Ich saß auf etwas weichem, was sich wie ein Sessel anfühlte. Augen, Hände und Füße, so wir mein Mund waren verbunden. Bis auf meine Ohren hatte ich keinen Sinn der mir hier weiter helfen würde. Um mich herum war es totenstill bis auf mein Atem war nichts zu hören. Ich rüttelte an meinen Fesseln herum und hörte plötzlich ein Auflachen vor mir. Hier war jemand.
"Ich dachte schon sie wird überhaupt nicht mehr wach." hörte ich jemand murmeln. Jemand zerrte an der Augenbinde herum und machte sie schließlich ab. Mir gegenüber saß Tao und musterte mich amüsiert. Neben ihm saß einer seiner Brüder, doch ich hatte ihn damals nicht oft gesehen, so dass ich seinen Namen nicht mehr wusste. Direkt vor mir stand Jungkook und lächelte mich selbstgefällig an. "Du siehst ja aufeinmal nicht mehr so selbstsicher aus, wie du damals mit Taemin vor mir standest." er zog eine Augenbraue hoch und fuhr mir grob durch meine Haare.
Ich nahm meinen Blick von ihm und starrte auf meine gefesselten Hände in meinem Schoß, anstatt ein Seil, wie damals, waren es tatsächlich echte Handschellen, die sich nicht grade sanft an meine Gelenke schmiegten. "Verpiss dich auf deinen Platz Jungkook, wir landen gleich." maulte Tao und scheuchte den genannten mit einer lockeren Handbewegung weg. Mit einem Augenrollen gehorchte er und entfernte sich.
Mein Blick hob sich wieder und ich sah mich um. Ich saß in einem Flugzeug, nicht unrealistisch, dass es ein Jet sein könnte, da alles ziemlich nobel wirkte. Weit und breit waren allerdings keinerlei anderen Sitzplätze. Auf meiner anderen Seite befand sich ein Fenster. Es war dunkel und hunderte Meter unter dem Flugzeug leuchteten die Häuser einer großen Stadt. Würde ich hier unter anderen Bedingungen und mir anderen Leuten sitzen, würde ich diesen Ausblick gar nicht mal so schlecht finden, doch ich hatte keinen Plan wo es hin ging und was die Ssang Young Pa mit mir vorhatten, doch definitiv konnte dies nichts gutes bedeuten.
"Das abhauen wird dir diesmal nicht ganz so einfach fallen." murmelte Tao und lachte leise. "Es sei denn du willst, dass du elende im Schnee erfrierst." fügte sein Bruder neben ihm hinzu. Wo zum Teufel war ich, bis auf die Tatsache vom Flugzeug abgesehen. Ich wollte zurück zu meiner Familie, zurück zu BamBam, Jia, wollte Jungsoo wieder sehen und wieder in ruhe mein Leben leben.
Ich kniff meine Augen zusammen und wünschte mir, dass dies alles nur ein dummer Traum war, doch wie üblich hatte mich mein Schicksal wieder übel enttäuscht, denn das was sich vor mir befand, wo ich mich befand, war die blanke und grobe realität, bei der ich hoffte, dass sie so nicht nocheinmal wieder kommen würde.
"Solange du auf uns hörst Theresa, wird dir und deinem Sohn nichts passieren." ertönte die Stimme von dem neben Tao. Sofort riss ich meine Augen auf und sah ihn feindselig an. Würden sie meinem Sohn was antun würden sie es mit einer wütenden Mutter zu tun bekommen, die garantiert keine Gnade vor Gangbossen hatte. "Noch geht es ihm gut und wird es auch. Für ihn ist das alles wie Urlaub." seufzte Tao und streckte sich nach allen Seiten aus. Ich rüttelte an meinen Fesseln, doch kam logischerweise nicht los, wäre dem so, würden Tao und sein Begleiter schon Tod am Boden liegen. Tao lachte arrogant und lehnte sich wieder zurück. "Du hattest wenigstens den Luxus einen Zwölfstundenflug über fest und friedlich zu schlafen." merkte er an.
Zwölf Stunden? Ich hatte einen halben Tag verschlafen? Mein Mann würde bereits alles in Unruhe und Panik versetzt haben was es nur gab und würde verzweifelt durch das Haus sausen, mit der Hoffnung ich würde wohl doch noch von meinem Einkauf zurück kommen. Deutlich konnte ich seine braunen sorgenschimmernden Augen vor mir sehen, die mir beim Gedanken daran bereits mein Herz zerissen. Jia würde mit ihm zusammen durchs Haus hetzten und immer wieder ihre eigenen Theorien zusammen reimen, wo ich den abgeblieben sein könnte, auch ihre Augen funkelten vor mir auf. Die nahezu identischen Augen ihres Vaters. Die einen lebensbegeistert in die Augen sehen konnten und einen lächeln ließen. Doch nach lächeln war mir nicht zu mute, eher nach weinen, aber vor den beiden vor mir würde ich keinerlei Schwäche zeigen, so viel Würde hatte ich noch.
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Not Today
Fanfiction1. Gangs Bride 2. Never Ever 3. Not Today 4. Heavy Fire In dem Umschlag war ein Bild, was mir sofort das Blut in den Adern gefrieren ließ. Es zeigte einen dunkeren Hinterhof eines alten zerfallenen Gebäudes, was sich allerdings nicht auf der Inse...