Kapitel 27

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Nur Sekunden waren vergangen, als sie sich schließlich wieder trennten, doch Eriks empfinden nach hätte es auch eine Stunde sein können. Keiner von ihnen wagte es, zuerst zu sprechen. Ohne es zu merken, hatte er die Arme um Mhari gelegt. Seine Finger glitten nur über den seidenen Stoff ihrer Kleider und doch war es seltsam. Er hatte sich nie vorstellen können sie je so zu berühren... oder zu küssen. Und doch jetzt wo er es tat fühlte er nur ein warmes Gefühl von Geborgenheit. Irgendwie war es Richtig. Wie sie bereits gesagt hatte, sie wollte ihn nicht mehr missen. Und er sie nicht. Er wagte nicht es Liebe zu nennen. Noch nicht. Aber was anfangs misstrauen und später Respekt gewesen war, war mittlerweile weitaus mehr... Ob Schicksal, Zufall oder Planung, irgendetwas hatte sie in Vara zusammen geführt. Und Mhari hatte das hier definitiv nicht geplant, so sehr sie sonst auch immer alles unter Kontrolle zu haben schien. Zumindest nicht wenn er von ihrem gestümmelt eben ausging. Und er noch weniger. Das machte es interessant. Und irgendwie schöner. Und so hielt er sie einfach eine Weile fest und versuchte, einmal nicht nachzudenken und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Allerdings blieb es bei dem Versuch. Die Stille wurde zu schnell drückend, Mhari selber schien nicht zu wissen, was sie sagen sollte.

Das ist lächerlich... aber auch definitiv neu, dachte er. Und ganz sicher nicht unangenehm. ,, So fühlt sich das also an..."

,, Das ist alles, was ihr dazu zu sagen habt ?"

,, Was ?" Erik zuckte mit den Schultern. ,, Ich habe mich immer gefragt, wie es sich anfühlen würde eine Gejarn zu küssen. Und Cyrus möchte ich so etwas dann doch nicht antun, der Arme macht genug mit."

,, Ahnen." Ihr Kopf sackte gegen seine Schulter. ,, Wenn ich euch nicht bereits kennen oder mögen würde..."

,, Ihr wärt überrascht, wie oft ich so etwas höre."

,, Ich glaube nicht." Mhari schloss einen Moment die Augen, schien selber unsicher ob sie noch etwas erwidern sollte. ,, Was jetzt ?"

,, Ich denke... wir sollten eure Gäste nicht noch länger warten lassen, oder ?" Ein dünnes Grinsen huschte über seine Lippen. ,, Andererseits kann ich mir schöneres vorstellen und..." Er stockte kurz, als er meinte so etwas wie ein dumpfes Klirren zu hören, irgendwo in der Ferne.

Mhari gab ihm auch keine Gelegenheit den Satz zu beenden, sondern drückte ihm erneut einen Kuss auf die Lippen. ,, Ich auch. Leider ist es nicht so, dass wir immer eine Wahl haben."

Erik lauschte darauf ob er noch einmal etwas hörte. Die Musik machte es schwer, sich auf ein bestimmtes Geräusch zu konzentrieren. Und doch, da war es wieder. Dumpfes Klirren, ein erstickter Laut... Was ging da vor?

Mhari schien jedenfalls nichts mit zu bekommen sondern redete schlicht weiter. Jetzt wo sie sich sicher war, das er ihre Gefühle auch erwiderte, schien auch der kurze Moment der Scheu verflogen.

,, Aber ich glaube ein paar Minuten kann ich entbehren." Wäre die Vorstellung unter anderen Umständen durchaus verlockend gewesen, hatte er im Augenblick jeglichen Sinn dafür verloren. Irgendetwas stimmte hier nicht, das konnte er spüren. Und zwar gewaltig.

,, Still." Er bedeutete ihr mit einer Hand ruhig zu sein und schob sie sanft von sich.

,, Was ?"

,, Sei kurz ruhig." Erik trat an ihr vorbei, versuchte über Musik und Lachen das Geräusch wieder zu finden. ,, Und hör selbst."

Für die Ohren einer Gejarn mussten die dumpfen Schläge um einiges leichter wahrnehmbar sein, auch wenn er sie kaum noch vernahm. Dafür aber etwas anderes... Rufe. Und nicht die freundlichen Seitenhiebe von Betrunkenen. Höher, Panischer...

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