Kapitel 2

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,,Du bist also wieder einmal fündig geworden?" , begrüßte der dunkelhaarige Slytherin Draco, als dieser den Gemeinschaftsraum betrat. Ein genervtes Stöhnen entfuhr ihm und für einen kurzen Augenblick spielte er mit dem Gedanken sich in den Schlafsaal zu begeben, um dort in Ruhe seine neue Informationsquelle auf Herz und Nieren zu prüfen. Da Blaise jedoch nur kurz von einem Schachbrett aufgesehen hatte, über das er mit Theo gebeugt dasaß, entschied Draco sich zu bleiben. Immerhin war der Gemeinschaftsraum mit dem prasselnden Feuer wesentlich angenehmer als der Schlafsaal, wo ihn wohl das Geschnarche von Crabbe und Goyle nur ablenken würde . Als Antwort hob er nur die Hand mit der er das Buch hielt einmal wie zum Gruß, dann ließ er sich in einen der gemütlichen Ohrensessel nahe des Feuers fallen. In diesem Buch würde er etwas finden. Da war er sich sicher.

Hastig blätterte er bis zu der Stelle vor, an der er eben von Tracey unterbrochen worden war. Doch es gelang dem blonden nicht, sich auf das geschriebene zu konzentrieren. Seine Gedanken hingen noch immer an dem kleinen Vorfall aus der Bibliothek. ,,Sag mal Blaise.", eröffnete er nach ein paar Sekunden das Gespräch, "hast du Tracey zufällig eben hier hereinkommen sehen?" ,,Tracey? Nein. Ich habe dir doch gesagt dass sie den Mädelsabend mit Pansy und den anderen veranstaltet. Da wird sie wohl noch sein. Es ist gerade einmal neun Uhr Draco. Warum?", antwortete Blaise und die Verwirrung die in seiner Stimme lag, war für ihn so unangenehm, dass er Zabini nur einen kurzen Blick zuwarf, dann in Richtung Theo nickte und leicht den Kopf schüttelte.

Er würde seinem besten Freund von dem Vorfall erzählen müssen. Denn er war sich sicher, dass Tracey es nicht für sich behalten konnte. So verschwiegen sie sonst auch war wenn es darum ging ein Geheimnis zu wahren. Wenn sie etwas derart aus der Bahn warf – und die Situation zwischen ihnen beiden war einer dieser Momente gewesen – dann konnte auch eine Ms. Davis zu ungeahnten verbalen Ergüssen neigen. Als Zabini wissend nickte und sich dann wieder dem Schachspiel widmete, wandte Draco sich wieder seinem Buch zu. Er überflog Seite für Seite und las Abschnitt für Abschnitt, wenn ihm ein Wort ins Auge fiel, welches er mit dem Kabinett assoziierte, doch bis auf einen kurzen Vermerk über Gegenstände die Personen von dem einen in den anderen Raum befördern konnten, blieb seine Suche erfolgslos.

Erst als seine Augen bereits zu schmerzen begannen, legte er das Buch resigniert beiseite, und rieb sich nachdenklich die Schläfen. Er war sich so sicher gewesen etwas über dieses Kabinett zu finden. Weshalb stand in keinem anderen Buch etwas von solch einem magischen Gegenstand geschrieben? Hätte er einen Aufsatz über Horkruxe, verfluchte Gegenstände wie Ketten, Diademe und Ringe oder gar die Wirkung des Tranks der lebenden Toten erklären müssen, hätte er dies so detailliert tun können, dass sämtlichen Lehrern wohl das Staunen nicht mehr aus dem Gesicht gewichen wäre.

Das Verschwindekabinett welches sich im siebten Stock im Raum der Wünsche befand, konnte er jedoch nach wie vor nicht erklären, reparieren oder gar nutzen. Ein langer Seufzer entfuhr ihm, als er sich in einen Sessel zurück sinken ließ. Vielleicht sollte er es für den Rest des Abends gut sein lassen. Die Bibliothek war sowieso verriegelt und er käme erst morgen wieder dorthin. ,,Wie lange dauert euer Spiel noch?", fragte er und konnte sich ein herzhaftes Gähnen nicht verkneifen. ,,Wir sind genau jetzt fertig.", antwortete Blaise breit grinsend und tätigte seinen letzten Schachzug. ,,Schachmatt mein lieber Theo!" ,,Ohh Blaise," ,schimpfte der angesprochene los, noch ehe seine Königin von dem weißen König vom Thron gerissen und zerstört wurde, "ich dachte wirklich du würdest mich wenigstens in meinen Übungsstunden gewinnen lassen. Woher soll denn sonst meine Motivation kommen dieses Spiel irgendwann noch zu lernen?" ,,Jetzt stell dich nicht so an Theo,", erwiderte Zabini noch immer grinsend, "wenn du gegen mich gewinnst, dann wirst du gegen jeden anderen aus Slytherin gewinnen. Betrachte es einmal von dieser Seite. Ein Spiel gegen mich in dem du gewinnst und du hast gegen dein ganzes Haus gewonnen." ,,Haha, sehr witzig!". Mit diesen Worten erhob Theo sich aus seinem Sessel und verabschiedete sich in den Schlafsaal.

The Slytherin DiariesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt