,,Wie machst du das?", flüsterte er leise und betrachtete voller Bewunderung die kleinen Eiskristalle die sich um Anthea herum auf der Bettdecke befanden. ,,Mit Kälte." ,,Das ist mir klar,", er verdrehte die Augen und fuhr in gespielt beleidigtem Ton fort," aber wie genau? Ich meine...ohne Zauberstab und ohne Spruch oder so?!" Fasziniert blickte er auf die filigranen weißen Gebilde. ,,Den brauche ich nicht dafür. Es ist meine innere Kälte. Verstehst du?", der zögerliche Ton in ihrer Stimme ließ ihn von den glitzernden Kristallen aufschauen. Doch das Gefühl welches ihn sonst immer überkam wenn er in ihre blauen Augen sah blieb dieses Mal aus. Sie waren nicht tief wie der Ozean und blau wie das Meer . Sie waren kalt. Eiskalt. Das blau in ihren Augen glich geradezu einem Eiszapfen. Selbst ihr freundliches, warmes Lächeln konnte an dieser Tatsache nichts ändern.
,,Deine innere Kälte." Seine Stimme klang kratzig und er musste ein paarmal schlucken um seine trockene Kehle zu befeuchten. Es war eine Feststellung gewesen. Keine Frage. Wenn ihre innere Kälte gerade durch ihre Augen sichtbar wurde, dann glaubte er ihr aufs Wort dass sie wirklich welche in sich trug. Auch wenn er selbst es als warm empfand, was sie auf die Decke gezaubert hatte. Die Slytherin nickte knapp. ,,Als...ich mich damals entschieden habe gegen meinen Vater zu arbeiten, ist trotz dem Hass auf ihn, etwas in mir zerbrochen als ich wirklich gegangen bin. Er hat nicht versucht mich aufzuhalten aber mich mit einem Vergessenszauber belegt.", erklärte die junge Frau. ,,Du meinst als du...deine Familie verlassen hast.", stellte er fest. Es war schwer nachzuvollziehen wie man sich fühlen musste wenn man die Tochter des dunklen Lords war. Noch schwerer war es zu verstehen wie man sich fühlte wenn man ihn und damit seine Familie zurück ließ, doch Draco erinnerte sich an seine eigenen Worte, welche er Potter im Zelt an den Kopf geworfen hatte. ,,Niemand kann etwas für seine Familie. Nicht jeder hat eine Wahl.", murmelte er leise und wusste dass Anthea ihn verstanden hatte. Sie nickte leicht und sah dann wieder zu den Kristallen. ,,Du vermisst ihn." ,,Ich vermisse ihn nicht. Er ist ein Monster. Ich vermisse es keinen richtigen Vater zu haben. Auch wenn meine Adoptiveltern alles für mich getan haben. Ich meine, sie haben mich sogar zu Malfoy Manor gebracht verstehst du?"
Verblüfft riss er die Augen auf. ,,Was? Wie haben sie es sehen können?" ,,Oh das haben sie nicht. Aber ich wusste wo ich hin muss. Sie haben mich auf einem Hügel abgesetzt und gewartet bis ich mich auf das -für sie alte baufällige Haus – zu begeben habe." ,,Du machst Witze. Ihr seid mit dem ...Auto gekommen?!" ,,Zug und Auto." Ihm klappte der Mund auf. Er hatte gewusst dass er noch einiges über Anthea lernen würde was ihn vielleicht ein wenig überraschte. Dass sie jedoch durch ihre Kälte Schnee und Eis herbeizaubern, mit dem Auto zu ihm nach Hause fahren und eine Vaterfigur vermissen würde, waren drei Dinge die er niemals auch nur zu denken gewagt hätte. Ganz zu schweigen von der Vereinigung ihres Geistes mit seinem eigenen, was laut den Sehern und Aufzeichnungen aus den vergangenen Jahrhunderten ein lebenslanger Zustand war der nicht rückgängig gemacht werden konnte, dessen Vorzüge jedoch gewollt eingesetzt werden konnten, was ihnen erlaubte auch weiterhin ihre eigenen Gedanken und Empfindungen zu haben.
,,Du findest mich gruselig oder?" Erneut blickte Draco ihr in die Augen. ,,Nein." Und er meinte es genau so. Sie hatte ihm nie in all den Jahren Angst gemacht. Und er war sich sicher, dass er auch nie Angst vor ihr haben würde. ,,Sag mal,", fragte er um das Thema von ihrer traurigen Vergangenheit abzuwenden," war das eben Dobby bei dir da draußen?" Ein wutentbranntes Schnauben entfuhr der jungen Frau als sie ihm in die Augen sah. ,,Ja genau. Dieser kleine....Elf.", brachte sie stockend heraus und Draco wusste, dass sie gegen den Drang ankämpfte den Elfen wüst zu beschimpfen. ,,Was hat er bei dir gemacht?" ,,Ich habe ihm gesagt er solle ins Manor apparieren um wenn möglich deine Eltern zu retten." ,,Aber?", fragte der junge Mann und setzte sich ruckartig auf. ,,Nichts aber. Er hat mir gesagt dass er frei ist und ich ihm nichts befehlen kann. Das lediglich Harry Potter ihm Befehle erteilen darf und er nur Dinge ausführt die Potter helfen. Und er sieht uns als Feinde Potters. Also..." ,,Wird er uns nicht helfen. Dieser miese kleine Sack."
,,Ja genau. Allerdings hat er mir berichtet dass unser verstörtes Trio wohl einer Horde Greifer zum Opfer gefallen ist und sie sich aktuell in irgendeinem Versteck aufhalten. Wo sie waren und was man mit ihnen angestellt hat weiß ich nicht. Allerdings hieß es sie seien geschwächt und verletzt.", erzählte Anthea und zuckte nachdem sie mit ihrer Rede geendet hatte nur mit den Achseln. ,,Angeblich war Potter so töricht und hat den Namen meines Vaters ausgesprochen." Draco entfuhr ein amüsiertes Schnauben. ,,Ja...Respektlosigkeit war noch nie die beste Wahl in Zeiten wie diesen." ,,Du sagst es." ,,Aber weshalb hat Dobby dir das alles erzählt wenn er dir nicht vertraut?" ,,Weil der kleine sehr gesprächig wird wenn man ihm etwas schenkt. Hast du die Christbaumkugel an seinem Ohr gesehen?" Erstaunt sah Draco zu seiner Freundin. ,,Du hast ihm etwas geschenkt?" ,,Nun ich musste immerhin wissen ob er etwas von den Horkruxen weiß. Allerding hat es nicht den Anschein erweckt als wären Granger und Potter sehr erfolgreich gewesen." Genervt stöhnte Draco auf.
,,Also bleibt uns nichts weiteres übrig als auf die Eule von Snape zu warten und uns ins Ministerium zu schleichen und dann doch noch selbst in Gringotts einzubrechen sofern sie es bis dahin nicht endlich geschafft haben." ,,Genau. Und noch etwas. Ich habe Blaise gesehen. Hier. Ich bin mir sicher dass er es ist. Wir müssen unbedingt mit ihm sprechen. Ich will wissen weshalb er nicht bei meinem Vater ist." Draco zögerte einen Moment ehe er antwortete. Sein letztes Zusammentreffen mit Blaise war ihm noch lebhaft in Erinnerung und er hatte nur wenig Lust dieses zu wiederholen. ,,Ich weiß was du denkst, wir werden uns nicht provozieren lassen und wenn er uns erneut verpfeifen will werden wir ihn verfluchen. Aber ein Versuch sollten wir wagen. Er ist unser Freund." Ergeben nickte der Slytherin. Er konnte weder gegen die Überzeugungskraft seiner Freundin ankommen, noch gegen das Gefühl welches sich in ihm ausbreitete wenn er an seinen besten Freund dachte. Er vermisste ihn. ,,In Ordnung." ,,Und dann gehen wir auf einen Weihnachtsmarkt." ,,Einen was?" Verwirrt zog Draco die Augenbrauen zu einem nachdenklichen V zusammen. ,,Weihnachtsmarkt? Ist das wieder so ein Muggelding?" Das Zögern seiner Freundin reichte als Antwort aus. Es war ein Muggelding. Kopfschüttelnd verdrehte der junge Mann die Augen gen Himmel. ,,Wenn wir hier fertig sind muss ich in Hogwarts wohl Muggelkunde wählen. Ich wäre bestimmt ein Einserschüler nach deinen Lehrstunden.", stichelte er, woraufhin die Slytherin ihm frech die Zunge herausstreckte.
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The Slytherin Diaries
FanfictionDraco Malfoy verzweifelt. Um das Leben seiner Eltern zu retten, muss er das Verschwindekabinett aus dem Raum der Wünsche reparieren. Die Mission scheint jedoch zu scheitern ehe sie richtig begonnen hat. In seiner Verzweiflung weiht Draco seine beste...
