Um ihn herum war es stockfinster. Nichteinmal die Sterne oder den Mond konnte er sehen, lediglich das leise heulen des Windes und die Nachtluft die sich kühl auf seine Haut legte, bestätigten ihn in seinem Verdacht, dass sie sich unter freiem Himmel befanden. ,,Anthea?", flüsterte er angespannt, während er in der Tasche nach seinem Zauberstab tastete. ,,Wo sind wir?" ,,Nocturngasse." ,,Bist du wahnsinnig? Wenn dich hier jemand sieht!", zischte er wütend. Diese Frau sollte mal einer verstehen.
Gerade eben hatte er sie noch in seinen Armen gehalten und ihr versichert dass alles gut werden würde, jetzt standen sie beide schutzlos, mitten in der Nacht in der Nocturngasse und servierten sich den Todessern praktisch auf dem Silbertablett. Endlich hatte er seinen Zauberstab gefunden. ,,Lumos.", flüsterte er und im selben Moment erleuchtete auch direkt vor ihm ein Zauberstab. ,,Wir müssen zu Borgin, Draco. So schnell wie möglich. Wir können nur nachts hierher kommen. Tagsüber würden sie mich erkennen, wenn sie nur den Tagespropheten gelesen haben." ,,Soll ich bei Borgin etwa einbrechen?", fragte er ungläubig und konnte spüren wie sich sein Herzschlag wieder einmal ungesund beschleunigte. ,,Wir haben keine andere Wahl!" ,,Das ist totaler Wahnsinn. Wir sprechen hier nicht über irgendeinen Laden, sondern über Borgin und Burkes. Was glaubst du mit wie vielen schwarzmagischen Zaubern er geschützt ist bei Nacht?"
,,Lass das meine Sorge sein, ich kenne mich damit aus." Misstrauisch starrte Draco die brünette Slytherin an. ,,Ich wusste nicht dass du dich so gut damit auskennst, Anthea. Entschuldige.", zischte er und konnte die Wut die sich mit seiner Aufregung zu vermischen begann nur schwer zurückhalten. Der blonde hatte das ungute Gefühl dass sie sich bei dieser Sache überschätzen könnte und sie am Ende einer Horde Greifer zum Opfer fielen und wenn er dann mit Anthea zum dunklen Lord gebracht wurde, war die Arbeit am Kabinett gänzlich umsonst gewesen. Dann würde er sterben. Genauso wie sie.
,,Stell dir einmal vor ich bin tatsächlich ziemlich gut auf diesem Gebiet. Ich bin immerhin seine Tochter und habe mir in den letzten Jahren einiges angeeignet." Auch ihre Stimme hatte nun einen vorwurfsvollen Ton angenommen. ,,Ach wirklich, was hast du denn die letzten Jahre noch so getrieben wovon ich nichts weiß, hm?" Draco hatte sich in all den Jahren in denen er Anthea kannte, noch nie mit ihr gestritten da er ihre Gedanken und Beweggründe zwar nicht immer verstanden, jedoch akzeptiert hatte. In diesem Moment jedoch fiel es ihm unglaublich schwer ihr zu folgen und die Sinnhaftigkeit hinter einem solch waghalsigen Plan zu verstehen.
,,Oh soll ich dir das hier wirklich auf offener Straße erklären?", fragte sie sarkastisch, "hälst du das für eine gute Idee?" ,,Nein natürlich nicht, deswegen wäre es mir lieber gewesen wir wären nicht direkt in die Nocturngasse appariert. Du hättest mir wenigstens erklären können wie unser Plan aussieht, anstatt mich einfach so in diesen mit hinein zu ziehen." Durch das Licht der beiden Zauberstäbe konnte er erkennen wie sie genervt die Augen verdrehte und die Arme vor der Brust verschränkte. ,,Muffliato.", murmelte sie einen kurzen Augenblick später und warf einen Blick die Straße hinauf und hinab. Unbeeindruckt von ihrem Zauber setzte er wieder zum sprechen an: ,,Abgesehen davon, wieso konntest du aus Hogwarts heraus apparieren? Das..."
,,Du wirst es nicht glauben aber ich war im letzten Jahr einige Male bei Dumbledore.", unterbrach ihn Anthea schroff. ,,Und weißt du was, er wusste von meiner Identität, all die Jahre. Der alte Narr dachte ich würde ihm irgendetwas über meine Vergangenheit erzählen können was ihm vielleicht weiterhelfen würde.", sie ließ ein ungläubiges Keuchen hören, "was ich aber nicht konnte. Er hat mir daraufhin viele Dinge erklärt die er in der Zwischenzeit über meinen Vater herausgefunden hatte. Nicht dass es sehr interessant gewesen wäre aber ich habe ihn erzählen lassen. Irgendwann hat er mir erzählt, dass es womöglich bald zum Krieg kommen wird.
Was er tun muss um meinen Vater zu töten hat er mir nicht sagen wollen, was auch unnötig ist weil ich es sowieso weiß, aber er hielt es für besser Potter damit zu beauftragen." Abermals verdrehte sie die Augen und schüttelte ungläubig den Kopf. ,,Ausgerechnet diesen Idioten. Nun, mir hat er jedoch einige andere Fragen beantworten können, die nichts mit den Horkruxen zu tun hatten. Ich wollte zum Beispiel wissen wie die Todesser Hogwarts angreifen könnten wenn seine Schutzzauber und die der anderen Lehrer die Schule verbarrikadieren. Er hat mir gesagt dass diese mit seinem Tod erlischen und die Schule dann von schwächeren Zaubern beschützt wird. Wie er aus Hogwarts apparieren kann, hat er mir nicht sagen wollen. Er meinet das sei geheim. Tja, eines Abends bin ich in sein Büro eingebrochen.", sie hielt einen kurzen Moment inne und zum ersten Mal in den letzten Minuten, war ihr Blick nicht zornig, sondern schuldbewusst. Draco wusste was jetzt kam und sein Magen verkrampfte sich unangenehm bei der Vorahnung. ,,Es war der Abend an dem er mit Potter einen weiteren Horkrux gesucht hat. Der Abend an dem...er starb. Er hat einen Schrank voll mit Erinnerungen in seinem Büro gehabt der gute. Eine davon war sehr hilfreich. Sie beinhaltete das Gespräch zwischen ihm und Armando Dippet wie er ihm weitergab, was er beim apparieren beachten müsse und welche Zauber er außer Kraft setzen muss. Ich habe mich in den letzten Ferien mit nichts anderem beschäftigt und wie man sieht, mit Erfolg. Reicht dir das als erste Information über unser weiteres Vorhaben?"
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The Slytherin Diaries
FanfictionDraco Malfoy verzweifelt. Um das Leben seiner Eltern zu retten, muss er das Verschwindekabinett aus dem Raum der Wünsche reparieren. Die Mission scheint jedoch zu scheitern ehe sie richtig begonnen hat. In seiner Verzweiflung weiht Draco seine beste...
