Die Wochen vergingen und obwohl seine Rippe wieder verheilt, die Schürfwunden bereits wieder verschwunden und auch die Platzwunde nicht mehr zu sehen war, fühlte Draco sich nicht besser. Noch immer hatte der Slytherin das Gefühl sich in einer Art Trance zu befinden. Die Gespräche die er mit Anthea geführt hatte, waren hilfreich gewesen, keine Frage. Doch trotz allem fühlte er sich unendlich verletzlich. Nach all den Jahren in denen er seine Maske aus Stolz, Spott und Hohn getragen hatte, fühlte er sich nun sogar regelrecht nackt.
Er konnte nicht länger verbergen wie es ihm erging. Wie es tief in ihm aussah und was der Verlust seines Vaters in ihm losgetreten hatte. In den Augen Zabinis konnte er sehen wie ungewohnt es auch für seine Freunde sein musste ihn so zu sehen. Niemand hatte ihn je weinen sehen. Er hatte es sich verboten zu weinen. All die Jahre. Doch der Strom der mit dem einen gebrochenen Wort losgelöst worden war, wollte und wollte nicht versiegen. Papa. Dieses Wort hatte er nie bewusst in den Mund genommen. Er hatte seinen Vater stets mit Vater oder Sir angesprochen. Dass ihm die Bezeichnung Papa jemals über die Lippen kommen würde, war ebenso erschreckend wie es schön war.
Denn genau das war der große, blonde Mann gewesen. Sein Papa.
,,Draco, kommst du runter?", rüttelte ihn die leise Stimme Antheas aus seinen Gedanken, "es gibt Neuigkeiten. Von Potter." Geistesabwesend nickte er und erhob sich von dem viel zu weichen, viel zu großen Bett. Das gesamte Haus erschien ihm zu groß. Eine Villa. Seine Mutter hatte sie als Zufluchtsort mit seinem Vater ausgesucht. Vier Etagen. Prunkvoll. Dem Standard der Malfoys entsprechend. Doch was war schon Standard? Was hatte er von diesem Luxus, wenn seine Familie zerbrach? Wenn seine eigene Mutter ihre Schwester töten musste um ihn zu retten? Wenn sein eigener Vater starb um das Leben seiner Freunde und das seine zu retten? Wie konnte er das Opfer das seine Eltern erbracht hatten jemals begleichen?
Um ihnen etwas zurück zu geben. Seufzend schlurfte er mit hängendem Kopf hinter seiner Freundin den langen, dunklen Korridor entlang. Als er ihr in den Salon folgte, saß Blaise bereits an dem deutlich kleineren, jedoch noch immer viel zu großen Eichentisch, über einen Brief gebeugt, ein Glas mit Butterbier in der Hand. Schwerfällig ließ der blonde sich auf den Stuhl gegenüber seines besten Freundes sinken. Dieser blickte in jenem Moment auf und bedachte ihn mit einem vorsichtigen Lächeln. Der junge Mann wusste genau weshalb sein Freund sich so verhielt. Im Gegensatz zu Anthea hatte Draco in den letzten Wochen kaum ein Wort mit Zabini gewechselt. Ebenso wenige mit seiner Mutter. Ihre Gespräche waren eher Monologe ihrerseits gewesen. Einzig und alleine Anthea war in den Genuss seiner Stimme gekommen.
Und das nicht nur durch seine Gedanken die er ihr mitteilte um sie verstehen zu lassen. Sie kam besonders abends in den Genuss, wenn sie über den weiteren Verlauf ihrer Reise sprachen, darüber was geschehen war und was wohl auf sie zukommen würde. Jedoch endeten die Gespräche meist in leidenschaftlichen Küssen, die ihren Ursprung in Verzweiflung, Wut und Trauer fanden. Seitdem Draco an einem Abend den Satz:,, Zeig mir, dass ich noch am leben bin.", benutzt hatte um seinem Verlangen nach wärme Ausdruck zu verleihen, gingen ihre Gespräche sogar so weit, dass sie schlussendlich nur noch über ihre Körper kommunizierten. Mal sanft im Einklang miteinander, mal grob und hektisch und dann wieder sinnlich. Das Ende jedes Mal gleich, ein Höhepunkt. Ein Rausch von Glück der ihm durch die Adern strömte, ehe ihn der Tranceähnliche Zustand wieder verschlang und das wohlige Ziehen seine Lenden verließ.
,,Draco, hast du gehört was ich gerade gesagt habe?" Erschrocken über die dunkle Stimme Zabinis schrak der blonde hoch. ,,Was?" ,,Ich sagte Potter hat unseren Brief beantwortet. Hermine scheint soweit fit zu sein. Sie überlegen ins Ministerium einzubrechen um den Horkrux zu stehlen. Jedoch haben sie noch immer nichts um den anderen zu zerstören." ,,Was ist mit den Basiliskenzähnen unten in der Kammer des Schreckens? Das Vieh ist doch tot, die Zähne sollten noch dort sein. Sollen sie doch die Horkruxe sammeln, in die Kammer absteigen, alle zerstören und dann den dunklen Lord persönlich umbringen.", antwortete er mit kühler Stimme und bereute es augenblicklich wieder als er das erregte Keuchen der Slytherin hörte. Es war noch immer ihr Vater über den er so abwertend sprach.
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The Slytherin Diaries
FanfictionDraco Malfoy verzweifelt. Um das Leben seiner Eltern zu retten, muss er das Verschwindekabinett aus dem Raum der Wünsche reparieren. Die Mission scheint jedoch zu scheitern ehe sie richtig begonnen hat. In seiner Verzweiflung weiht Draco seine beste...
