Kapitel 4 (Part 2)

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Draco kam nicht gegen die Angst an, die seine Brust mehr und mehr zusammenzog, als er gefolgt von Tracey die Stufen erklomm, welche sie in den siebten Stock führten. Den ganzen Morgen über, hatte er sich den Kopf darüber zerbrochen, wie er Tracey am schonendsten beibringen konnte was sein Auftrag war. Jedoch war er jedes Mal wieder zu dem gleichen Ergebnis gelangt. Eine Erklärung des ganzen war möglich, sein Vorhaben verharmlosen konnte er jedoch keineswegs.

Sein Herz begann, wie so oft in letzter Zeit, einen ungesunden Rhythmus zu schlagen, als er in den Korridor einbog, an dessen Ende sich der Raum der Wünsche befand. Während des gesamten Weges hatte Tracey kein einziges Wort gesprochen. Sie war nicht mehr auf ihren Plan zurückgekommen und dafür war er ihr dankbar. Offenbar wusste sie wie angespannt er innerlich war, denn als er vor der Steinmauer zum stehen kam, konnte er hören dass sie ein paar Schritte hinter ihm stehen geblieben sein musste. Sie gab ihm Raum. Das war es, was er jetzt brauchte.

Er nahm einen tiefen Atemzug, schloss die Augen und dachte „Ich brauche den Raum, der alles versteckt". Fieberhaft. Immer und immer wieder kreisten die Worte in seinem Kopf herum. Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, in der er schon befürchtet hatte es würde nicht funktionieren, hörte er das bekannte Knacken, mit welchem sich die Steine zur Seite schoben und einer großen, dunklen Holztür platz machten. Langsam öffnete er die Augen. Es war soweit. Er warf einen kurzen Blick über seine Schulter zu Tracey, dann ging er langsamen Schrittes zur Tür. Seine Hand zitterte, als er sie um den eisernen Türgriff schloss. Der blonde Slytherin zögerte einen Herzschlag lang, dann öffnete er die Tür und trat einen kleinen Schritt zur Seite.

Er konnte hören wie Tracey zischend die Luft einatmete. ,,Unglaublich.", flüsterte sie. Was würde sie erst zu dem Verschwindekabinett sagen, wenn er es ihr zeigen würde wenn sie alleine der Raum schon so überraschte? ,,Gehen wir.", mit einem Kopfnicken wies er in den Raum. Bevor er die Tür hinter ihnen schloss, warf er noch ein letztes Mal einen prüfenden Blick in den Flur. Doch der Korridor lag verlassen da, wie eh und je.

,,Was ist das hier?", fragte die junge Slytherin zu ihm gewandt und deutete mit ausgestrecktem Arm in die Richtung der aus Gerümpel bestehenden, turmhohen Stapel, "Die Abstellkammer von Hogwarts?" ,,Das dachte ich zu Beginn auch. Aber es ist tatsächlich der Raum der alles versteckt. Und sind wir ehrlich, bei den Schülern die bereits alle hier waren, wundert mich das Ausmaß keineswegs.", entgegnete er trocken und schritt auf einen großen, sehr hohen Gegenstand zu, der sich in der Mitte des Raumes befand und welcher von einer alten Wolldecke verhüllt wurde. ,,Das ist es." Seine Worte klangen seltsam hohl in seinen Ohren. Normalerweise verspürte er immer eine Art Aufregung, wenn er wieder einmal vor dem Kabinett stand. Jedes Mal war er zwischen Hoffnung, Angst, Verzweiflung und blanker Panik gefangen, wenn er versuchte einen Vogel von Hogwarts zu Borgin und Burkes zu schicken und wieder zurück. Doch wie so oft in Traceys unmittelbarer Nähe, schienen sich diese negativen Gefühle im Hintergrund zu halten. Auch sein Herz schlug wieder seinen gewohnten Rhythmus.

Er zog an der Decke und mit einem dumpfen Geräusch, landete diese vor ihnen auf dem Boden. ,,Du meine Güte!", entfuhr es Tracey unmittelbar, nachdem er das Kabinett freigelegt hatte. ,,Ein Verschwindekabinett! Die sind so selten geworden. Wo befindet sich das andere?" Ehrfürchtig trat sie ein paar Schritte vor und strich über das dunkle Holz, welches in dem gedämmten Licht des Raumes matt schimmerte. ,,Du...kennst diese Dinger?", fragte er verblüfft. Er hatte sich ihre Reaktion etwas anders vorgestellt. Zugegeben, ihr Interesse an dieser Sache war ihm weitaus lieber als eine Schimpftirade und ein schnell gefälltes Vorurteil ihm gegenüber, jedoch wunderte ihn ihre unverhohlene Begeisterung. ,,Soll das ein Scherz sein?", erwiderte sie nun in einem etwas vorwurfsvollen Ton, "die waren der letzte Schrei als Voldemort an der Macht war. Also...vor Jahren. Da hatte fast jeder solch ein Teil im Haus. Damit konnte man Todessern entkommen oder Voldemort selbst." Ohne sich an seinem verwirrten Gesichtsausdruck zu stören, öffnete die Slytherin die Tür des Kabinetts, wandte sich jedoch augenblicklich mit einem angewiderten Gesichtsausdruck zu ihm um. ,,Warum liegt dort ein toter Vogel drin?"

The Slytherin DiariesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt