Unforced

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Ich bekam nicht mal mit, wie meine Tasche aus meiner Hand und auf den Boden rutschte, als ich auf Jackson zu rannte und ihn Umarmte. Der Idiot hatte sich ganze fünf Jahre nicht gemeldet und ploppte nun hier einfach in unserer Küche auf, als wäre es das gewöhnlichste der Welt. "Pabo." warf ich ihm an den Kopf und ließ ihn lachen, als er seine Arme um mich schlang. "Ich war doch nur fünf Jahre weg." lachte er und hielt mich an den Schultern auf Abstand. "Gott bist du alt geworden." meckerte er gespielt und ließ mich los, da er den wenig eifersüchtigen Blick meines Mannes mitbekam. Er schritt zu BamBam und umarmte ihn ebenfalls, wobei der schwarzhaarige dem blonden einen Klaps auf den Hinterkopf verpasste.

"Das sind übrigens meine wundervolle Lebensgefährtin Marani." er deutete auf die Frau mit den hawaiianischen Wurzeln die mir zu lächelte, dennoch schien die Achtung in ihrem Blick wohl zu wissen, in wessen Haus sie hier stand. "Und mein kleiner Engel Stitch." er hob den Jungen bei sich auf die Arme und wuschelte ihm durch die dunklen Haare. "Du hast deinen Sohn nicht ernsthaft nach diesem kleinen blauen hyperaktiven Disneyvieh benannt." sprach mein Mann meine Gedanken aus und schüttelte mit dem Kopf.

Marani lachte. "Der kleine ist genauso aktiv wie Jackson und sein Namensvetter, also ist da kein sonderlicher Unterschied." meinte sie und stellte sich zu dem blonden. "Außerdem ist Stitch Wang ein Name, den nicht jeder tragen kann." grinste Jackson und wackelte mit seinem Ringfinger, an dem sich ein golden schimmernder Ring befand, so wie bei seiner, offensichtlichen, Frau am Finger.

BamBam und ich beglückwünschten die beiden und redeten zu viert miteinander, während mein Mann sich allerdings mehr mit dem kleinen Sohn von Jackson und Marani beschäftigte, als mit unseren anderen Gästen. Jia und Jungsoo wuselten in der Küche herum und deckten den Tisch fein säuberlich. BamBam klaute sich Stitch von den Armen seines Vaters und äffte mit ihm herum, so als wäre er sein eigentum und nicht das unserer Besucher.

"Theresa, mach ihm ein Geschenk und werde schwanger, bevor wir unseren Sohn bei ihm einbüßen." witzelte er und beobachtete sein Kind mit BamBam, als er kicherte, während der Erwachsene sein Gesicht zu dämlichen Grimassen verzog. Ich lachte und nickte. "Wenn die Wirkung der Pille schneller nachlassen würde gerne." ging ich auf seinen Witz ein und bekam einen ungläubigen Blick von dem neben mir. "Sag dem Depp dadrüben kein Wort, er geht mir schon seit Wochen auf die Nerven, dass er noch ein Kind will." flüsterte ich Jackson zu und ließ ihn lachen. "Dann alles gute mit der Hoffnung, dass es klappt." wünschte er mir und wendete sich wieder der Küche zu.

Wenig später saßen wie alle sieben am Tisch und aßen das, was Jackson zusammen mit seiner Frau und unseren Kindern gekocht hatte, wobei BamBam sein Essen mehr oder weniger dem kleinen Stitch zu schob, der das ganze allerdings hellauf begeistert über den Tisch warf, wischte und schmierte.  Irgendwann stimmten meine Kinder mit ein und verteilten über den ganzen Tisch den Reis mit Soße und den Inhalt ihrer Frühlingsrollen, was ich nur mit einem warnenden und wenig begeisterten Blick quitierrte. Jungsoo wischte sich die Hände an einer Serviette ab und richtete seinen breiten und viel zu dicken schwarzen Wollschal zurecht, den er wohl die nächsten Tage noch tragen würde, bei dem was sich darunter befand. Mein Sohn stand auf und nahm sein Besteck, so wie Teller und sein Glas mit und stellte es in die Spülmaschiene, bevor er sich nach oben verzog. Jia begann das Chaos auf unserem Tisch wegzuwischen und stupste Stitch auf die Nase, bevor sie ebenfalls nach oben verschwand. "Therasa hau deinen Kindern ne Bratpfanne über den Kopf, ich will dass sie wieder so klein sind wie vor fünf Jahren." quängelte Jackson und sah meiner Tochter wehleidig nach. "Selber schuld, wenn du einfach so abhaust." hielt ihm BamBam vor und zuckte mit den Schultern. "Du hättest dich auch mal melden können." legte mein Mann ihm ans Herz.

Jackson seufzte. "Ich hab euch doch allen fünf einen Zettel zukommen lassen. Bin weg, melde mich mal." verteidigte er sich und verschränkte die Arme vor der Brust. "Aber keiner hätte gedacht, dass du Pabo fünf Jahre wegbleibst und mit einer Frau und einem Kind wieder auftauchst." warf ich ihm lachend an den Kopf und grriff nach meinem Weinglas, Marani tat es mir gleich und wir stießen an. "Er hat immer so viel von euch erzählt, aber wenn ich ihn gefragt habe, ob er nicht mal Kontakt suchen will, ist er immer ganz klein mit Hut geworden." erzählte mir die Hawaiianerin und ließ uns beide lachen. Jackson verkroch sich mit BamBams aufs Sofa und nahm seinen Sohn mit sich.

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