine Freundin hat und ich habe auch nicht erwartet, dass er direkt Schluss macht, vor allem weil ich ihn so abgestoßen habe... aber ich hatte nicht von ihm erwartet, dass er mit ihr schläft, wenn er mir gerade seine Liebe gestanden hat. Ich fühle mich so...dumm und gedemütigt 

Als ich auf mein handy schaue, sehe ich das Trent mir geschrieben hat. 

Sorry Babe. heute 19 uhr gleicher ort wie immer x - trent 

Nein. - Ayana 

Lieber schlafe ich hier, anstatt bei ihm. Nie wieder. Ich bin raus dort...hoffe ich. Ich habe es schon mal versucht und bin doch wieder zurück zu Trent gegangen, doch diesmal meine ich es ernst. Ich greife meine Tasche um einkaufen zu gehen, denn hier wird nichts sein und wenn ich hier länger bleiben will muss ich ja irgendwas essen. 

life is the living hell !Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt