"Dein scheiß ernst Mom!?" außer sich kam mein Sohn, gefolgt von einem verwirrt schauenden Taemin durch die Glastür in die Wohnstube. Jia hockte zusammen mit Jonghyun am Tisch in der Küche. Er zeigte meiner Tochter auf seinem Tablet die neusten Entwürfe, die er mit Taemin für eine neue Klamottenkollektion andachte. Die beiden sahen genauso überrascht auf wie ich. "Denkst du Yuhan und ich haben uns nicht damit beschäftigt, wie wir miteinander schlafen könnten!" fuhr er mich an und wurde puderrot, als er diese Worte in den Mund nahm, obwohl er aufgebracht war. "Du kannst doch nicht mit anderen über meine Beziehung reden." wurde er langsam wieder ruhiger und fuhr sich durch die Haare. "Das ist einfach nur peinlich. Peinlicher als Appas Aktion am Montag." grummelte er verzweifelt und schüttelte den Kopf.
Meine gut gemeinte Idee als fürsorgliche Mutte ging dann mal gehörig nach hinten los, wie ich soeben feststellen musste. "Deine Mutter meinte es doch nur gut Jungsoo. Sie hat auch ihre Sorgen." versuchte Taemin ihm zu erklären. BamBam hatte es sich zur Aufgabe gemacht einkaufen zu fahren, wobei er meistens Stunden durch die Regale strich, vorallem, wenn wir, wie heute, frei hatten. "Eomma. Du musst dir keine Sorgen machen okay? Yuhan und ich haben uns bestens informiert. Ich brauche keinen Aufklärungslehrer." machte er mir klar, als wäre ich ein klein Kind. Ich nickte und wendete mich wieder dem Spiel auf meinem Handy zu, was Jia mir letztens gezeigt hatte. Es war irgendwas mit Blöcken zerschlagen und sie zu Häusern und anderem aufbauen, während man sich nicht von Zombies, Skeletten und grünen Wesen, die in die Luft gingen, töten lassen durfte. Noch nie war ich nach einem Spiel so süchtig geworden.
Jungsoo wirbelte durch die Küche und nahm sich eine gekühlte Wasserflache aus dem Kühlschrank, bevor er nach oben in sein Zimmer verschwand. Taemin stahl sich zu Jonghyun auf den Schoß und plapperte fasziniert über seine neue Kollektion, die noch vor Ende des Jahres in die Läden finden sollte. Auch wenn Taemin und Jonghyun mehr als nur chaotisch wirkten, hatten sie von allen Größen, die mit JYP zu tun hatten, den am besten organisierten Terminplan. Die beiden hatten ihren Manager schon vor langem zur weißglut getrieben und takteten sich ihren Tag nun selber durch.
Ich hielt in meinem Spiel inne, als sich eine merkwürdige Übelkeit in mir anbahnte. "Ma? Alles okay?" harkte Jia nach. Sofort nickte ich. Meine Tochter sollte sich keine Sorgen um mich machen, wohl eher anders herum war es üblich. Als ich merkte, wie sich die Übelkeit meinen Bauch hochstahl und meine Organe zu verschieben schien, stand ich auf und lief mit schnellen Schritten auf das Bad im Erdgeschoss zu. Genau in dem Moment, als ich die Tür aufriss, schaffte ich es grade noch so den Klodeckel hoch zu ziehen und mich über die Kloschüssel zu hocken, bevor ich meinen Mageninhalt einmal aus mir heraus presste.
"Mom!" rief meine Tochter besorgt und eilte zu mir. Nochmal bahnte sich der Kotzreiz an und ließ mich erneut los speien. "Ich rufe Paps an, er soll mit dir ins Krankenhaus fahren." meinte Jia panisch und wollte wieder aufspringen, um ihr Handy zu holen, doch ich hielt sie zurück. "Alles... gut. Nur... was falsches... gegessen." zwängte ich mir hervor und erbrach mich zum dritten mal.
Ich stand auf und betätigte die Spülung, als ich das Gefühl hatte, dass wieder alles gut war. Jia sah mich besorgt und mit Tränen in den Augen an. Ich wusch mir den Mund aus, trocknete mich ab und umarmte sie schließlich. Auch wenn sie stark und mutig wirken wollte, wie ihr Vater, gab es wie jetzt auch Momente die sie gebrechlich wirken ließen, so wie jetzt, auch BamBam hatte hin und wieder diese Momente, als er an seine Vergangenheit dachte, was in letzter Zeit wirklich oft geschah, seit dem die Nachrichten über Mark liefen. Er war gestern nicht nocheinmal im Entertainment gewesen, was mir das Zeichen gab, dass er verstanden hatte, dass er sich wieder verpissen sollte. Das Bild mit Luhan hatte ich nun komplett abgeharkt, bestimmt würde er in seinem leer gemedizienten Hirn nicht mehr wissen was er getan hatte und somit auch nicht hier her finden.
"Jia. Nicht weinen okay? Deiner Mutter geht es gut. Ich habe nur gestern nicht auf das Ablaufdatum bei der Milch auf Arbeit geachtet, als ich sie in meinen Cappiccino gekippt habe." versicherte ich ihr mit einer Lüge. Ich spürte sie an meiner Schultern nicken. "Und erzähl deinem Vater davon bitte nichts, ich will nicht, dass er sich unnötig sorgen um mich macht." bat ich sie. "Ihr beiden haltet auch den Mund." warnte ich die beiden Männer, die mich ebenfals besorgt ansahen.
Insgeheim hatte ich meine vorläufige Diagnose schon geschlossen und bräuchte schnellstens nur noch Bestätigung, dafür dass mein Mann endlich sein drittes Kind bekam. Fassungslos schüttelte ich den Kopf. Ich hatte die Pille vor gut fast drei Wochen abgesetzt. Eigentlich dachte ich, dass es länger dauern würde, bis die Wirkung nachlassen würde, aber da hatte ich mich wohl getäuscht.
Jia löste sich aus der Umarmung und bettelte bei Taemin und Jonghyun begeistert, dass sie mit nach Paris fliegen wollte, falls die beiden ihre neue Kollektion auf der Fashion Week dort anpreisen wollten. Beide meinten, dass dies kein Problem sei, aber Bam und ich hatten da definitiv ein Wort mitzureden, zumal die Fashion Week im nächsten Jahr während der Schulzeit stattfand. Das Argument allerdings hielt ich mir noch zurück, als ich mich in die Disskusion mit reinklinckte.
Die beiden verabschiedeten sich wenig später von Jia und mir. Wir hielten es für das beste Jungsoo erstmal in ruhe zu lassen. Eines der wenigen Dinge, die er von seinem Vater geerbt bekommen hatte, war definitiv, das er genauso tickschen konnte wie BamBam, wenn nicht sogar in manchen Momenten noch schlimmer.
Ich ließ mich auf das Sofa fallen, nachdem ich mir mein Handy aus der Küche geholt hatte und zockte in ruhe mein Spiel weiter, während Jia nach oben in ihr Zimmer ging und sich ihren Hausaufgaben widmete. Völlig vertieft in Minecraft, so hieß das tolle neue Spiel, erschreckte ich mich dermaßen, als mein Handy aufeinmal vibrierte und anzeigte, dass ich eine Nachricht hatte. Lachend sammelte ich mich wieder und tippte auf das Zeichen. Wider erwarten war die Nachricht aber nicht von meinem Mann, sondern von einer unbekannten Nummer:
It's been a long time without you, my friend
And I'll tell you all about it when I see you again
We've come a long way from where we began
I'll tell you all about it when I see you againWie versteinert sah ich auf die Nachrich bei WhatsApp und warf einen Blick auf das Profil Bild, doch ich schien in dem Moment von der Nummer blockiert worden, als ich mir die Nachricht ansah, da ich weder Profilbild, noch Status oder die Zeit sehen konnte, wann der oder die Online war. Ich schüttelte das ganze als Irrtum ab.Bestimmt hatte jemand nur einen Zahlendreher in der Nummer und hatte es noch gemerkt, aus Angst ich würde auf die Nachricht reagieren wurde ich blockiert, zwar eine ziemlich voreilige Entscheidung, aber irgendwie auch wieder nachvollziehbar, wie ich fand.
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Not Today
Fanfiction1. Gangs Bride 2. Never Ever 3. Not Today 4. Heavy Fire In dem Umschlag war ein Bild, was mir sofort das Blut in den Adern gefrieren ließ. Es zeigte einen dunkeren Hinterhof eines alten zerfallenen Gebäudes, was sich allerdings nicht auf der Inse...