Ihr müsst wissen, ich bin eigentlich wirklich nicht die zickige, eifersüchtige Freundin, vor allem nicht nach nur zwei Wochen Beziehung. Aber dafür bin ich eine der Mädchen die extrem sensibel sind und bei denen völliges Gefühlschaos herrscht wenn ich meine Periode habe... Tja, das erklärt auch mein extrem eifersüchtiges Verhalten und warum ich bei meinem Freund auf dem Schoß sitze und weine, weil seine gute Freundin ihn besucht. "Ich weiss, dass das für dich komisch aussieht. Und ich versteh dich, ich wäre wahrscheinlich auch eifersüchtig wenn Leon bei dir wohnt." Ich hebe meinen Kopf und sehe ihn geschockt an. Er versteht mich? Okay, das habe ich nicht erwartet. Ich habe erwartet, dass er mir sagt ich soll nicht so eifersüchtig sein, mich beruhigen und nicht übertreiben und so weiter...aber das? Er ist perfekt....es ist so unfair, dass ich Geheimnisse vor ihm habe. Hier sitzt er, umarmt mich und tut alles für mich, während ich noch vor 10 min. in seinem Bad saß und mir die Haut aufgeschnitten habe...aus Eifersucht und Selbsthass...ich bin Armselig. Das trifft es wohl am besten, oder? Ich habe so jemanden wie Benjamin nicht verdient. Er hat bessere verdient, Mädchen, die nicht so kaputt sind...Mädchen, die ehrlich und glücklich sind, so wie er...Mädchen wie Amy. "Es tut mir so leid.", flüstere ich und stehe auf. Er folgt mir mit verwirrtem Gesicht. "Was meinst du? Schatz, du hast nichts falsch gemacht." Es tut mir leid, dass ich so kaputt bin, dass ich nicht gut genug aussehe, nicht dünn genug bin. Es tut mir leid, dass ich nicht glücklich bin, nicht perfekt genug, mich ritze und einfach nicht gut genug bin. Es tut mir so leid, Benjamin. "Es tut mir alles so leid. Alles." Und mit diesen Worten lege ich mich ins Bett und bevor er antworten kann, bin ich bereits eingeschlafen.
Ich bin in einem Raum voller Spiegel. Ich sehe mich von allen Seiten und jedes Spiegelbild flüstert mir Dinge ein. "Du bist nicht gut genug!" ..."Sieh dir doch dein Gesicht an! Haha, wem würde das denn gefallen?" "Deine Beine...wo bleibt die Lücke zwischen deinen Oberschenkeln, die du so schön findest? Ach ja, du hast nicht genug Disziplin." "Deine Narben sehen scheußlich aus. Kein junge würde ein so kaputtes Mädchen lieben.
Stellt euch vor ihr seid in einem Raum voller Menschen, die euch die ganze Zeit eure negativen Eigenschaften aufzählen, den ganzen Tag. Und du kannst nicht fliehen, denn dieser Raum befindet sich in deinem Kopf. Wie flüchtet man vor seinen eigenen Gedanken? Wie lange kann man wegrennen vor seinen Ängsten? Wie lange kann man damit ÜBERLEBEN? Noch bevor ich weiter denken kann, höre ich plötzlich eine bekannte stimme flüstern. "hey,shhh, was ist los? Hey, wach auf. Ayana? " Meine Augen öffnen sich und über mir beugt sich ein besorgter Benjamin. "Hattest du einen Albtraum? Du hast im Schlaf geweint und komische Sachen gesagt." Oh Mein Gott, ich hab geredet? Fuck. "Was hab ich denn gesagt?", frage ich. Ben schaut auf den Boden, ihm ist eindeutig unwohl bei dem was er jetzt sagen wird. "Also.. ehm.. du hast davon geredet nicht gut genug zu sein..von Narben und Monstern vor denen du nicht flüchten kannst." Er schaut mir wieder in die Augen, die nun voller Sorge und Schmerz sind. "Ayana, was meinst du damit?" Ich setze mich nun auf, bereit alle Karten auf den Tisch zu legen, ihm alles zu erzählen, hier und jetzt um zwei Uhr morgens. Ich atme tief ein und öffne meinen Mund, doch raus kommt nur ein leises "Nichts." Die Wut in mir steigt. WARUM KRIEG ICH DAS NICHT HIN?! Dieser Junge hier kümmert sich um mich, ihm sind meine Gefühle nicht egal. Ich könnte zumindest ehrlich sein. "Es war nur ein Traum. Mach dir keine Sorgen." Er küsst mich sanft und ich spüre praktisch all die Sorge in ihm. Nach kurzer Zeit schlafen wir wieder, doch Ben will morgen mit mir darüber reden.
Am nächsten Morgen wache ich auf, ohne Benjamin neben mir. Ich seufze und dusche schnell. Nachdem ich mich angezogen habe, laufe ich runter in die Küche. Amys gekicher ist ncht zu überhören. Als ich in der Küche ankomme, sehe ich wie sie am Herd ein paar Eier brät und Benjamin etwas erzählt, worüber sie lachen muss. Sie entdeckt mich und wünscht mir mit der viel zu süßen und gefälschten Fröhlichkeit einen guten Morgen. Benjamin kommt sofort zu mir und küsst mich. Ich kann nicht anders als zu lächeln (noch während des küssens) weil ich von meiner Position aus Amys Gesicht sehen kann...die Eifersucht nicht zu übersehen. Haha take that, Bitch. "Guten morgen" flüstert er in mein Ohr und ich spüre seinen warmen Atem an meinem Nacken. Amy unterbricht uns, in dem sie sich räuspert und sagt: "Benny, ich möchte heute ein bisschen in die Stadt und shoppen gehen. Möchtest du mitkommen? Eh ich meine ihr beide?" Ben guckt mich an und ich gebe ihm einen mir-egal-mach-was-du-willst-Blick. Er seufzt und sagt "Ja, wir kommen mit, aber geh schon mal vor. Ich muss noch was klären." Amy nickt und geht nach oben, um sich fertig zu machen. Ich fasse es nicht, dass sie jetzt schon geschminkt ist. Ich laufe rüber zum Herd und esse einen Stück von dem Ei, als die Stimme in meinem Ohr wieder sagt: "Das ist also deine Vorstellung, wie du abnimmst?" Ben dreht sich gerade zur Seite und ich spucke das Stück sofort in den Mülleimer und trinke stattdessen so viel Wasser, bis ich satt bin. "Ist was falsch mit dem Ei?", fragt Benjamin plötzlich. Shit, er hat mich gesehen? "Ehm...schmeckt mir nicht." Er nickt, starrt mich noch ein paar Sekunden länger an, läuft dann aber nach oben. Ich hoffe er merkt nichts.
Ich lehne mich an die Kücheninsel, als Amy mit noch mehr schminke, einem weiten Ausschnitt und enger Jeans und High Heels runterkommt und sich verabschiedet. "Wir sehen uns nachher, Benny!", ruft sie, bevor sie die Tür zuknallt. Sobald sie weg ist, kommt Ben runter und sagt mit ernster stimme: " Ayana, wir müssen reden." Okay, ich hab Angst. Was, wenn er etwas gemerkt hat? Was, wenn er mein Essverhalten bemerkt hat oder ich gestern im Bad irgendwas übersehen habe? Wir setzen uns auf den Boden im Wohnzimmer, beide im Schneidersitz gegenüber einander. "Okay, was ist los?", frage ich, als ob ich nicht weiß, worüber er reden will. "Ich weiss, das du das Ei nicht ausgespuckt hast, weil es nicht geschmeckt hast. Ich weiß, dass du Shorts bei 40 grad nicht trägst und zwar nicht, weil du es 'bitchig' findest. Ich weiß, dass du nicht andauernd im Bad bist, um dich frischzumachen. Was ich nur nicht weiß ist, warum du es sonst tust." Okay, das hat mich jetzt überrascht. Damit habe ich eindeutig nicht gerechnet. Bevor ich antworten kann, knurrt mein Magen so laut, dass Ben lachen muss. "Okay, erst isst du was und dann reden wir." Ich nicke und laufe in die Küche, um mir ein Brot zu machen. Ich will gerade abbeißen, als Ben von hinten kommt und zuerst abbeisst. Ich stehe da, meine Augen groß und fange plötzlich an zu weinen. What the fuck?! Ich hab ja gesagt ich bin sensibel, wenn ich meine Periode habe... Ben steht da, völlig schockiert und eilt zu mir und nimmt mich in den Arm. "Oh mein Gott, Ayana was ist los?" "Du..du hast mein Sandwich gegessen. Es war meins.", sage ich schluchzend. Er schaut mir in die Augen. "Ich kann dir ein neues machen, deshalb musst du doch nicht weinen?" Ich wische meine Tränen weg und sage: "Ich darf einmal im Monat sehr sensibel sein, Benjamin." Als er versteht, weiten sich seine Augen ein wenig und er nickt, während er ein neues Sandwich macht und es mir gibt. Mit dem Sandwich in der Hand setzen wir uns wieder auf den Boden. "Okay, ich erwarte auch nicht, dass du auf alles antwortest, aber ich möchte ein wenig Klarheit von dir." Es liegt wieder eine Spannung in der luft und nachdem ich die hälfte des Sandwiches aufgegessen habe, lege ich es zur Seite und antworte. "Es tut mir leid. Ich bin nicht ehrlich zu dir gewesen. Du hast ein ehrliches und glückliches Mädchen verdient...so wie Amy." "Ich will aber nicht Amy. Ich will nur dich, Ayana. Und ich möchte dir helfen, aber dafür musst du dich öffnen. Ich weiß, du hast Angst verletzt zu werden, aber ich liebe dich zu sehr, um dich je zu verletzen." Okay, diesmal bin ich ehrlich. Ich sage ihm alles außer dem Vorfall an dem ich 14 war. Ohne etwas zu sagen, ziehe ich den Ärmel meines Pullovers hoch und lasse die frischen Narben von gestern zum Vorschein kommen. Er schaut auf meinen Arm mit Schock. Aber ich sehe keinen Ekel, wie ich es erwartet hatte, nein eher Sorge und ... Schuldgefühl? "Es tut mir leid, Ben. Es tut mir leid, dass ich so schwach bin.", flüstere ich. Er schüttelt den Kopf und zitiert plötzlich Prinz pi: "Narben beweisen nicht Schwäche, sondern nur das uns keiner kaputt kriegt." Ich blicke ihm in die Augen. Womit habe ich einen so wundervollen und verständnisvollen Jungen verdient? Er lehnt sich zu mir vor und küsst mich. Ich erwidere den Kuss sofort und es dauert nicht lange bis ich über ihm liege und der Kuss immer leidenschaftlicher wird.
------------------------------------------------------------------------------
yaaay über 100 Leser! okay, also ich habe zwar viele leser aber leider nur wenige Kommentare und Votes...:/ also, umso mehr Votes und Kommentare dieses Kapitel kriegt, desto schneller und länger wird das nächste Kapitel! (: Tut mir leid, dass dieses nicht allzu lang ist...aber ich hab jetzt Ferien das heisst ich hab deutlich mehr zeit (:
DU LIEST GERADE
life is the living hell !
Ficção Adolescente"Oh gott wie gern wäre ich doch Tod" Ayana ist 17 Jahre alt und ihr leben ihatte bisher nur tiefen. Ihr Vater schlägt sie, beide Elternteile kümmern sich nicht um sie, doch sie kann nicht ausziehen,da sie noch minderjährig ist. Sie leidet an Depress...
