Kapitel 24

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"Nein. Nein. Nein.", sage ich bevor er sagen kann, was er sagen will. Und dann breche ich heulend auf dem Boden zusammen, weil es alles wieder zu viel wird. ich will sterben. Und weil ich das  denke, greife ich nach meiner Tasche, während Ben überfordert versucht mich zu beruhigen. "LASS MICH IN RUHE! ", schreie ich. "Ich will doch nur sterben...", flüstere ich kaum hörbar, aber ich weiß an seinem Blick, das er es gehört hat. Nachdem ich mein Anti-depressiva gefunden habe, schlucke ich gleich mehrere tablettten, ich weiß nicht ob das gut ist, aber ich tu es trotzdem. "Ayana, hör auf! Du kannst nicht so viele nehmen! Verdammt! Hör auf!", er versucht mir die Tabletten wegzunehmen, aber ich habe bereits mehrere genommen. Plötzlich klopft jemand an der Tür. Ben geht hin und antwortet genervt: "Was?!" "ehm, Ayana hat ihr Notizbuch bei mir vergessen..", höre ich Jan. "Sie war bei dir?!", fragt Ben gefährlich wütend, weshalb ich sofort aufstehe und zu den Jungs gehe. "hey, Jan. ", sage ich kurz bevor ich mich zu Ben wende. "Geh rein. Jetzt.", mein Gesicht ist wahrscheinlich total rot und voller Tränen, aber das ist mir egal. "Ayana, hat er dir was getan?!", fragt Jan diesmal wütend. Das macht Ben noch wütender. "ich soll ihr was tun?!", schreit er. "Sie steht hier heulend und man hat euch bis vor die Tür schreien hören!" Und dann schlägt Ben zu. "Hört auf! hört auf!", schreie ich verzweifelt. Es bringt nichts. Ich versuche sie auseinander zu ziehen, aber sie sind zu schwer. Schließlich stelle ich mich zwischen die beiden, gerade als Ben Jan noch einmal schlagen will, aber deshalb trifft er statt Jan mich. Mitten ins Gesicht. Ich falle auf den Boden und dann ist alles weg.

*Ben's POV*

Plötzlich trifft meine Faust Ayanas Gesicht. Woher kommt sie denn jetzt?! Sie fällt zu Boden und Jan kniet sich neben ihr. "Ayana?", fragt er verzweifelt. "Geh weg da.", sage ich und knie mich ebenfalls zu ihr. "Ach halt die Fresse, erst zu Boden schlagen und dann so kommen nh!", antwortet Jan. "Das war ein Versehen du Arschloch! Du machst doch mit meiner Freundin rum!" "Was laberst du da?!", sagt Jan. Dann fällt uns beiden wieder Ayana ein, die immer noch reglos am Boden liegt. "Scheiße, scheiße, scheiße.", murmle ich, während ich versuche sie aufzuwecken. "Sie muss ins krankenhaus,man.", schlägt Jan vor. "haha, lustig seh ich so aus als ob ich französisch kann?!", antworte ich sarkastisch. Er rollt die Augen. "Ich wohne hier du spaken, jetzt nimm sie und komm!" Ich trage Ayana und folge ihm zum nächsten Krankenhaus, welches zum Glück zu Fuß zu erreichen ist. Jetzt, wo ich sie so bewusstlos sehe, sieht sie so unschuldig und zerbrechlich aus und ich bereue es sofort, auch nur daran gedacht zu haben, Schluss zu machen. Ich hab sie nicht einmal erklären lassen...aber sie hat auch zugegben, dass sie bei einem Jungen war. Ich schiebe die Gedanken erstmal beiseite und Jan erklärt einem Arzt was passiert ist. Dieser nickt verständlich und holt eine Liege, um Ayana daraufzulegen. Jan und ich gehen ins Wartezimmer. "Was hat er gesagt?", frage ich nach ein paar Minuten. "Wahrscheinlich nichts schlimmes, aber er wird eine Kontrolle machen." Ich nicke. "ehm...woher kennt ihr euch eigentlich?", frage ich etwas unsicher. "Hab sie heute auf einer Wiese gesehen. Sie saß da mit so nem Notizbuch und hat total geweint, bin also zu ihr gegangen um zu fragen, ob alles okay ist. Sie meinte es ist alles okay, aber dann hab ich diese Liste in ihrem Notizbuch gesehen-" "warte, welche liste?", unterbreche ich. Er schaut mich kurz mit einem unangenehmen Blick an. "Sie hatte so eine Liste mit gründen warum sie sich hasst...", antwortet er leise. Meine Augen weiten sich. "w-weißt du was da so draufstand?" "Nein, ich konnte nur die Überschrift lesen, nicht die restlichen Stichpunkte. Jedenfalls haben wir dann den ganzen tag einfach da gesessen und geredet bis es dunkel war. Dann hab ich sie zum Hotel gebracht. Ich schwörs dir, da ist nichts passiert.", sagt Jan und ich glaube ihm. Aber woher kommt dann der Jungsgeruch und der Knutschfleck? Und das frage ich ihn auch. "Das Jungs Parfüm ist wahrscheinlich von mir. wir haben uns nur umarmt und auf der Wiese hat sie sich an mir angelehnt", auch wenn es mich ein bisschen eifersüchtig macht, bin ich beruhigt, dass sie wirklich nichts hatten. "Und was den Knutschfleck angeht..", beginnt Jan. "sie hat mir da was erzählt..ihr ward wohl gestern auf einer Party und als sie auf Toilette gegangen ist, kam irgendein besoffener Typ und sie konnte sich nicht wehren..." Jan guckt mich mit einem schmerzerfüllten Blick an und ich bin in diesem Moment so wütend, dass ich gegen einen Stuhl trete, der dann durch den Raum fliegt. "hey man, beruhig dich okay? Sonst fliegen wir beide raus!" "Ich bin so ein Idiot!", schreie ich. Und dann breche ich auf dem Boden zusammen und weine. Ich weiß, es ist komisch, dass ich jetzt weine, aber ich hab das Mädchen das ich liebe fast verloren. Was, wenn sie mich gar nicht mehr will? Was, wenn sie Schluss macht, weil ich so ausgerastet bin. Jan setzt sich neben mich. "Sie wird nicht Schluss machen.", sagt er als könne er meine Gedanken lesen. Ich schaue zu ihm auf. "Wieso bist du da so sicher?", sage ich mit rauer stimme vom weinen. "Sie hat mir viel von dir erzählt. Alleine an ihrem Blick konnte man sehen, wie sehr sie dich liebt. Sie meinte, sie würde alles tun damit du ihr vergibst und, dass sie dich nie verlieren will. Ich glaub nicht, dass sie wegen einer Schlägerei gleich Schluss macht." "Tut mir leid, dass ich dich geschlagen habe.", antworte ich. "Schon ok. Ich wär wahrscheinlich auch so ausgerastet." Mir wird klar, dass dieser Jan eigentlich ganz nett ist. "sie können jetzt Ayana besuchen. Aber sie ist noch nicht wach. Zum Glück ist nichts schlimmes passiert. Sie hat nur eine kleine Gehirnerschütterung und wird einen blauen Fleck davontragen.", übersetzt Jan mir. Wir stehen auf und laufen sofort in ihr Zimmer am Ende des Flurs. 

Sie liegt reglos auf dem Bett mit einem großen blauen Fleck im Gesicht. Würde das Gerät neben ihr nicht piepen und ihre Brust sich nicht leicht auf und ab bewegen, könnte man denken, sie wäre tot. "Wie hart hast du denn zu geschlagen...?!", fragt Jan geschockt. "Ich...das war n ganz normaler schlag! Sie ist aber ein Mädchen man, sie hat kaum Muskeln, was erwartest du denn?!", antworte ich gereizt. Jetzt will er mir Vorwürfe machen oder was?! Nein danke, die mach ich mir schon selbst. Ich setze mich auf den Stuhl neben ihrem Bett und halte mein Gesicht in den Händen, während meine Arme auf meinen Knien stützen und ich mir wild durch die Haare fahre aus Stress. "Beruhig dich. Ihr gehts gut. Der Arzt meinte nur, sie hat wohl schon lang nicht mehr richtig gegessen laut ihren Blutwerten und hat vor kurzem eine große menge Tabletten genommen. Wieso isst sie nicht?", fragt er leise und als ich ihn anschaue sehe ich an seinem Blick, dass er bereits die richtige Antwort vermutet. "Magersucht.", antworte ich deshalb nur knapp und schaue dann wieder zu Boden. "J-Jan?", fragt plötzlich eine sanfte stimme und wir blicken beide sofort zu ayana. "Ayana!" jetzt schaut sie auch auf mich. "w-was? was ist passiert?", fragt sie leise. Ich seufze, während Jan ihr alles erklärt und sie sich zu erinnern scheint. Jan ist danach nachhause gegangen und meinte er kommt morgen wieder. 

"Es tut mir leid, Schatz. Wirklich. Ich wollte das nicht, ich hab dich überhaupt nicht kommen sehen und dann warst du da auf einmal und ich konnte es nicht mehr stoppen und es tut mir so unheimlich leid und auch das ich behauptet habe, du betrügst mich, aber das würdest du nie tun und Jan hat mir alles erklärt und-" "Ben, ist okay. Du redest zu viel. Ich bin nicht sauer. Ich war es am Anfang, aber nicht mehr." sagt sie mit einem traurigem lächeln. Ich gehe zu ihr und küsse sie sanft. "hey, ist das ein neues Tattoo?", frage ich als ich ein Tattoo auf ihrem innerem Unterarm sehe. 27.09.2011 here forever ~E~ stand dort und ich runzelte die Stirn. "Ich hab es vor ein paar Wochen mit Blake stechen lassen.", antwortet sie. "Was ist das für ein Datum?", als ich sie anblicke bereue ich sofort gefragt zu haben. Sie hat von einer auf die anderen Sekunde diesen blanken Gesichtsausausdruck angenommen als ob sie versucht, jegliche Emotionen zu diesem Thema zu verschließen, aber ihre Augen haben eine so traurige Tiefe, die verrät, dass sie am liebsten weinen würde, was sie aber nicht tut. Ihr gesicht ist blasser geworden und sie hält die decke fester, wahrscheinlich um die Tränen wegzuhalten bevor sie antwortet. Aber ich kann meinen Blick nicht von ihren Augen wenden. Noch nie habe ich einen so tieftraurigen Blick gesehen. Noch nie. 

"Alle Menschen reden immer davon, wie schwer es ist sich zu erinnern, wo sie ihre Schlüssel liegen gelassen haben, die Telefonummer eines Freundes oder an den Namen eines damaligen Mitschülers, aber niemand erwähnt wie sehr wir uns bemühen etwas zu vergessen. Es ist so verdammt schwer und ermüdend. Aber es gibt Dinge, die muss man einfach so weit vergessen, dass man nicht jedesmal weint, wenn man sich erinnert.. Liebe ist kurz und Vergessen lang. Es tut weh zu vergessen und loszulassen. Und es wird immer schwerer je mehr man versucht etwas oder jemanden festzuhalten, wenn man merkt, dass derjenige immer mehr in der Erinnerung verschwindet. Ich fühle mich auf irgendeine Weise wie eine schlechte, sehr schlechte Person weil er von Tag zu Tag mehr zu einer Erinnerung wird, auch wenn er immer bei mir bleiben wird. Es ist verwirrend, weil man denkt die eigenen Gefühle sind falsch und man fängt an sich so klein zu fühlen, weil es so hart ist zu merken, dass das was verloren ist, nicht wieder zurück kommt. Das macht mir schrecklich Angst.", antwortet sie in einer so monotonen stimme, das es mir fast Angst macht.

Und dann rollt ihr eine Träne übe die Wange und ich wische sie mit dem Daumen weg und küsse ihre Wange. "Ist okay, Ayana...du musst jetzt nicht darüber reden. Ich möchte nur, das du weißt, ich bleibe bei dir und du kannst mir alles anvertrauen.", flüstere ich, gegen ihre Lippen, als sie mich ranzieht und noch einmal leidenschaftlich küsst.

life is the living hell !Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt